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Sind sehr zufrieden mit dem Büchermarkt: Das Organisationsteam Regula Beer und Jürgen und Helga Haß (v.l.). 

Neue Besitzer für 4000 gebrauchte Bücher

Rekordbesuch beim größten Büchermarkt im Landkreis

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Mehr als 4000 gebrauchte Bücher haben beim größten Büchermarkt im Landkreis einen neuen Besitzer gefunden. Die Aktion ist für einen guten Zweck.

Indersdorf– So etwas wie am vergangenen Samstag hat er noch nie erlebt: Menschen, Menschen und noch mehr Menschen stöberten in der Aula der Indersdorfer Mittelschule in Apfelkisten – es waren nur keine Äpfel drin, sondern gebrauchte Bücher. Jürgen Haß arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der Organisation des größten Büchermarkts im Landkreis Dachau. Mehr als 25 000 Werke stehen hier bereit, um für einen guten Zweck verkauft zu werden. Am Wochenende fanden heuer wieder 4000 Bücher neue Besitzer. Das Geld geht an den Indersdorfer Heimatverein.

Jürgen Haß liebt die Arbeit für den Büchermarkt. Das merkt man spätestens daran, dass er nur einen Tag danach bereits um 10.17 Uhr sagt: „Jetzt, nachdem ich mich von den Strapazen wieder erholt hab, bleibt nur die Freude.“ Am Samstag, das sei absoluter Rekord gewesen. „Sowas haben wir überhaupt noch nie erlebt, so viele Menschen waren da.“ Auch der Sonntag war gut besucht. Haß freut sich, dass auch in der digitalen Zeit Bücher noch so eine große Anziehungskraft auf die Leute haben. „Wir waren überwältigt, wie viele Menschen noch am Lesen begeistert sind“, sagte Haß gestern.

Die drei Hauptorganisatoren Jürgen und Helga Haß (71 und 70 Jahre alt) und Regula Beer arbeiten monatelang an der Vorbereitung für den Markt. Sie nehmen Bücherspenden entgegen, sortieren die Werke und bereiten sie für den Verkauf vor. Bereits bei dem Markt am Wochenende wollten die Besucher wissen: „Wann können wir wieder Bücher abgeben?“ Jürgen Haß lacht. Er denkt auch schon wieder an den nächsten Büchermarkt: „Wahrscheinlich fangen wir am 4. Oktober wieder mit Sammeln an.“ Denn Haß weiß: Der Heimatverein ist schwer verschuldet, „und hat jeden Cent bitter nötig“. Deswegen investiert er mit seinen Helfern unzählige Stunden Arbeit in das Projekt. Allein könnten die drei die Arbeit nie bewerkstelligen. Viele Helfer stehen ihnen zur Seite. Ihr Engagement rührt Haß immer wieder: „Da muss ich keinen anrufen und lange bitten. Kaum ist der Markt vorbei, stehen sie parat und fragen: Was kann ich tun?“ Besonders für die Unterstützung von Joe Schlatterer ist Haß unendlich dankbar: „Er besorgt immer einen Traktor und einen Hänger und lagert die restlichen Bücher in Gitterboxen kostenlos bei sich in einer Halle.“ Sortieren dürfen die Organisatoren seit Jahren in einem Lagerraum von Bäckermeister Hans Pest.

Für die viele Arbeit sind nicht nur die Spenden, die zusammenkommen, ein Lohn – „es ist einfach so schön, zu sehen, wie sich die Kinder und Jugendlichen noch für Bücher begeistern können“, sagt Haß. Deshalb will er sich noch lange für den Büchermarkt engagieren.

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