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Sehr schnelle Reaktion: Die Klinikchefs Horst-Günter Rau, Christoph Engelbrecht und René Marx stellten gestern die umfangreichen Verbesserungsmaßnahmen vor.

Anhaltende Kritik am Krankenhaus Dachau

Führungstrio verspricht Besserung

Dachau - Die Leitung der Helios Amper-Klinik Dachau hat auf die Kritik an der Sauberkeit und den Vorwurf reagiert, massiv bei der Pflege zu sparen. Mit der sofortigen Umsetzung eines sieben Punkte umfassenden Plans soll alles besser werden. Und neue Vollzeitstellen gibt es auch.

Die Reaktion erfolgte sehr schnell. Wenige Wochen nach dem ersten Bericht in den Dachauer Nachrichten über Missstände bei Sauberkeit und Pflege und zwei Tage, bevor Amper-Klinik-Geschäftsführer Christoph Engelbrecht im Kreistag Rede und Antwort stehen muss, legte die Klinikleitung Pläne für umfassende Reformen im Dachauer Krankenhaus auf den Tisch. In einem Pressegespräch gestern sprachen Engelbrecht, Pflegedirektor René Marx sowie der Ärztliche Direktor Prof. Horst-Günter Rau über ein „4-Punkte-Programm zur schnellen und nachhaltigen Verbesserung der Sauberkeit“ sowie einen „3-Punkte-Plan zur Stärkung unserer Pflege“ (siehe dazu Kasten).

Die Klinikverantwortlichen beteuern, bereits vor den Zeitungsartikeln begonnen zu haben, das Maßnahmenpaket zu schnüren. Die Artikel dürften das Handeln der Verantwortlichen indes beschleunigt haben. Denn: Das Maßnahmenpaket soll sofort umgesetzt werden – und es bindet selbst allerhöchste Instanzen mit ein. „Wir von der Klinikleitung werden regelmäßige Begehungen durchs Haus machen“, sagt Pflegedirektor Marx. Und der Ärztliche Direktor Rau ergänzt: „Bei der Chefarztvisite gucken wir verstärkt hin, ob alles passt. Da schauen wir auch mal ins Bad rein.“

Die Maßnahmen sind derart umfangreich, dass es „voraussichtlich sechs neue Vollzeitstellen in den Servicebereichen geben wird“, so Engelbrecht. Klar sei, dass „sicher alles besser wird. Man muss uns nur Zeit geben“.

Bei dem Gespräch gestern pochten die Amper-Klinik-Oberen auf die Bereiche, in denen die Häuser in Dachau und Indersdorf im Vergleich zu anderen Kliniken vergleichsweise besser dastünden. So würden dort mehr Qualitätsziele erreicht. Im Bereich der Hygiene gebe es mehr Hände-Desinfektionen und weniger Infektionen mit hoch gefährlichen, multiresistenten Erregern.

Bei der Pflege lägen die Amper-Kliniken im Mittelfeld, so die Chefs weiter. Hier kümmerten sich 320 Kräfte um jährlich 25 000 stationär aufgenommene Patienten. Nach Recherchen der Dachauer Nachrichten gibt es aber gravierende Engpässe. So kommt es vor, dass in der Nacht zwei Pfleger für 77 Kranke zuständig sind. Dies bestreitet die Klinikleitung und spricht von einem Verhältnis von 3:77, wobei durchschnittlich nur 80 Prozent der Betten belegt seien. Bei den Arbeitsausfällen wegen Krankheit, Schwangerschaft etc. „gibt es bei uns keinerlei Auffälligkeiten im Branchenvergleich“, so Engelbrecht.

Helios macht mit den Häusern in Dachau und Indersdorf gute Gewinne. Das ist in der Schön Klinik in Kempfenhausen bei Starnberg nicht so. Dort wird das Haus Ende des Jahres mangels Rentabilität geschlossen. 200 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Manche Pflegekräfte könnten jedoch schon bald in Dachau unterkommen, so die Amper-Klinik-Leiter. (zim)

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