Paukenschlag: Europäischer Gerichtshof fällt überraschendes Urteil zu deutscher Pkw-Maut

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Katastrophenalarm wurde am Samstag gegen 11 Uhr bei Weichs ausgelöst.

800 Liter giftiges Eisendichlorid liefen ins Erdreich

Giftunfall: Kurzer Katastrophenalarm im Dachauer Land

Weichs - Beim Verladen eines Behälters mit höchst giftigem Eisendichlorid hat am Samstag der Container leckgeschlagen. Dabei liefen bei Weichs 800 bis 1000 Liter der giftigen Substanz aus.

Um 11 Uhr war das Ganze in der Nähe einer Biogasanlage in Breitenwiesen – genau zwischen Indersdorf, Vierkirchen und Weichs – passiert. Ein Landwirt hatte einen großen Containerbehälter, gefüllt mit Eisendichlorid, auf einen Anhänger verladen. Dabei rutschte der Container plötzlich ab, stürzte auf die Straße – und schlug leck. Der Plastikbehälter mit dem Gefahrgut ist gegen Beschädigungen eigentlich gut gesichert, ein Aluminiumgestell soll Stöße auffangen.

Der Landwirt alarmierte sofort die Feuerwehr und über die integrierte Einsatzleitstelle wurden Einsatzkräfte aus dem ganzen Landkreis engefordert. Denn die Feuerwehren im Landkreis haben ganz unterschiedliche „Komponenten zur Gefahrgutabwehr“, wie Wolfgang Reichelt, der Pressesprecher des Landratsamts gestern informierte.

800 bis 1000 Liter des Eisendichlorids gelangten nicht nur auf die Straße und ins Erdreich, sondern auch in einen mit Regenwasser gut gefüllten Straßenentwässerungsgraben. Die ätzende Flüssigkeit wurde schnell weitertransportiert und gelangte in Teilen auch bis in die Glonn.

Eisendichlorid ist für Menschen, Tiere und Pflanzen höchst gefährlich. Es ist eine ätzende und sehr toxische Flüssigkeit. Haut und Atemwege können bei Mensch und Tier stark verätzt werden. Das Eisendichlorid wird bei Biogasanlagen zum Neutralisieren von Gärstoffen eingesetzt. Biogasanlagen haben mit der Bildung von Schwefelwasserstoff zu kämpfen. Das Eisen(II)-chlorid wird deshalb zur Biogasentschwefelung eingesetzt. Es wird als wässrige Lösung verwendet.

Zwei Umstände sorgten letztlich dafür, dass Schlimmeres ausblieb: Zum einen das Wetter. Es regnete und dadurch wurde die gefährliche Flüssigkeit schnell verdünnt und weitertransportiert. Messungen blieben später deutlich unterhalb der Grenzwerte, sodass die Gefahr schnell gebannt war. „Wir haben noch einmal Glück gehabt“, sagt Wolfgang Reichelt. Denn auch der Umstand, dass das Ganze an einer Stelle weit weg von jeder Wohnbebauung passiert ist, war günstig.

So wurde auch niemand verletzt. Die 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis, Polizei, THW, Rettungskräfte, vom Landratsamt sowie vom Wasserwirtschaftsamt und viele mehr waren allerdings stundenlang im Einsatz.

Der Entwässerungsgraben wurde aufgestaut, um ein weiteres Einleiten in die Glonn zu verhindern, und die Flüssigkeit aufgesaugt. Das kontaminierte Erdreich wurde abgetragen, viele Proben wurden genommen. Die Werte in der Glonn – sogar im Landkreis Freising wurde gemessen – waren aber so deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten, dass bald Entwarnung gegeben werden konnte. Über die Integrierte Leitstelle wurde eine Taskforce der Berufsfeuerwehr München herbeigerufen, Landrat Stefan Löwl und der Weichser Bürgermeister Harald Mundl informierten sich ebenfalls vor Ort.

Chemieunfall bei Weichs: Bilder

„Es ist noch einmal glimpflich ausgegangen, die Gefahr hat sich relativ schnell zerschlagen“, so ein erleichterter Wolfgang Reichelt. „Erstmals hat man natürlich schon ein flaues Gefühl bei dem Alarmierungsstichwort Gefahrengut.

tor/no

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