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Im Indersdorfer Krankenhaus haben sich drei Pflegekräfte und sechs Patienten mit dem Coronavirus infiziert.

Positives Ergebnis nach Reihentestung

Corona-Ausbruch in Indersdorfer Klinik: Pflegekräfte und Patienten infiziert

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Helios Amper-Klinik Indersdorf hat mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen. Wie das Dachauer Landratsamt bestätigte, sind sechs Patienten und drei Mitarbeiter infiziert.

Indersdorf – Die rund 150 Mitarbeiter der Indersdorfer Helios Amper-Klinik werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie im wöchentlichen Turnus einer sogenannten PCR-Reihentestung unterzogen. Damit sollen Mitarbeiter, die mit dem Coronavirus infiziert sind, aber bis dahin keine Krankheitssymptome aufweisen, erkannt und umgehend in Quarantäne isoliert werden. Seit Herbst wurden diese Bemühungen noch verstärkt, indem die Mitarbeiter zusätzlich zu den PCR-Tests auch noch sogenannten Antigen-Schnelltests unterzogen wurden. Patienten wurden ohnehin nur aufgenommen, wenn sie ein negatives Testergebnis vorzeigen konnten.

Der Grund für dieses strenge Vorgehen ist klar: „Wir wissen, was unser Klientel ist“, so Dr. Björn Johnson, Chefarzt der auf Altersmedizin spezialisierten Indersdorfer Klinik. Und betont: „Wir waren daher extrem vorsichtig.“ Die Tatsache, dass sein Haus neun Monate Corona-frei blieb, zeige denn auch, „dass wir wohl ein paar Sachen richtig gemacht haben“. Einen Corona-Ausbruch auf Dauer verhindern, sei aber – mitten in der zweiten Pandemiewelle – leider unmöglich.

Insofern hat es Johnson und seine Kollegen auch nicht überrascht, als ihn am Montag die schlechte Nachricht ereilte: Eine Pflegekraft war im Rahmen der Reihentestung als Corona-Infizierte festgestellt worden. Eine sofort veranlasste, umfassende Testung gestern ergab, dass zwischenzeitlich auch sechs Patienten sowie drei weitere Mitarbeiter positiv sind.

Immerhin, so Johnson: „Wir haben es extrem früh gemerkt.“ Demnach waren alle Mitarbeiter im Rahmen der Reihentestung kurz vor Weihnachten noch negativ; der „Effekt“, so Johnson, „muss also erst an Weihnachten aufgetreten sein“. Mit anderen Worten: Da sich die Pflegekraft wohl erst während der Weihnachtstage infiziert hatte, hatte sie wenig Zeit, das Virus an Kollegen und Patienten weiterzugeben.

Aktuell, betont der Chefarzt, sei keiner der Infizierten „richtig schwer krank“. Auch das Landratsamt bestätigt, dass alle nur „grippeähnliche Symptome“ aufwiesen. Dennoch wurden die Infizierten sofort nach Dachau verlegt und ein zehntägiger Aufnahmestopp für das Indersdorfer Krankenhaus verhängt. Dadurch, so Johnson, würde die Situation in der ansonsten immer sehr gut belegten Klinik „bestmöglich entzerrt. Wir haben damit mehr Platz für unsere Patienten“.

Außerdem würde man die weitere Entwicklung genauestens verfolgen, analysieren und bewerten sowie „noch mehr, noch engmaschigere Test“ durchführen. Das Ziel, so Johnson, sei klar: „Dass wir die Situation mit diesen Maßnahmen schnell in den Griff bekommen und in einigen Tagen wieder ein komplett Corona-freies Haus sind.“

Die Versorgung des Dachauer Hinterlands mit einem Notarzt sei aber weiterhin gewährleistet, betont der Mediziner. Bislang seien von dem Corona-Ausbruch im Krankenhaus nämlich lediglich Pflegekräfte, aber keine Ärzte betroffen. Ohnehin ist Johnson wichtig zu versichern, dass vor allem die älteren Menschen im Landkreis nicht beunruhigt sein sollten: Die Indersdorfer Klinik werde weiterhin im Bereich der Altersmedizin ein sicherer Ort sein, man biete den Patienten – beispielsweise nach Operationen in Akutkrankenhäusern wie Dachau – „einen Schutzbereich, wo sie sich erholen können“.

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