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Temperaturen um den Gefrierpunkt, zermürbender Schneeregen – all das war den 15 000 Besuchern beim Indersdorfer Faschingsumzug wurscht: Keiner ließ sich die Laune verderben, alle wollten dabei sein.
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Trotz Regen und Kälte

15 000 Zuschauer feiern beim Indersdorfer Faschingsumzug

Temperaturen um den Gefrierpunkt, zermürbender Schneeregen – all das war den 15 000 Besuchern beim Indersdorfer Faschingsumzug wurscht: Keiner ließ sich die Laune verderben, alle wollten dabei sein. Für die Zuschauer hat es sich gelohnt: 63 Fußgruppen und Wagen konnten sie bewundern. Beim größten Umzug im Dachauer Land waren gerade die lokalen Themen besonders lustig umgesetzt.

Indersdorf – Es war kalt, der Schneeregen hatte selbst die dicksten Schuhe und Kostüme schnell durchnässt. Doch davon ließen sich beim 45. Indersdorfer Faschingsumzug gut 15 000 Feierwütige nicht stören. Johannes Böller vom Indersdorfer Faschingskomitee zeigte sich freudig überrascht: „Die konnte selbst das Wetter nicht aufhalten!“

Bestens gelaunt und sehr kreativ waren die Mannschaften der 41 Umzugswagen und der 22 Fußgruppen: „Grad die Fußgruppen fokussieren oft lokale und brisante Themen. Es ist immer schön, wenn die Leute sich mit so was auseinandersetzen,“ sagt Böller. So wehrte sich das „Imkersdorfer Bienenvolk“ gegen Glyphosateinsatz, während zwei rüstige Scheinrentner gegen die Indersdorfer 30er-Zone protestierten – denn sogar mit dem Rollator käme man inzwischen schneller im Ort voran als mit dem Auto.

Ein Indersdorfer Dauerbrenner, die Forderung na

ch einer Umgehungsstraße, bewegte sogar die Kirchtürme: „Beim wart‘n aufd Umgehungsstraß, do wer‘n sogar die Kirchtürm blaß“, war auf einem Fußwagen zu lesen. Die Gruppe spielte darauf an, dass die Indersdorfer Klostertürme stets gelb waren und seit der kürzlichen Renovierung weiß und blau sind.

Eine Truppe aus Feldgeding, die als Senioren verkleidet war, machte sich, sehr vorausschauend, für eine bessere Altenpflege stark. Die 70 „wackeren Senioren“ hatten großen Spaß und tapsten auch Stunden nach dem Umzug auf Gehstöcke gestützt über den Marktplatz.

Die „Flower Bauern“ aus Altomünster erinnerten unter dem Motto „#GeilerScheiß-GrasimMais“ an die illegale, jetzt überregional bekannte Marihuanaplantage in einem Maisfeld in ihrer Gemeinde. Die Haimhausener hingegen wollten mit ihrem Wagen dem „Mietpreiswahn“ den Kampf ansagen.

Die Faschingsrunde 73 ist seit 45 Jahren dabei und dabei immer noch politisch: Auf dem ungebauten Bollerwagen bekamen Schulz und Merkel für ihr „Groko-Blabla“ eine Schelte. Und die Oberschweindorfer konnten es nicht lassen, bei der gescheiterten Jamaika-Koalition nachzutreten.

Obwohl größtenteils Erwachsene und Jugendliche die Straßen beim Umzug jedes Jahr säumen, wurde der Gaudiwurm dieses Jahr kinderfreundlicher gemacht: Die Musikboxen durften heuer nur nach vorne, nach hinten und nach innen ausgerichtet werden, um die Zuschauer nicht direkt zu beschallen. Akribisch kontrolliert von Polizei und Sicherheitskräften mussten so manche Teilnehmer ihre Boxen abstecken.

Nicht nur das Wetter, auch die neuen Sicherheitsbestimmungen – die Wagen dürfen eine Breite von drei Metern und eine Höhe von 4,20 Metern nicht überschreiten – belasteten die gute Stimmung nicht.

Lediglich die Niederrother, heuer unter dem Motto Asterix und Obelix, kommentierten, dass die Ausmaße ihres Wagens, trotz voller Ausreizung der Beschränkungen und einer Länge von über 19 Metern, eher „überschaubaren Ausmaßes“ gewesen seien.

Die neuen Sicherheitsbestimmungen zeigten Wirkung, es kam zu keinen ernsthaften Verletzungen beim Umzug selbst. Das Rote Kreuz war mit 60 Einsatzkräften vor Ort und musste 40 Patienten versorgen. Die meisten davon hatten viel zu viel getrunken und sich in diesem Zusammenhang verletzt. Martin Noß, Leiter der Bereitschaftswache Indersdorf, zeigt sich auch im Bezug auf das Gewaltpotenzial erleichtert: „Dieses Jahr war es ein eher ruhiger Fasching.“

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