Keine Lösung in Sicht: Die Staus am Bahnübergang an der Freisinger Straße werden den Dachauern erstmal bleiben. Hier funktioniert alles wie geplant. foto: hab

So manche Startschwierigkeiten

Dachau - Die Bahn kämpft bei ihrer jüngsten Linie noch mit Startschwierigkeiten. Vor allem an den Bahnübergängen gibt es Probleme: mit der Signalübermittlung, mit zu langen Schließzeiten - oder mit einem zu lauten Warnsignal.

Seit gut drei Wochen ist der Bummerl endgültig Geschichte, und es fährt stattdessen die S 2 nach Altomünster und zurück. Der S-Bahn-Betrieb ist angelaufen, allerdings nicht ganz reibungslos. „Es gibt noch Optimierungsbedarf“, gibt Bahnsprecher Bernd Honerkamp auf Anfrage zu.

In den ersten Wochen hat die Bahn bei ihrer jüngsten Linie noch mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Immer wieder sorgten Probleme bei der Signalübermittlung für Einschränkungen im Fahrbetrieb - Verspätungen und ausgefallene Züge waren die Folge. Erst vergangene Woche versagten die Schranken am Bahnübergang in Bachern den Dienst. Sie mussten schließlich von Bahnmitarbeitern manuell geöffnet und geschlossen werden. Die Reparaturarbeiten zogen sich über den ganzen Tag hin, immer wieder mussten die Fahrgäste warten.

Alle Probleme konnten noch nicht beseitigt werden. An den Bahnübergängen in Oberbachern, Stetten und Kleinberghofen werden die Schranken gelegentlich noch zu früh geschlossen. „Bei zu langen Schrankenschließzeiten wird automatisch eine Störung angezeigt. Hier werden wir noch Nachbesserungen an der Steuerung vornehmen“, erklärt der Bahnsprecher. Honerkamp führt die anfänglichen Störungen auch auf den engen Zeitplan zurück, in dem die Strecke fertig gestellt werden musste.

Zu den Signalstörungen kam dann auch noch der Wintereinbruch. Der Neuschnee sorgte für einzelne Weichenstörungen und behinderte so den regulären Fahrbetrieb. „Ansonsten sind wir mit dem Betriebsstart zufrieden“, sagt Honerkamp. „Die elektrisch betriebenen Fahrzeuge fahren abgesehen von einer einzelnen Türstörung an einem Fahrzeug zuverlässig.“

Zuverlässig funktionierte auch das Warnsignal beim Schließen der Schranken am Bahnübergang in Kleinberghofen. Das allerdings so laut, dass sich die Anwohner über die Lärmbelästigung ärgerten und bei der Bahn Beschwerden einreichten. Doch auch hier versichert Bahnsprecher Honerkamp eine baldige Lösung: „Wir werden den Signalton in den nächsten Tagen umrüsten, so dass er leiser wird.“

Für das Verkehrsproblem am Dachauer Stadtbahnhof wird es jedoch in so kurzer Zeit keine Lösung geben. Gerade im Berufsverkehr bilden sich dort in der Freisinger Straße bei geschlossener Schranke lange Staus in beide Richtungen. Der Verkehrsausschuss der Stadt Dachau hat sich bereits vor Eröffnung der neuen S-Bahn-Linie mit dem Problem befasst - eine zukunftsnahe Lösung, etwa für eine Unterführung, konnte aber noch nicht präsentiert werden (wir berichteten). Im Rahmen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes hätten Stadt und Bahn neben dem Bund je ein Drittel der Kosten eines Umbaus zu tragen.

Die Planung läuft weiter, allerdings sei mit einem Baubeginn vor 2019 nicht zu rechnen, hieß es im Oktober. Der abendliche Stau am Stadtbahnhof wird den Dachauern also noch eine ganze Weile erhalten bleiben - auch wenn die neue S 2 Altomünster nach und nach ihre Startschwierigkeiten ablegen kann.

(dg)

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