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Ehrenamt: Die Suchhundeteams des Malteser Hilfsdienstes, hier frisch geprüfte, wurden heuer schon 50 Mal gerufen.

Suchhundestaffel Dachau

2016 schon über 50 Einsätze

Dachau - Die Malteser Suchhundestaffel Dachau ist gefragt wie noch nie. Deshalb hat sie ihren Aufnahmestopp aufgehoben - Neuzugänge erwünscht.

Das Suchhundeteam, die Rettungshundestaffel des Malteser Hilfsdienstes Dachau, konnte jetzt erstmals unter der Ägide ihrer neuen Staffelleitung Einsatzprüfungen für Mantrailer in Karlsfeld und Allach ausrichten.

Ein Team war zur Lizenzverlängerung und zwei zur Erstprüfung angetreten. Nachdem alle Teams ihre Plakette als Zeichen für zwei Jahre Einsatztauglichkeit erhielten, verfügt die Staffel – nach dem Ausscheiden von zwei Teams seit der letzten Prüfung – nun wieder über die bei ihrer Gründung vor fünf Jahren angestrebte Idealzahl von zehn einsatzfähigen Teams.

Mit Stephan Engleitner und Nicole Brettinger haben bereits im Juli zwei bewährte Kräfte die Leitung der Staffel übernommen, die sich weiterhin ausschließlich der Technik des Mantrailings verschrieben hat und in Kooperation mit ihrer Partnerstaffel der Feuerwehr Aschheim (Trümmer-, Flächen-, Wassersuche) eine Einsatzeinheit bildet.

Das Suchhundeteam ist neben dem Kriseninterventionsteam eine der beiden Hauptsäulen der Malteser-Gliederung Dachau. Egal ob Tag oder Nacht – wenn Not am Mann ist, rücken ausgebildete Rettungshundeteams aus.

Die Mitarbeit in der Rettungshundestaffel ist kein Beruf, sondern eine ehrenamtliche Tätigkeit, der die Mitglieder mit dem eigenen, in der Familie lebenden Hund nachgehen. Beim Mantrailing wird der Hund mit dem „Geruchsartikel“ einer vermissten Person auf deren individuelle Spur gesetzt. Die Hunde können diese Spur auf allen Untergrundarten (Asphalt, Schotter, Pflaster, Vegetation etc.) ebenso wie in Gebäuden und auf bebauten Freiflächen verfolgen. Jeder Mensch hat seinen „Individualgeruch“, der einzigartig ist – eine Art genetischer Fingerabdruck.

Die Malteser Suchhundestaffel Dachau ist mittlerweile eine der meistbeschäftigten Staffeln in Bayern und wurde allein in diesem Jahr weit über 50 Mal alarmiert.

Einsatzgebiete sind in erster Linie die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg, aber auch der Großraum München und Erding. Um dieses Aufkommen auch weiterhin abarbeiten zu können, hat sich das Suchhundeteam entschlossen, sich nach zwei Jahren Aufnahmestopp wieder für neue interessierte Mensch-Hund-Teams zur Ausbildung zu öffnen: Am 28. und 29. Januar 2017 wird es daher ein Schnupperseminar für Interessenten geben. Anmeldung ab sofort unter: suchhund-ausb@mailbox.org oder telefonisch unter 01 63/8 69 32 19 (ab 16 Uhr).

Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist mit sehr großem Aufwand verbunden. Neben einer aufwändigen Grundausbildung im Bereich Sanitäts- und Einsatzdienst ist die einsatzorientierte Ausbildung des eigenen Hundes eine große Aufgabe: Die aktive Betätigung mit dem Hund ist dabei nicht das primäre Ziel sondern lediglich ein Baustein. Die Hunde werden in der Regel zwei bis drei Jahre lang ausgebildet. Vor dem Hintergrund dieses Aufwandes sollte der Hund zu Beginn der Ausbildung das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. (dn)

dn

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