Ihre Texte begeisterten über 1000 Gäste: Die Kabarettistin Marina Schwarzmann (l.) bei ihrem Auftritt im Indersdorfer Festzelt. fotos: hab

Spagat zwischen Subtilität und derbsten Schimpfwörtern

1370 Besucher feiern Martina Schwarzmann

  • schließen

Sie schafft den Spagat zwischen Subtilität und derbsten Schimpfwörtern. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Das Publikum lacht und lacht und lacht. Martina Schwarzmann hat ihre Fans im Indersdorfer Festzelt umgehauen. Es ging um Sex am Lagerfeuer und darum, warum Hundekacke etwas Tolles sein kann.

Indersdorf– Das, was sonst nur die sieben Burschen von der Partyband Ois Easy schaffen, gelang auch der zierlichen Martina Schwarzmann am Montagabend: Schon lange bevor das Volksfestzelt aufmachte – und das war immerhin zwei Stunden vor dem Auftritt – standen die Besucher bereits ungeduldig Schlange. Kaum war das Zelt auf, rannten die ersten rein, um sich die besten Plätze zu sichern. Innerhalb von zehn Minuten war das Zelt fast voll. Doch die rund 1300 Fans wurden für die Warterei entlohnt – Schwarzmann brachte selbst den Grimmigsten zum Lachen. Und zwar laut.

Indersdorf ist für die Kabarettistin ohnehin ein Heimspiel. Hier hat man sie schließlich schon mal in ein Dixiklo eingesperrt, (am Faschingsumzug und gottseidank hatte sie ihr Getränk dabei), und ein andermal hat sie bissl in der Tenne rumgeknutscht. „Aber kommt’s ruhig bei mir am Stand vorbei – mir graut vor nix“, sagte sie nach ihrem Auftritt. So is’ sie, die Martina Schwarzmann. Grad raus, unverblümt und liebenswert. Deswegen fühlt man sich nach einem Kabarett-Abend mit ihr auch, wie nach einem Abend bei einer guten Freundin: gut unterhalten und bissl beschwippst vom vielen Lachen. Kurz – einfach glücklich.

Aber das will sie sicher auch, schließlich heißt ihr neues Programm „Gscheid gfreid“. Ihre Lieder klingen beschwingt, fröhlich und lieb. Singen tut sie dabei so Sachen wie „Multitasking is’ ein Riesenscheißdreck“, „is gscheida, wenn er ned as Maul aufmacht“ und „Glump verreckts“ und natürlich „Sex am Lagerfeuer is’ a großer Scheißdreck“. Überhaupt sagt sie ziemlich gern das Wort Scheiß, oder Dreck, oder beides in Kombination. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, den Abend mit einer primitiven fluchenden Frau verbracht zu haben – sondern mit einer blitzgescheiten fluchenden Frau.

 Noch mehr als bei ihren Liedern muss man lachen, wenn die dreifache Mutter einfach nur erzählt. Von kleinen Alltäglichkeiten, die ihr so passierten. Auch lernen kann man von ihr viel. Wenn man im Haus keinen Platz mehr für all die gebastelten Werke der Kinder hat, muss man einfach selber sau-kreativ sein (Wenn man über Martina Schwarzmann schreibt, darf man „Sau“ schreiben). Da geht man einfach in den Wald und bastelt aus einer Hundekackwurst und Sachen, die man findet, eine Schnecke. Die Wurst dabei natürlich nicht berühren. „Die Kinder haben gebastelt, aber mit heim nehmen kann man das natürlich nicht“, sagt Schwarzmann. Eine Lektion fürs Leben für die Kinder ist auch noch drin: „Aus jedem Scheißdreck kann man noch was machen.“ 

Gefallen lässt sich die toughe Mama schon gleich zehnmal nichts. Als sich beim Auftritt ein Fotograf auf die Bühne schleicht, staucht sie ihn erstmal g’scheid zusammen, dass er sich nicht so blöd von der Seite ranmachen braucht – der Ärmste wollt’ ja nur ein nettes Foto vom lustigen Publikum machen (siehe oben). Guter Gedanke, mangelhafte Ausführung, doch so sind sie oft, die Männer – Martina Schwarzmann kann jedenfalls ein Lied davon singen. Macht sie dann auch. Eins darüber, wie aus dem Kommentar „magst die Teller nicht anders in die Spülmaschine stellen?“ ein fetzen-krasser Ehestreit werden kann. Doch Schwarzmann, die sich ja sonst gar nix scheißt (auch „scheißt“ darf man schreiben, wenn man über die Schwarzmann schreibt), singt jetzt statt der Beschimpfungen nur „piiiep, piiiep, piiiep“. Müssen wirklich wüste Sachen sein, die die Frau dem Mann da an dem Kopf schmeißt, wenn sie nicht mal eine Martina Schwarzmann sagen will. 

Als Zugabe gab’s nach fast drei Stunden ein Gute-Nacht-Lied für die Besucher, die allesamt glückselig in die Nacht entschwanden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in Karlsfeld: Acht Senioren in Klinik gebracht
Acht Senioren im Alter von 65 bis 93 Jahren sind am Samstagvormittag bei einem Rettungsgroßeinsatz ins Krankenhaus gebracht worden. Der Verdacht: Dehydrierung.
Großeinsatz in Karlsfeld: Acht Senioren in Klinik gebracht
Tragödie am Karlsfelder See: Münchner (24) stirbt
Drei Freunde waren zusammen beim Baden im Karlsfelder See.  Einer, ein 24-jähriger Münchner, wollte zurück ans Ufer schwimmen, kam aber nie an. Die Suche endete …
Tragödie am Karlsfelder See: Münchner (24) stirbt
In Summe eine Million eingespart
Die neue Grundschule wird eine teure Angelegenheit für Karlsfeld. Nur gut, dass die Architekten noch einige Posten aufgetan haben, an denen gespart werden kann. In einem …
In Summe eine Million eingespart
Wird dieser Kinderfestzug am Volksfest der letzte sein?
Der Kinderfestzug am Dachauer Volksfest hat eine lange Tradition. Zu bestaunen gibt es aufwändig dekorierte Wagen und Kinder in liebevoll gestalteten Märchenkostümen. …
Wird dieser Kinderfestzug am Volksfest der letzte sein?

Kommentare