+
Hier startet das Bussi: Bürgermeister Franz Obesser, Daniela Kreitmeier (Gemeindeverwaltung) und Geschäftsleiter Klaus Mayershofer (v.r.) vor der Bushaltestelle für die neue Buslinie am Marktplatz.

Probebetrieb für eine eigene Buslinie

Heute startet in Indersdorf das Bussi

  • schließen

Für alle, die in Indersdorf nicht mobil sind, hat sich die Gemeinde etwas Tolles überlegt: Sie startet ihre eigene Buslinie durch den Ort. Vorrangig für Senioren und betagte Leute – aber grundsätzlich für jeden. Für einen Euro geht’s an zwei Wochentagen zu den wichtigsten Haltepunkten. Das Projekt startet heute. Der Name für den Bus: sehr ungewöhnlich.

Indersdorf– Bussi. Kein Witz. So heißt Indersdorfs neue eigene Buslinie. Da muss Ideen- und Namensgeber Bürgermeister Franz Obesser selber lachen. „Wir wollten einfach, dass unser Bus einen netten Namen bekommt. Und man nicht sperrig: ,Seniorenbuslinie Indersdorf’ sagen muss. Zum Bummerl hat früher ja auch kein Mensch A-Linie gesagt.“ Und so ein Bussi, das verbindet ja schließlich auch die Menschen. „Es sollte ein Name sein, der sagt: Das verbindet den Ort, das gehört dazu, das nimmt man gerne an“, erklärt Obesser. Bussi setzt sich zusammen aus: Bus Senioren Indersdorf.

So sieht er aus: der Fahrplan für die gemeindeeigene Busline „Bussi“. An Feiertagen finden keine Fahrten statt.

Die Fahrten finden immer dienstags und donnerstags mit Kleinbussen statt. Platz ist für acht bis neun Leute, auch Rollatoren können mitgenommen werden. Das Prinzip funktioniert wie folgt: Der Bus fährt alle Haltestellen in drei Zyklen ab. Heißt, wer in Runde eins vom Marktplatz ins Gewerbegebiet fährt und wieder zurück will, steigt einfach bei der nächsten Runde wieder ein. Nach einem kurzen Aufenthalt am Bahnhof, am Ende der Strecke, geht es wieder zurück zum Marktplatz und von vorne los (siehe Fahrplan oben). Nach dem dritten Mal ist Schluss. Die Zeiten wurden so gewählt, dass es Anschluss zur S-Bahn nach München gibt. Eine Fahrt kostet einen Euro.

„Wir wollten, dass die Leute von A nach B kommen und auch Zeit haben, etwas zu erledigen, und dann wieder zurückfahren können“, erklärt Obesser das Konzept. Die Idee für die eigene Buslinie kam ihm im Mai 2016, als sich zeigte: Das Ruftaxi rentiert sich hier nicht. Lediglich die Verbindung Krankenhaus und Bahnhof wurde genutzt. Deshalb einigten sich die Gemeinderäte damals darauf, das Ruftaxi einzustampfen und das Geld lieber in eine eigene Linie zu stecken, die sie selbst entwickeln wollten. Im vergangenen Sommer präsentierte Obesser im Gemeinderat die Idee zur Seniorenbuslinie mit den 13 Haltestellen. Alle waren einstimmig dafür, im Herbst wollte die Gemeinde loslegen. Wegen bürokratischen Schwierigkeiten verzögerte sich das Projekt aber bis jetzt. „Jetzt haben wir mit dem Busunternehmen Schilcher einen tollen, ortsansässigen Partner“, sagt Obesser.

Nun müssen die Indersdorfer das Bussi nur noch annehmen. Bis zum 31. Juli läuft der Probebetrieb. Dann zeigt sich, ob das Bussi weiterrollt. Rückmeldungen sammelt der Busfahrer.

Die erste Fahrt mit
dem Bussi

startet am heutigen Donnerstag um 13.30 Uhr am Marktplatz. Auch der Bürgermeister fährt mit. Für jeden, der dabei ist, gibt’s einen Gutschein für eine Gratisfahrt. Alle Fragen zum Bussi beantwortet die Gemeinde unter Telefon 0 81 36/93 40.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

In 40 Jahren 1600 mal aufgetreten
Sie haben viele Auftritte in der Gemeinde Altomünster und der weiteren Region sowie ein breites Repertoire. In die Herzen ihrer Zuhörer haben sich die Pipinsrieder …
In 40 Jahren 1600 mal aufgetreten
Mit krankem Herz auf großer Radtour
Trotz, nein, wegen seiner schweren Herzkrankheit haben Werner und Anni Haberditzl jetzt mit dem Rad ganz Deutschland von Nord nach Süd durchquert. In 14 Tagen von der …
Mit krankem Herz auf großer Radtour
Aggressive Hündin büxt immer wieder aus
Seit einiger Zeit treibt ein 50 Kilogramm schwerer Vierbeiner in Vierkirchen sein Unwesen. Einige Hundebesitzer bewaffnen sich bereits mit Pfefferspray, um sich im …
Aggressive Hündin büxt immer wieder aus
Lebensretter aus Leidenschaft
In den vergangenen vier Jahren hat die Wasserwacht vier Tote aus dem Karlsfelder See geborgen. Mehr als in den Jahren zuvor. Schuld daran ist nicht zuletzt die 2014 …
Lebensretter aus Leidenschaft

Kommentare