Mit alten Wirtshaus-Liedern begeisterten die Arnzeller Sänger ihr Publikum beim Jubiläumsauftritt.
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Mit alten Wirtshaus-Liedern begeisterten die Arnzeller Sänger ihr Publikum beim Jubiläumsauftritt.

Musiker-Jubiläum

Arnzeller Sänger wachsen über sich hinaus

Im brechend vollen Wackerl-Saal haben über 200 begeisterte Gäste das 40-jährige Bestehen der Arnzeller Sänger gefeiert. Schorsch Geißler, Hans Hecht und Franz Neumüller bilden dieses weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Trio.

VON JOSEF OSTERMAIR

Arnzell – Bezirkstagspräsident Sepp Mederer und Bürgermeister Franz Obesser gratulierten Schorsch Geißler, Hans Hecht und Franz Neumüller zu deren Jubiläum. Beide betonten, dass die Arnzeller Sänger in vier Jahrzehnten eine riesige Zahl von Zuhörern zu allen möglichen Anlässen großartig unterhalten haben. Sie brachten auch die Bedeutung der Bewahrung der Volksmusiktradition zum Ausdruck und freuten sich, dass die Arnzeller zusammen mit vier Musik-und Gesangsgruppen aus der Region den Jubiläums-Hoagascht groß aufgezogen hatten.

Mit dem Lied „Jessas Leid heit gibt’s a Musi“ begrüßten die Arnzeller ihre Gäste und stellten die Seratiner, den Frauen-Dreigesang Herbstzeitlos, die Gruppe „Grod no“ und den Haberer Zwoagsang als Mitwirkende vor.

Zu ihrem Jubiläum hatten die Arnzeller natürlich eine Reihe neuer Lieder einstudiert. Das in den vergangenen Jahrzehnten gesungene „Mir san drei fesche Burschen“ haben sie dem Lebensalter angepasst und zur Belustigung der Zuhörer in „Nehmt’s uns Oideumgetextet. In den Liedern „Das Vogelnest“ und „I hab an ganz an guadn Freind“ beschreiben die Arnzeller lustige und unerwartete Abenteuer des Lebens.

Mit stets launigen Worten kündigten sie immer wieder ihre Werke an und stellten damit eine gute Verbindung zum Publikum her. Das Stimmungsbarometer stieg schon vor der Pause mit der musikalischen Geschichte „Heid ramas s’Scheißhaus aus“ kräftig nach oben. Beim Refrain „...und Odl, Soach und Orschpapier“ stimmte das Publikum eifrig in diese etwas derbe Geschichte mit ein, sodass sowohl den Sängern als auch den Musikanten vor Lachen Tränen in den Augen standen.

Das schon in den 80er-Jahren häufig gesungene „Da muaß oana hi wern, ob er wui oder net“ war ein weiteres Stück, das die heimatverbundenen Zuhörer gerne hörten. Und anschließend bekam Schorsch Geißler mit seinem hohen Lob auf das Bier zur Melodie des Gefangenenchors aus Nabucco tosenden Beifall. Als gar nicht so besinnlich wie angekündigt, stellte sich das Stück „Morgenrot, Morgenrot, unsere alte Sau ist tot“ heraus.

Michael Heine aus Randelsried verstand es, in seiner schelmischen Art und Weise mit Versen, Anekdoten und Witzen eine gute Verbindung zwischen den musikalischen Darbietungen herzustellen.

In hervorragender Weise ergänzten sich die teilnehmenden Gruppen: Der Frauen-Dreigesang Herbstzeitlos überzeugte mit seinen feinen Stimmen und der exakten dreistimmigen Intonation seiner Lieder. Die drei Damen begrüßten den Herbst und besangen die Liebe. Besonders beim Couplet „Wenn i amoi heirat“ stellten sie hohe Ansprüche an die Männerwelt.

Bei den Seratinern, diesen fünf jungen Bläsern, konnten die Gäste die Spielfreude nicht nur hören, sondern auch sehen. Ihre musikalischen Leckerbissen waren der „Maxglaner Zigeunermarsch“ und „Dem Land Tirol die Treue“. Zum Arnzeller Jubiläum gratulierten sie mit dem Bayerischen Defiliermarsch.

Vollblutmusikanten verbergen sich auch hinter der Gruppe „Grod no“. Mit Ziach, Kontrabass und Klarinette interpretierten die drei Mannsbilder den „Böhmischen Traum“ und das Lied „Auf der Streif“ in ihrer eigenen unverwechselbaren Art.

Mit einem Glückwunschlied wartete der Haberer Zwoagsang (Gisela und Sigi Bradl) auf, denn die beiden verbindet eine jahrelange freundschaftliche Verbindung zu den Arnzellern. Beim Fuhrmannslied der Haberer durfte sich erneut das Publikum einklinken. „A ganze Weil hamma heid gsunga und gspuid“, dieses Lied war der Schlusspunkt der Arnzeller nach über drei Stunden grandioser Unterhaltung.

Für die vielen Gäste und Musiker war es ein zünftiger, lustiger und auch kulinarisch gelungener Abend beim Wackerl-Wirt.

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