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In seiner Paraderolle als braver Soldat Schwejk amüsiert Hansi leber das Publikum.

Heimatverein Indersdorf hat zum Derblecken eingeladen

Viel Nostalgisches mit dem Soldaten Schwejk

„Er ist wieder da – Soldat Schwejk“, unter diesem Motto lädt seit einigen Jahren der Heimatverein Indersdorf in das Augustiner Chorherren Museum ein. Und auch heuer war es ein humorvoller Abend, den Hansi Leber in seiner Paraderolle als braver Soldat Schwejk für das Publikum auf die Beine stellte.

Indersdorf–  20 Jahre lang hat Hansi Leber das Derblecken im Landkreis Dachau mit dieser Rolle geprägt Jetzt ließ er einige Episoden daraus wieder neu aufleben.

Zuerst durch einen Filmauszug aus dem zweiten Auftritt seiner Karriere als Soldat Schwejk, den er 1993 im Sportheim absolvierte. Eines von vielen historischen Dokumenten, die zeigen, wie Leber in dieser Rolle zwei Jahrzehnte lang die Geschichte der Marktgemeinde auf seine Weise mitgeschrieben hat.

Unter den sich köstlich amüsierten Besuchern im Schneiderturm war auch der amtierende Bürgermeister Franz Obesser, der selbst etliche Jahre Starkbierredner in Langenpettenbach war. Auch Obesser findet es immer wieder erstaunlich, Hansi Leber zuzuhören und zuzusehen, wie er in seiner unnachahmlichen Art und dem speziellen böhmischen Dialekt als braver Soldat Schwejk die Leute und verschiedene Themen derbleckt hat.

So wie damals 1993, als im Sportheim sichtbar noch gequalmt wurde, was das Zeug hielt. Für die Gäste war der Film vor allem eine nostalgische Reise in die Vergangenheit. Viele Gesichter im Film erkannten sie jetzt auch rund ein Vierteljahrhundert später gleich wieder, beispielsweise Josef Kaspar, in seiner Funktion als Bürgermeister.

Andere wiederum sind leider schon verstorben. Die damaligen Sportvereinsfunktionäre Gustl Hinze, Sepp Böck oder Hans Rammelmeier bekamen ebenso ihr Fett ab, wie speziell die Fußballer, denen empfohlen wurde, mit den Stockschützen ins Trainingslager zu gehen, damit wenigstens die Schluckmuskeln trainiert werden.

Nach einer kurzen Pause schlüpfte Leber dann selbst noch einmal in die Soldatenuniform, und derbleckte sich in Anspielung auf sein Gewicht zum Auftakt gleich selbst: „Mal schauen, ob ich da überhaupt noch reinpasse, wegen der vielen kleinen Kalorienmännchen, die es gibt“. Er passte rein, „auch wenn ich fast nicht schnaufen oder sprechen kann“. Dann legte er los wie eh und je, und präsentierte Auszüge aus einigen seiner früheren Auftritte.

Jeder, der ihn damals im Original nicht erlebte, konnte hier erahnen, mit welchem Witz und hintersinnigem Humor und trotzdem mit reichlich Feingefühl für die Situation er derbleckte. Selbstverständlich kam dabei die Politik nie ungeschoren davon: „Ich hätte noch mehr Respekt vor den Politikern, wenn die CSUler jeden Sonntag eine Stunde in die Kirche gehen würden, jeder Sozi eine Stunde Sozialarbeit und jeder Grüne eine Stunde Müll sammeln würde.“ Der eigentlich so brave Soldat Schwejk wusste früher schon, warum ein grüner Bürgermeister nie anzapfen würde: „Weil die nicht spritzen wollen.“

Viel zu lachen gab es für das Publikum bei Schwejks Visionen von einem Glonntal-TV, die von ihm mit heiteren Werbepotpourries aufgefrischt wurden. Zu den Klassikern in Lebers Reden gehörte auch das Philosophieren über historische Sammlungen. So etwa den Parteibüchern vom Dr. Hans Hartl in sämtlichen Farben, von einem Fußball, mit dem der Böck Sepp noch spielte, von einem Hufeisen, das der Rabl noch bog. Auch ein offener Panzerschrank, der noch dazu im noch ebenfalls unverschlossenen neuen Indersdorfer Rathaus stand, wurde in Erinnerung gerufen. In Anspielung an einen örtlichen Bauträger vermutete der Schwejk schon, dass Indersdorf mal in „Schusterhofen“ oder so umbenannt wird.

Vieles war beim jetzigen Live-Auftritt von Leber wie früher, nur sein „Krigerl“ für den Trinkspruch hatte er nicht mehr dabei. Dafür prostete er mit einem Halbeglas dem Publikum, das ihn mit viel Beifall bedachte, genüsslich zu. Gerne gab Leber noch eine Zugabe, bevor er dem Vorsitzenden des Heimatvereins Anton Wagatha, der ihm als kleinen Dank einen Rotwein aus dem Indersdorfer Anbaugebiet in Krems überreichte, versprach, auch im kommenden Jahr hier wieder aufzutreten. Für den Auftritt hat er schon eine Überraschung geplant: Sie soll mit dem Indersdorfer Faschingssonntag zu tun haben.  

Heinz Nefzger

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