Themenabend des Bündnis

Linz als Vorbild für Dachau

Eine neugenutzte Tabakfabrik ist die Zukunftsvision für das MD-Gelände - beim Themenabend des Bündnis. 

Was passiert mit dem MD-Gelände? An dieser Frage haben sich bereits einige Stadträte und Architekten die Zähne ausgebissen. Beim sechsten Themenabend des Bündnis für Dachau am Mittwoch, 8. Juni, um 19.30 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus kommt dieses Thema nun erneut auf den Tisch. Dazu hat das Bündnis den Geschäftsführer der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft Tabakfabrik Linz, Markus Eidenberger, eingeladen. Er wird einen Vortrag über das „Beispiel Tabakfabrik Linz - Zukunftsvision für Dachau?“ halten.

Denn nach Meinung des Bündnisses liegen die Verzweigungen zwischen der Tabakfabrik Linz und dem MD-Gelände Dachau nahe: Es sind Industriebrachen, die eine neue Nutzung fordern. Das Beispiel „Tabakfabrik Linz“ könnte deshalb ein Vorbild für Dachau sein. Denn Markus Eidenberger wird darüber berichten, wie eine Umstrukturierung eines Industriestandorts zu modernen Arbeitsplätzen in bestehender Architektur möglich ist.

Denn in Linz gehen die alten Strukturen der Tabakfabrik mit der neuen Nutzung des Geländes einher. Die Stadt hat sein altes Gesicht als Industriestandort bewahrt: Eine geschickte Verzahnung von Denkmalschutz und moderner Architektur hat dort aus einer Industriebrache einen Schlüsselstandort der Kreativwirtschaft geformt. Handwerk, industrielle Produktion und Informationstechnologie (IT) sind nun auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik zuhause – so entstand in Linz durch die fruchtbare Zusammenarbeit der Unternehmen auf dem Gelände der Tabakfabrik wieder neue Wertschöpfung.

Ein Rückblick: Die Tabakfabrik wurde, rund 70 Jahre später als die Papierfabrik, im Jahr 1929 vom Stararchitekten Peter Behrens in der Tradition der Neuen Sachlichkeit errichtet. 1997 privatisierte Oberösterreich die Fabrik mit fatalen Folgen für den Standort: Nach mehreren Eigentümerwechseln schloss das Werk 2009 wegen angeblicher Unrentabilität, trotz schwarzer Zahlen. 2010 konnte sich die Stadt Linz dazu durchringen, für über 14 Millionen Euro das Areal zu kaufen und das Gebiet der Stadtentwicklung zuzuordnen. Markus Eidenberger hat seither den Auftrag, den Standort zu einem Kreativ-Areal umzugestalten und zu einem Zentrum der Kreativwirtschaft zu machen. In einem Zeitraum von 25 Jahren sollen sich die Investitionen von rund 20 Millionen Euroamortisieren.

Der Erfolg des Referents am Themenabend des Bündnis, Markus Eidenberger, kann sich sehen lassen: Bereits heute arbeiten auf dem Areal der Tabakfabrik wieder mehr als 300 Personen und damit etwa so viele, wie vor der Schließung des Werks. Beim Themenabend des Bündnis wird Eidenberger sein Erfolsrezept vorstellen. Der Eintritt ist frei. 

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