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Stress nach dem Heiligen Abend hatte Karin Märkl von Spielwaren Schmidt. Der Grund: kauflustige Väter.

Kunden fahren heuer nicht auf Ski ab

So lief das Weihnachtsgeschäft in Dachau

Die einen sprechen von Rekordumsätzen, die anderen schimpfen aufs Wetter. Das Weihnachtsgeschäft lief für Dachaus Einzelhändler sehr unterschiedlich. Und da sind dann noch die Väter, die das Geschäft aus einem bestimmten Grund angekurbelt haben.

Volle Einkaufstaschen, Paketboten im Dauerstress und Kunden auf Weihnachtsgeschenkejagd: Im vergangenen Jahr konnte der deutsche Einzelhandel sein höchstes Umsatzplus seit 1994 verzeichnen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 bis 3,1 Prozent, dabei war auch das Weihnachtsgeschäft ab November ausschlaggebend für den hohen Zugewinn. Doch wie lief das Weihnachtsgeschäft in den lokalen Geschäften in diesem Jahr? 

Kirsten Hermes, Inhaberin des Schmuckgeschäfts NonPlusUltra in der Münchner Straße, kann den allgemeinen Trend nur bestätigen: „Da können wir auf jeden Fall mithalten, wir waren sehr zufrieden mit unserem Weihnachtsgeschäft. Nur vom 18. bis 21. Dezember war es ein bisschen weniger, sonst haben wir immer ein Megaplus gemacht“, sagt Hermes. Denn an diesen Tagen schreckte eine laute Baustelle vor dem Geschäft offenbar die Kunden ab. „Am 23. war der beste Tag. Insgesamt war das Weihnachtsgeschäft deutlich besser als letztes Jahr.“ Außerdem hat die Inhaberin des Schmuckgeschäfts auch gemerkt, dass der Trend zu qualitativ hochwertigen, deutschen Uhren geht. 

Dahingegen zieht Daniela Gaßner vom Sportgeschäft und Skischule Strefling am Fuße der Dachauer Altstadt eine ganz andere Bilanz. Für Skiausrüstung und kuschelige Winterjacken war es auch heuer wieder zu warm: „Wir sind einfach wetterabhängig. Ohne Schnee sieht es einfach schlechter aus. Aber letztes Jahres war es auch schon ähnlich“, berichtet Gaßner. Trotzdem habe die Skischule Ausflüge in die Berge organisiert. Aber ein klein bisschen Wehmut bleibt, denn: „Wer braucht schon Winterschuhe, wenn es draußen zehn Grad hat.“ 

Ein bisschen aufstöhnen muss auch Vesna Modjesch-Cajkovski, Besitzerin der Parfümerie Vesna in der Münchner Straße: Sie sei zwar mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, aber: Es stagniere. Schuld daran ist vor allem der Internethandel: „Wir merken auch, dass immer mehr bestellt wird und dass sich einige bei uns im Geschäft nur beraten lassen.“ An Weihnachten schätzten die Kunden aber vor allem die Einzigartigkeit der Produkte in der Dachauer Parfümerie: „Wir haben vor allem viele Parfüms und Kosmetik verkauft, die es sonst nicht überall zu kaufen gibt. Außerdem waren auch Gutscheine für Behandlungen ein großer Renner.“ 

Für Anja Ackermann vom Herrenmodengeschäft Rauffer hat sich das Weihnachtsgeschäft heuer nicht sehr vom letztjährigen unterschieden, denn: „Auffallend gut war es nicht, aber es war ungefähr genauso wie letztes Jahr. Deswegen können wir zufrieden sein, dass wir den Umsatz gehalten haben.“ Sie habe auch beobachtet, dass mehr Leute im Internet bestellen, so Ackermann – aber einige seien aufgrund von Fehlbestellungen und besserer Beratung doch wieder auf den klassischen Handel umgestiegen. „Außerdem ging es sehr spät mit dem Weihnachtsgeschäft los, weil es sehr warm war und die Leute erst spät in Weihnachtsstimmung gekommen sind. Zehn Tage vor Weihnachten hat es sich dann aber geballt“, so Ackermann. 

Etwa zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest ging es auch für Karin Märkl im Spielwarengeschäft Schmidt in der Münchner Straße so richtig los: „Da hat man dann schon nochmal gemerkt, dass viele Kinder zuvor noch Geld oder Gutscheine bekommen haben.“ Noch stressiger wurde es aber für die Inhaberin vor allem nach dem Heiligen Abend, als die Wünsche nach Zubehör für die Weihnachtsgeschenke stiegen: „Nach Weihnachten sind eben viele Väter zuhause und lassen sich von ihren Kindern überreden, noch etwas zur neuen Renn- oder Eisenbahn dazu zu kaufen.“ Auch heuer waren wieder Legoprodukte, vor allem die Starwars-Ausgabe, sehr gefragt und lustige Gesellschaftsspiele für den Silvesterabend.

Anna Schwarz

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