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Viel Widerstand musste überwunden werden, dami t in Ainhofen das Schulhaus gebaut werden konnte. Heute erinnert nur noch der Straßenname an das Gebäude.

Erbaut 1923

In Ainhofen gab es einst eine Schule - trotz Widerstand

Vor fast 100 Jahren wollten die Ainhofener ihre eigene Schule bauen. Das taten sie dann auch, allen Widerständen zum Trotz.

Ainhofen – Dass es in Ainhofen – einst die flächenmäßig größte Gemeinde im Landkreis – eine Schule gab, wissen nur noch die Älteren im Ort, denn dort wurde 1972 letztmals unterrichtet. Die Schule umfasste zwei große Klassenzimmer, eine Lehrerwohnung und die Gemeindekanzlei. Gebaut wurde diese Volksschule im Jahre 1923, und würde sie noch stehen, würde sie heuer ihren 96. Geburtstag feiern.

Nur die Straße „Am Schulberg“ erinnert heute noch an die Bildungseinrichtung, die viele Jahre von dem Lehrerehepaar Max und Hilde Rieder vorbildlich geleitet wurde. Das einstige Schulareal hat die Marktgemeinde Indersdorf zum Bau von Doppelhaushälften im Einheimischen-Modell veräußert. Die ehemaligen Schüler im Ort erinnern sich noch gut an den handballbegeisterten Lehrer. Als Sportplatz diente den Schülerinnen und Schülern ein Hang am heutigen Feuerwehrhaus.

Über den Bau des Schulhauses geben die Aufzeichnungen des Ainhofener Wagnermeisters Johann Ostermair Aufschluss. Er berichtet von großer Aufregung, als im Januar 1923 bekannt wurde, dass eine Schule gebaut werden soll. Damals war Johann Hefele senior noch Bürgermeister. Er hatte es nach rund 20 Jahren endlich geschafft, mit neuen wohlgesonnenen Gemeinderäten den Wunsch nach einer Schule in die Tat umzusetzen. Hefele hatte damals einen schweren Stand, da so ein Schulhaus viel Geld kostete.

Viele Gegner des Baus kamen damals aus Gundackersdorf. „Die großen Bauern, die zur Gemeinde gehörten, wollten dem kleinen Ainhofen dieses Ansehen nicht gönnen“, heißt es in den alten Aufzeichnungen. Aber der Bürgermeister und sein Helfer Anton Doll hätten mit großer Energie und Mut all die Hindernisse aus dem Weg geräumt. Feindschaften seien allerdings unvermeidbar gewesen.

Das Schulhaus ist vor allem durch den Zusammenhalt der Dorfbevölkerung fertig geworden. Zur Finanzierung des stattlichen Baus wurde pro Bürger eine Umlage festgelegt. Wer dieses Geld nicht aufbringen konnte, hatte die Möglichkeit, es durch Mithilfe beim Bau abzudienen. Den Aufzeichnungen ist aber zu entnehmen, dass die Auswärtigen lieber zahlten, um ja nicht in Ainhofen arbeiten zu müssen. An Handwerker wurden nur die Maurer- und Zimmererarbeiten vergeben, alles andere haben die Ainhofener in Eigenregie bewältigt, sodass zuletzt an die fleißigen Helfer sogar noch Geld ausbezahlt wurde.

Der Bau wurde dann günstiger als geplant – weil in Indersdorf ein Pferdestadel abgebrochen wurde. Alles Material, was ging, wurde in die Ainhofener Schule eingebaut. Drei Wochen lang mussten die Ainhofener zum Abbrechen des Stadels nach Indersdorf fahren. Da aber der Dachstuhl nicht passte und sich obendrein gerade eine gute Gelegenheit zum Verkaufen eröffnete, wurde der Dachstuhl kurzerhand für drei Millionen Mark veräußert. Unterm Strich waren die Steine für den Schulhausbau fast umsonst. „Holz bekamen wir auch noch geschenkt, sodass der neue Bau lange nicht so teuer kam wie es anfangs schien“, schreibt Ostermair und verweist auch noch auf den Staatszuschuss, den man bekam.

Am 1. Oktober 1923 wurde der Bau übergeben. Der Unterricht begann zunächst mit einem Hilfslehrer, bevor ab 1. Dezember 1923 dann ein Lehrer aus Weichs, nämlich Georg Reindl, der Sohn des Wongbauern, in Ainhofen unterrichtete.

Josef Ostermair

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