Die Last von der Seele gemalt

Dachau - Prinzessin Irmingard von Bayern malte sich das Grauen der Konzentrationslager von der Seele. In der Ausstellung in der evangelischen Versöhnungskirche in Dachau sind Gemälde der am 23. Oktober 2010 verstorbenen Adeligen zu sehen.

Die Bilder stammen aus Familienbesitz und waren zum Teil noch nie öffentlich ausgestellt. Auf der Vernissage waren Mitglieder des Hauses Wittelsbach anwesend. Pfarrer Björn Mensing und der katholische Seelsorger an der KZ-Gedenkstätte Ludwig Schmidinger eröffneten die Ausstellung mit einem ökumenischen Gottesdienst. Der Titel „Ich litt sehr unter den Nachwirkungen der KZ-Erlebnisse“ sagt aus, was die Prinzessin in düsteren Bildern zum Ausdruck bringt: den eigenen Schrecken, das Leid der Gefangenen und den Tod.

Irmingard von Bayern, 1923 geboren, flohmit ihrer Familie nach der Machtübernahme der Nazis ins italienische Exil. 1944 wurden Mitglieder der Familie inhaftiert, die 21-jährige Irmingard war an Typhus erkrankt und verbrachte ihr Haft in verschiedenen Krankenhäusern. Im Januar 1945 wurde sie ins KZ Sachsenhausen verschleppt, wo sie ihre Familie wiedertraf. Im Februar 1945 kam sie nach Flossenbürg, am 8. April mit Sippen- und Sonderhäftlingen nach Dachau für den Weitertransport in Richtung Alpen. In einem Ferienheim bei Ammerwald wurden die prominenten Geiseln von der amerikanischen Armee befreit.

Die Erinnerung an die schlimmen Erlebnisse hatten sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis gebrannt. In den 1980er Jahren begann Irmingard in klarer Bildsprache zu malen, scheute sich jedoch, die Bilder zu zeigen. Prinz Luitpold von Bayern, ihr Sohn, sagte: "Sie hat sich die Last von der Seele gemalt." Malend verarbeitete Irmingard auch den verlus des geliebten Bruders Heinrich, der 1958 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, und die Behandlung im Krankenhaus in Seefeld.

Die Ausstellung in der Versöhnungskirche ist bis 1. Mai zu sehen, jeweils Dienstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr, Sonntag von 12 bis 13 Uhr.

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