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Zwei-Zimmer-Wohnung statt Kloster: Schwester Apollonia zog gestern nach Vilseck. 

Die letzte Schwester verlässt das Kloster Altomünster

Die neue Heimat von Schwester Apollonia

Schwester Apollonia hat das Kloster Altomünster verlassen - in Richtung Oberpfalz, ganz wie sie es sich gewünscht hatte.

Altomünster/VilseckDie Zeiger stehen auf 11.10 Uhr, als draußen vor den Mauern ein Motor zu hören ist. Ein schwarzer SUV parkt vor dem Kloster Altomünster ein. Während Jörg Johannes Fehlner, ehemaliger selbsternannter Klosterdirektor, seinen Renault rangiert, packt Schwester Apollonia Buchinger (62) drinnen die schwarze Tasche mit ihren Habseligkeiten. Nach 520 Jahren – das ist keine Ära, das ist eine Epoche – verlässt die letzte Ordensschwester das Birgittenkloster. Damit ist das Ordenshaus Geschichte. Es wird aufgelöst (wir haben berichtet).

25 Jahre war Schwester Apollonia hier Priorin. Bis zuletzt hatte sie sich gegen ihren Auszug, den der Vatikan angeordnet hat, gewehrt. Vergebens. Anfang Dezember 2015 hat die Vatikanische Ordenskongregation beschlossen, das Kloster Altomünster aufzulösen, weil eine Schwester alleine nicht in einem Kloster leben könne. Das Ordinariat wollte ein neues Kloster für Schwester Apollonia finden – doch sie hat andere Pläne – die sie nun umsetzt: Sie wird in Vilseck in der Oberpfalz ihr Gelübde erfüllen. Sie hatte sich gewünscht, hierher ziehen zu können. Dort kennt sie den Pfarrer. Außerdem wurde sie in Furth im Walde geboren und wuchs dort auf.

Gut zwei Stunden Fahrt stehen Schwester Apollonia und Fehlner bevor. Noch einmal blickt sich Schwester Apollonia voller Wehmut in den alten Gemäuern um. Das war ihre Heimat. Man merkt der stets freundlichen Nonne an, dass ihr die Situation sehr nahe geht. Sie ist traurig – aber irgendwie auch voller freudiger Erwartung. Und voller Gottvertrauen sagt sie dann: „Schauen wir mal, was mich nun erwartet.“

Der Motor startet, Postulantin Christina winkt nochmal zum Abschied, die Fahrt beginnt: Es geht über die Staatsstraße, dann bei Allershausen auf die A9, weiter über die A93 ins Herz der Oberpfalz. Schließlich erreicht Apollonia am Nachmittag Vilseck. Sie wird mitten im Ort einziehen, in das älteste Haus, das hier noch bewohnt wird. Die Ordensfrau übergibt ihre Mitbringsel – selbstgemachte Himbeer- und Aprikosenmarmelade – an das kleine Empfangskommitee und steht nun mitten in den leeren Räumen der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Parkett statt Stein, Diele statt Kreuzgang. Lächelnd blickt sie sich um. „Da kann man sich schon wohlfühlen“, sagt sie. Nur für die Bücher ist wohl kein Platz. 25 prallgefüllte Kisten stehen noch im Kloster.

Was bringt die Zukunft? Ganz abschließen will Schwester Apollonia nicht mit dem Klosterleben. Sie hat Einspruch gegen die Schließung von St. Birgitta eingelegt. Wer weiß – vielleicht ist Vilseck doch nur eine vorübergehende Bleibe.

Jacob Mell

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