Mut und Geschick ist gefragt an der Kletterwand der Mittelschule Karlsfeld. Foto: habschied

Der lange Weg der Kletterwand

Karlsfeld - Es war ein langer Weg, doch ein paar Unerschrockene haben ihn gemeistert: Nach 12 Jahren Planungszeit ist die Boulderwand an der Mittelschule Karlsfeld endlich komplett fertig - und bereit für Schüler, die keine Angst haben vor einem langen Weg - immer am Abgrund entlang.

Christian Steinberger hat die Wand entdeckt, vor 12 Jahren, als er neu an die Mittelschule Karlsfeld kam. Es war nur einen schnöde Betonwand, versteckt hinter Gebüsch an der Südseite der Turnhalle - doch Christian Steinberger hatte sofort eine Idee. Klettern könnten die Schüler hier. Ein alter Schulkollege, Sebastian Tyroller, hatte erst kurz zuvor privat eine Boulderwand gebaut.

Im Mai 2003 begann die erste Bauphase. Steinbergers damalige siebte Klasse gestaltete mithilfe des Elternbeirats und Sebastian Tyroller den Boulderbereich, die Gemeinde baute den Absprungbereich zusammen mit Schülern. Eigentlich sollte schon das der Einstieg in das größere Projekt „Topropewand“ sein. 2005 wurde die Wand von der Kunstklasse eines Referendar angemalt, in Eigenleistung, mit gesponserten Farben.

Und Steinberger blieb hartnäckig. 2010 wurde nach wiederholten Gesprächen mit der Gemeinde zum Thema Finanzierung der Stein wieder ins Rollen gebracht, und im Mai 2011 begann die wichtigste Bauphase: 250 Löcher wurden gebohrt und Hülsen verklebt. Schüler erarbeiteten gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer Michael Burghart Entwürfe für die Gestaltung der Wand. Im Sommer 2011 war die Gestaltung der Wand fertig, dann wurde der Zaun gesetzt. Im Juni wurden die Zwischensicherungen gelegt und die Routen gesetzt. Der TÜV begutachtete alles im Juli - und seitdem hat die Mittelschule Karlsfeld grünes Licht zum Klettern. Jetzt, nach den Sommerferien, wurde die Wand ihrer Bestimmung übergeben.

„Die Wand ist ein weiterer Baustein im Rahmen unseres vielfältigen Sportangebots“, sagt Steinberger. Ziel bleibe die Realisierung des Profils im sportlichen Bereich. „Es sollen viele Jugendliche der Gemeinde profitieren können, etwa die Jugendarbeit Karlsfeld, der TSV, die Feuerwehr, die Bamberger Schule oder die FOS“, so Steinberger.

Demnächst wird die AG Klettern ihre Arbeit aufnehmen. „Sie besteht größtenteils aus Schülern, die in anderen Bereichen wenig Bestätigung finden“, erklärt Steinberger. „Klettern kann hier ein wichtiger Bestandteil werden.“ Auch weil es teilweise Schüler seien, zu denen die Lehrer wenig Zugang haben.

Die Wand ist in verschiedene Routen unterteilt, die Farben differenzieren nach Schwierigkeit. An der Schulwand sind die Schwierigkeitsgarde vier bis sieben möglich. „Insgesamt kann man sagen, dass wir verdammt stolz sind auf die Realisierung der Wand“, erzählt Steinberger. „Vor allem, wenn man heute das Leuchten in den Augen der Kinder gesehen hat, die oben waren, hat sich die Mühe und die Anstrengung sicher gelohnt.“

(dn)

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