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Lebende Krippe mit Leihbaby und einem Balthasar aus Nigeria

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Das Weihnachtsgeschehen spielte das Krippenspiel des Partnerchors Vierkirchen auf dem Rathausplatz beim Vierkirchener Christkindlmarkt nach.  Foto: Sponder
Das Weihnachtsgeschehen spielte das Krippenspiel des Partnerchors Vierkirchen auf dem Rathausplatz beim Vierkirchener Christkindlmarkt nach. Foto: Sponder

Vierkirchen - Der Partnerchor Vierkirchen hat mit einer lebenden Krippe beim Christkindlmarkt vor dem Vierkirchner Rathaus etwas ganz Besonderes geboten. Monsignore Clement Obielu lobte, hier werde der sakrale Kern der Weihnachtsbotschaft lebendig.

Während die meisten Krippen nur Gegenstände mit Symbolwert seien und in der Weihnachtszeit vielfach nur an den Kauf der Geschenke gedacht werde, führe das gesungene Krippenspiel des Partnerchors wieder auf den eigentlichen Ursprung des Weihnachtsfestes, auf Jesu Geburt zurück.

Wie lebensecht das wirkte, zeigten nicht nur die menschlichen Darsteller bis hin zu einem echten Baby, sondern auch ein realer Esel der Familie Kranz aus Prittlbach sowie in Ermangelung eines wohl für diese Veranstaltung sonst doch zu großen Kamels, sein südamerikanischer Verwandter, ein Lama der Familie Felber aus Gerolsbach.

Vorbild der lebenden Vierkirchener Krippe dürfte Franz von Assisi sein, der 1223 in Greccio anstelle einer Predigt das Weihnachtsgeschehen mit lebenden Tieren und Menschen nachgestellt haben soll.

Alfred Franke aus Röhrmoos, Chorleiter und Vorsitzender des Partnerchors Vierkirchen, hatte nach zweijähriger Pause das Krippenspiel auf dem Rathausplatz neuinszeniert. Er sprach verbindende und erklärende Worte und überließ die Hauptsache dem Chor, der mit „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ seinen Beitrag begann. Beim Andachtsjodler durfte das gesamte Publikum die fünfte Strophe als erweiterter Chor mitsingen. Maria (Theresia Riegler aus Indersdorf) und Josef (Martin Dipolder aus Langwaid) stellten die Herbergssuche nach, bis sie schließlich beim vierten Wirt in den Stall zu Ochs und Esel geschickt wurden. Das (Leih-)Baby wurde stilecht auf Stroh und ein weißesHandtuch gebettet. Mit rotem Anorak bekleidet, stach es fotowirksam heraus. Als der Chor „Schlaf’ wohl Du Himmelskind“ sang, kam diese Aufforderung beim jüngsten Darsteller nicht so ganz an. Das Baby schaute seine (Leih-)Mutter Maria nur aus großen Augen an.

Insgesamt 35 Teilnehmer wirkten an dem Krippenspiel mit, 26 vom Partnerchor. Passenderweise spielte Bernhard aus Nigeria bei den Heiligen drei Königen den Balthasar. Moralische Unterstützung bekam er durch den Freundeskreis Asyl Bayern. Mitsingen musste der in Markt Indersdorf lebende Asylbewerber nicht: „Es reicht, wenn ich gütig schaue“, meinte er auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum.

Chorleiter Alfred Franke bedauerte den hohen Geräuschepegel während des Krippenspiels, denn der Betrieb an den Marktständen der Vierkirchner Vereine ging weiter.

„Das war früher auf der Wiese hinter dem Rathaus besser, denn das war mehr abgeschlossen“, sagte Franke etwas enttäuscht. Insgesamt empfanden viele Besucher das Vierkrichener Krippenspiel als willkommene Abwechslung zum sonst üblichen Geschehen auf Christkindlmärkten. (rds)

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