Audio-Guides: Die Abiturienten und ihre Unterstützer stellten ihre neuen Museumsführer im Augustiner Chorherren-Museum vor.  cla

Abiturienten entwickeln Audio-Guides für Museum 

Ein P-Seminar schreibt Geschichte

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Eine beachtliche Leistung haben 13 Abiturienten des Indersdorfer Gymnasiums vollbracht, die in einem P-Seminar Audio-Guides fürs Chorherren-Museum erstellten. Die Museumsführer sind eine Zeitreise.

Indersdorf – Einmal eintauchen in alte Zeiten, hautnah erleben, wie der Alltag unserer Vorfahren war und historische Persönlichkeiten kennenlernen: So eine Zeitreise ist ab sofort im Chorherren-Museum Indersdorf möglich – dank 13 Oberstufenschülern des Indersdorfer Gymnasiums: Im Rahmen eines P-Seminars haben sie einen Museumsführer geschaffen, der trockene Geschichte lebendig werden lässt.

„Die beiden Jugendlichen Anna und Leon reisen durch die Jahrhunderte und treffen dabei verschiedene historische Personen“, erklärte Holger Klinger, einer der Schüler, bei der offiziellen Vorstellung. „Wir wollten einen Audio-Guide machen, der auch unterhaltsam ist.“

Ein Jahr lang haben die Jugendlichen gemeinsam mit ihrem Lehrer Thomas Höhenleitner, Mediencoach Geli Schmaus vom Bayerischen Rundfunk sowie Dr. Elly Ott vom Chorherren-Museum an dem Projekt gearbeitet. Eigentlich wären nur sechs oder sieben Audios geplant gewesen – doch dann kam bei den Recherchen immer mehr interessantes Material zusammen. So wurden es am Ende 16 Hörstücke mit einer Gesamtlänge von einer Stunde, 17 Minuten und 22 Sekunden.

„Es war auch für mich ein Audio-Guide der Extraklasse“, sagte Journalistin Geli Schmauch. „Es ist wirklich unglaublich, wie viel Arbeit die Schüler da reingesteckt haben.“ Die Recherchen waren aufwändig, lange feilte die Gruppe an ihrem Konzept. Immer wieder mussten Ideen umgeworfen und Texte umgeschrieben werden.

„Am Anfang war es ungewohnt, in der gesprochenen Sprache zu schreiben und darauf zu achten, dass zum Beispiel die Sätze nicht zu lang sind“, so Schülerin Marie Mücke. Der Audio-Guide ist dialogisch aufgebaut, der Museumsbesucher hat den Eindruck, bei einer echten Gruppenführung dabei zu sein – gemeinsam eben mit Anna und Leon.

Doch die beiden Jugendlichen – und damit auch die Zuhörer erleben weit mehr als bei einen normalen Museumsrundgang: Denn unerklärlicherweise landen Anna und Leon plötzlich im Jahr 1783 auf dem Vorhof der Klosterkirche und treffen dort Probst Johann Sutor – der Mann, den sie eben gerade noch auf einem großen Porträt im Museum gesehen haben. Sutor führt sie ins Klosterleben ein und erklärt ihnen, wie die Mönche damals lebten, wie das Kloster zu seinem Reichtum kam und was seine wirtschaftliche Bedeutung war – während die Besucher im Chorherrenmuseum die passenden Dokumente, Bilder und Gegenstände zu den Informationen bestaunen können.

Später gibt es weitere Zeitsprünge: Ein anderer Probst berichtet zum Beispiel von den wissenschaftlichen Forschungen der Mönche, Pilger erzählen von den Heiligen, die sie verehren, und ein Mitglied einer Rosenkranzbruderschaft erklärt, was seine Gruppe macht, um Verstorbenen die Zeit im Fegefeuer zu verkürzen.

Am Ende kommen Anna und Leon natürlich wieder in der Gegenwart an und treffen ihre Gruppe wieder. Zu der ist inzwischen Heimatgeschichtsforscherin Anna Andlauer gestoßen, die schildert, wie das Kloster nach der NS-Zeit als Kinderheim genutzt wurde.

Alle Audios sind mit viel Liebe zu Details gestaltet, im Hintergrund sind immer passende Geräusche wie Glockenläuten oder geschäftiges Treiben zu hören. Die Schüler haben sogar eine Petershauser Gebetsgruppe besucht, bei der sie das Vaterunser auf Lateinisch aufnehmen konnten. Die Texte durften sie zum Schluss in den Tonstudios des Bayerischen Rundfunks einsprechen.

„Es hat Spaß gemacht, einmal miterleben zu können, wie dort alles abläuft“, findet Simone Mertl. Sie war vor dem Seminar schon einmal im Chorherren-Museum in Indersdorf. „Da habe ich mir schon gedacht, dass so ein Audio-Guide eine gute Idee wäre.“ Ähnlich sieht es Sebastian Schmailzl aus Vierkirchen. „Mich interessiert die Geschichte der Heimat“, sagt er. Der 18-Jährige beherrscht Bairisch, das kam ihm für die Rolle eines armen Bauern zugute. „Wir haben bei der Sprache der Personen darauf geachtet, dass sie authentisch ist“, erklärt er. Denn der Kurs hatte ein ehrgeiziges Ziel. „Wir wollten etwas für die Nachwelt schaffen.“ Das ist den Abiturienten gelungen.

Die Audio-Guides sind auch online unter www.zuhoeren.de/index.php?id=913 zu hören.

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