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Zu Gast in Indersdorf: Der Chor „A Cappella Bavarese“ unter Leitung von Reinhold Wirsching (links).

„A Cappella Bavarese“ und Schulchöre singen in Indersdorf

Spannende Kooperation

Der Lehrerchor A Cappella Bavarese wollte schon lange gemeinsam mit einem Schulchor singen. In Indersdorf wurde der Wunsch nun wahr. Sehr zur Freude der Zuhörer.

Indersdorf – „Words and Visions“ – unter diesem Motto stand das gemeinsame Konzert des Chores „A Cappella Bavarese“ und Schülern des Gymnasiums Markt Indersdorf. Mit Songs und Spirituals aus aller Welt brachten die Sänger unterschiedlichsten Alters das Publikum zum Jubeln.

Der Chor „A Cappella Bavarese“ setzt sich aus etwa 60 Erwachsenen zusammen, die größtenteils als Lehrer der verschiedensten Fächer und Schularten unterrichten. 1996 durch die Privatinitiative einiger singbegeisterter Pädagogen entstanden, hat sich der Chor mittlerweile etabliert und nimmt auch Mitglieder anderer Berufsgruppen auf. Das A-Cappella-Ensemble trifft sich mehrmals im Jahr zu Probenwochenenden in ganz Bayern und gibt anschließend am jeweiligen Ort ein Konzert, oftmals gemeinsam mit dort ansässigen Chören. Der Karlsfelderin Gabriele Dörfler ist es zu verdanken, dass die letzte Probenphase in Indersdorf stattfand.

Die Zusammenarbeit war für alle Beteiligten ein absolutes Novum. „Schon lange war es der Wunsch unseres Chorleiters Reinhold Wirsching, etwas mit einem richtig guten Schulchor zu machen“, erzählte Gabriele Dörfler in ihrer Ansprache. Deswegen holte Wirsching die Musiklehrerin Tanja Wawra mit ins Boot, die am Gymnasium Markt Indersdorf die Chorklassen sowie das Vokalensemble der Oberstufe für das Konzert begeistern konnte. „Die freuen sich immer über Auftritte, das gibt ihnen einen neuen Kick“, sagte Wawra über ihre Schützlinge.

Doch nicht nur die Mitglieder der „A Cappella Bavarese“ freuten sich auf das Projekt: „Normalerweise hören die Lehrer uns bei den Schulkonzerten zu“, sagten die Schüler des Unterstufenchores, die das Konzert eröffneten. „Umso gespannter sind wir Schüler jetzt, was wir von den Lehrern zu hören bekommen.“

Die Friedenskirche war voll besetzt, es mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Der Abend begann mit dem Auftritt der Jüngsten: Im GMI gibt es in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe je eine Chorklasse, die Siebtklässler bleiben aber nach Abschluss der Klasse häufig im Unterstufenchor. Beim Konzert begeisterten Kinder der sechsten und siebten Stufe die Zuhörer, etwa mit einem hebräischen Lied oder Leonard Cohens „Hallelujah“. Die jungen Sängerinnen und Sänger hatten sich choreografische und teilweise auch schauspielerische Elemente überlegt, und schon nach dem zweiten Stück gab es großen Applaus und Jubelrufe.

Cohens „Hallelujah“ bekam das Publikum gleich zweimal zuhören. Der Chor „A Cappella Bavarese“ bot eine spannende Bearbeitung ihres Leiters Reinhold Wirsching. Der Lehrerchor schloss an den Auftritt der Kinder mit großem Enthusiasmus an. Man konnte den Mitwirkenden förmlich die Freude am Singen ansehen, als sie mit hervorragender Intonation und Präzision teilweise wirklich schwere Stücke vortrugen. Die Pädagogen nahmen die Gäste mit einem sehr abwechslungsreichen Programm mit auf eine musikalische Reise: Sie sangen Lieder und Spirituals unter anderem von schwedischen Komponisten, aus Haiti oder Südafrika.

Die energiegeladene Stimmung nach dem Auftritt der Erwachsenen griff das Vokalensemble der Oberstufe auf. Die Teenager aus der elften und zwölften Klasse strahlten ihre Zuhörer an und überzeugten ebenfalls mit viel Pep und Engagement. Sie begannen mit dem Spritual „Wade in the Water“, bevor sie ansagten: „Alle Single-Ladies im Publikum sollten sich jetzt Regenschirme holen, es sind ungewöhnliche Wetterverhältnisse gemeldet.“ Dies bezog sich auf die nächste Nummer „It’s Raining Men“.

Der Unterstufenchor trat als Rahmenprogramm auch zum Konzertende noch einmal auf, danach wurde es auf der Bühne so richtig voll: Lehrerchor und Vokalensemble der Oberstufe schlossen das Programm gemeinsam mit „Trees“ von Erik Esenvalds ab, den Solosopran sang die Siebtklässlerin Zoe Zimmermann. Das Publikum war von dem schönen Stück gerührt und vom gesamten Konzert begeistert, sodass sie allen Beteiligten mit tosendem Beifall und stehenden Ovationen dankten.

„Da geht mir das Herz auf“, fand Chorleiter Reinhold Wirsching. „Wo sich Menschen in etwas so Schönes vertiefen, da wird auch die Welt schöner“, sagte er. Um dies auch zu den Gästen zu transportieren, durften alle Zuhörer voller Begeisterung bei dem Schlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ mitsingen. Susanna Morper

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