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Maria Gschwendtners Nachlass sollte in Sozialwohnungen am Bahnhof investiert werden. Aber auch 13 Jahre nach ihrem Tod geht das Projekt nur schleppend voran.

Maria Gschwendtner hätte heute 100. Geburtstag

Kommt ihr Nachlass endlich zum Einsatz?

Indersdorf - Die Maria-Gschwendtner-Stiftung gibt es seit 13 Jahren. Trotzdem ist der Stiftungsgedanke, Sozialwohnungen und ein Caritas-Zentrum in Indersdorf zu bauen, noch nicht verwirklicht worden.

Brigitte Gschwendtner wollte mit dem Erbe ihrer Tante Maria den Senioren in der Gemeinde Indersdorf Gutes tun. 

Eine Million Stiftungsvermögen

Nach dem Tod der Indersdorferin Maria Gschwendtner im Jahr 2003, gründete die Alleinerbin die Maria-Gschwendtner-Stiftung und zahlte einen Teil des Erbes von rund einer Million Euro ein. 

„Ich wollte kein so großes Erbe annehmen“, erzählt Brigitte Gschwendtner, die in Nürnberg lebt: „Und meine Tante hatte immer ein großes Herz.“

Mit dem Geld wollte Gschwendtner (70) Sozialwohnungen für Senioren und einen sozialpsychiatrischen Dienst in Indersdorf einrichten. 

Der Nachlass von Maria Gschwendtner kam bisher nicht zum Einsatz

Doch seit rund 13 Jahren passiert nichts mit dem Stiftungsvermögen (wir haben berichtet).

Heute wäre die Indersdorferin Maria Gschwendtner 100 Jahre alt geworden – möglicherweise könnte jetzt auch das Stiftungsvermögen zum Einsatz kommen. 

Brigitte Gschwendtner beauftragte die Gemeinde bereits vor 13 Jahren, ihre geerbten Grundstücke am Hammerschmiedweg in Indersdorf zu verkaufen, und erwirtschaftete dadurch das Stiftungskapital – mit dem die Gemeinde bedürftigen Senioren in Indersdorf helfen sollte. 

Geplante Sozialwohnungen und Caritas-Zentrum am Bahnhof

Doch die geplanten Sozialwohnungen und das Caritas-Zentrum am Bahnhof wurden immer noch nicht realisiert.

Brigitte Gschwendtner hätte sich selbst für ihre Tante eine bessere Betreuung gewünscht: Maria Gschwendtner hatte psychische Probleme. 

Deshalb wurde sie in der Nazi-Zeit zwangssterilisiert. Weil sie psychische Probleme hatte, wurde sie zum Opfer der Nazis. „Damit hatte sie ihr Leben lang zu kämpfen“, erklärt Brigitte Gschwendtner. „Weil sie keine eigene Familie gründen konnte.“ Die psychischen Probleme begleiteten die Tante ihr Leben lang.

Bis ins hohe Alter. Deshalb musste sie von Indersdorf in das Altenheim Altomünster umziehen und wurde dort vom sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas betreut. „Das hat sie einfach aus ihrer Umgebung herausgerissen“, erzählt Brigitte Gschwendtner. 

Ihre Tante ist mit ihren acht Geschwistern in einer bürgerlichen Familie in Indersdorf aufgewachsen, Gschwendtner hätte sich für sie eine wohnortnahe, psychische Betreuung in Indersdorf gewünscht.

Nach dem Tod ihrer Tante wurde Brigitte Gschwendtner dann klar, dass sie bedürftigen Senioren eine Möglichkeit geben will, weiter in ihrem Heimatort zu leben. Auch deshalb gründete sie die Maria-Gschwendtner-Stiftung.

So dachte der Stiftungsrat zunächst über Sozialwohnungen im alten Indersdorfer Krankenhaus und am Marktplatz nach und entschloss sich dann für den Bahnhof. Doch das Bauvorhaben verzögerte sich. 

Grundstück am Bahnhof steht seit 2014 zur Verfügung

Ein Grundstück in der Nähe der Bahn steht zwar seit 2003 zur Verfügung. Dort bestand allerdings zehn Jahre kein Baurecht. Start für die 16 behindertengerechten Sozialwohnungen hätte aber 2014 sein können. Doch die Anwohner hatten Bedenken wegen des rund 13 Meter hohen Baus mit vier Stockwerken, in dem unten die Caritas einziehen und in den oberen Geschossen Sozialwohnungen entstehen sollen. 

Zum 100. Geburtstag könnte etwas vorwärts gehen

Jetzt könnte sich aber etwas zu ihrem 100. Geburtstag tun: "Wir hoffen, dass wir relativ bald in den Bau gehen", sagt Rathaus-Geschäftsleiter Klaus Mayershofer: "Wir rechnen, dass wir Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres beginnen können."

Für Brigitte Gschwendtner ist nur eines wichtig: „Ich hoffe, dass ich die Verwirklichung des Projekts noch erlebe“, sagt die 70-jährige. „Ich möchte, dass der Name Gschwendtner einfach in positiver Erinnerung bleibt.

Von Anna Schwarz

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