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Die Faschingsparty nach dem Umzug absagen? Das hätte laut Polizei eine Panik auslösen können.

Unfall beim Indersdorfer Faschingsumzug

In vier Metern Höhe das Gleichgewicht verloren

Ein 21-Jähriger ist nach dem Indersdorfer Faschingsumzug von einem Wagen aus vier Metern Höhe auf die Fahrbahn gestürzt und hat sich schwere Kopfverletzungen zugezogen. Mittlerweile ist er außer Lebensgefahr.

Indersdorf – Auf dem Indersdorfer Marktplatz ist der Lärm eines Helikopters zu hören. Er landet wenige hundert Meter entfernt am Sportplatz. Die Feierwütigen tummeln sich gerade dort auf der Faschingsparty. Die 54 Wagen und Fußgruppen des Gaudiwurms sind am späten Sonntagnachmittag schon vorbeigezogen. Der Umzug ist vorbei. Ein Krankenwagen steht einige Meter entfernt von der Bühne.

Doch der Weg ins Krankenhaus muss schneller gehen: Ein 21-Jähriger ist am Ende des Umzugs gegen 16.15 Uhr aus etwa vier Metern Höhe kopfüber auf den Boden gefallen. Die meisten Narren bekommen von dem tragischen Unfall nichts mit.  

In der Freisinger Straße, 200 Meter nach der Kurve am Rathaus, sollen die Wagen abgestellt werden. Die Faschingsfans steigen herunter und gehen zum großen Treiben zu Fuß zurück. Mehrmals sollen Freunde den stark alkoholisierten 21-Jährigen aufgefordert haben, sich nicht auf die Brüstung des Wagens aus Tandern zu setzen, so die Polizei später. Trotzdem stürzt der junge Mann aus über vier Metern Höhe in die Tiefe. „Er hat wohl das Gleichgewicht verloren und ist kopfüber auf den Randstein aufgeschlagen“, sagt der Leiter des Faschingskomitees, Josef Schlatterer. Mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen wird er mit dem Hubschrauber sofort in ein Münchner Klinikum geflogen.

„Wir haben natürlich überlegt, die Veranstaltung abzubrechen“, sagt Johannes Böller vom Faschingskomitee. Bei einer Sicherheitsbesprechung entscheiden sich Komitee, Polizei, Rathausvertreter und Rotes Kreuz dagegen. „Wir haben uns intensiv zusammengesetzt und überlegt, was das Beste für alle Beteiligten ist. Wir wurden über den Zustand des jungen Mannes auf dem Laufenden gehalten“, erklärt Bürgermeister Franz Obesser. Denn eine laufende Veranstaltung zu unterbrechen, bei der rund 17 000 Menschen alkoholisiert ausgelassen feiern, könne schlimme Folgen nach sich ziehen. „Die wenigsten haben den Unfall gesehen. Hätten wir die Veranstaltung von jetzt auf gleich abgebrochen, hätte das zu einer Massenpanik führen können“, so Polizeisprecher Roland Itzstein. Zum Glück stellt sich bald heraus, dass sich der 21-Jährige außer Lebensgefahr befindet.

Der Unfall erinnert Johannes Böller an den Umzug vor fünf Jahren, als ein 20-Jähriger aus Altomünster unter einem Bulldog eingeklemmt wurde. Damals brach das Faschingskomitee die Veranstaltung ab. „Das war eine ganz andere Situation. Der Unfall ereignete sich zu Beginn der Veranstaltung, die meisten Faschingsgäste haben gesehen, was passiert war“, erklärt Itzstein. „Die Feuerwehr musste damals den Bulldog mit einem Kran hochheben, um den jungen Mann zu retten.“ Aber auch der Altomünsterer hatte viel Glück im Unglück und überlebte den Unfall schwer verletzt. Bei einem weiteren Unglück vor elf Jahren stürzten mehrere Mitfahrer von einem Wagen aus Haimhausen, der auf dem Nachhauseweg bei Pasenbach auf spiegelglatter Fahrbahn in einem Kreisverkehr ins Schleudern kam und in den Graben rutschte. Vier Unglücksopfer mussten ins Krankenhaus.

Seit dem Unfall bei Pasenbach ist es bei allen Faschingszügen im Landkreis verboten, außerhalb des Umzugs Personen auf den Ladeflächen zu befördern. Das Indersdorfer Faschingskomitee war dabei treibende Kraft, dass die Auflagen und Sicherheitsbestimmungen spürbar erhöht wurden.

Der Unglückswagen wurde am Sonntag sofort nach dem Unglück untersucht. Die Brüstung des Wagens ist 1,20 Meter hoch. „Selbst ein schwer alkoholisierter Fahrgast kann nicht vom Wagen fallen, da der Körperschwerpunkt immer unterhalb der Brüstung liegt“, erklärt der Polizeipressesprecher. „Klettert natürlich jemand über die Brüstung, ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Um das zu verhindern, müssten wir aber aus allen Wagen Käfige machen.“

reg/ans

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