An dieser Kreuzung geht es laut CSU oft „abenteuerlich zu“. Die Fraktion will die Situation entschärfen und wünscht sich einen Kreisverkehr.
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An dieser Kreuzung geht es laut CSU oft „abenteuerlich zu“. Die Fraktion will die Situation entschärfen und wünscht sich einen Kreisverkehr. Foto: fischer

Gemeinde folgt CSU-Antrag und fordert Kreisverkehr

CSU will Kreuzung entschärfen

  • vonChristiane Breitenberger
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Die Kreuzung mit Abzweigungen nach Indersdorf und Glonn bereitet der CSU Sorgen. Um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen, wünscht sie sich an dieser Stelle einen Kreisverkehr. Doch wer die Geschichten um die Indersdorfer Kreisel kennt, weiß: Das wird kein leichtes Unterfangen, ein zeitnahes schon gar nicht.

Indersdorf – Geht nicht, gibt’s nicht. Der Spruch ist plump, passt aber, wenn es um das Thema scheinbar unrealisierbare Kreisverkehre in Indersdorf geht. Denn die Indersdorfer Gemeinderäte, die schon lange dabei sind, wissen: Nur weil ihnen über ein Jahrzehnt erklärt wird, dass etwas nicht geht, heißt das nicht, dass es am Ende nicht doch klappt mit dem Kreisverkehr.

So war’s zumindest an der ehemaligen Katastrophenkreuzung Ludwig-Thoma-Straße/Dachauer Straße beim Gasthaus Funk. Viele, viele Jahre galt die Kreuzung als absoluter Unfallschwerpunkt bei der Dachauer Polizei. Zudem bildeten sich im Berufsverkehr ewige Staus durch den Ort. Den damaligen Kommunalpolitikern war die Situation ein Graus, über zehn Jahre lang versuchten sie, etwas zu ändern. Das Problem an der Stelle: Die Gemeinderäte waren machtlos. Denn die Dachauer Straße ist eine Staatsstraße, die Ludwig- Thoma-Straße eine Kreisstraße. Die Entscheidung über einen Umbau oblag daher nicht der Gemeinde, sondern dem staatlichen Straßenbauamt und dem Landkreis. Und die wollten nur eine Ampel installieren. Doch das wollte in Indersdorf niemand. Gemeinderäte, Kreisräte und Bürgermeister setzten sich immer wieder ein, und siehe da: Seit 2012 war der ganze Spuk vorbei, Indersdorf hatte dort endlich einen Kreisel.

Auch den Kreisverkehr am Lidl – auch ein ehemaliger Unfallpunkt – gäbe es noch nicht, „hätten wir damals aufs staatliche Bauamt gewartet und ihn nicht einfach gleich mitgebaut“, so Hans Lachner in der Sitzung.

In Augen der CSU gibt es jetzt wieder so eine ProblemKreuzung in Indersdorf: die Abzweigung Indersdorf/Glonn. Antragsteller und CSU-Ortsvorsitzender Jörg Westermair macht sich große Sorgen wegen dieser Kreuzung: „Was da zur Zeit abgeht, ist abenteuerlich“, viele „nutzen die Abbiegespur als Überholspur“. Viele Gemeinderäte, die „dort täglich unterwegs sind“, wie sie sagten, pflichteten ihm in ihren Wortmeldungen bei.

Wie so oft, wenn es um Projekte an großen Straßen geht, ist auch hier nicht die Gemeinde der Entscheidungsträger, sondern wegen der Staatsstraße wieder das staatliche Straßenbauamt. Das kennen die Gemeinderäte bereits aus früheren Projekten, wenn es um Kreisverkehre ging, und auch, was Andrea Waltinger von der Indersdorfer Bauverwaltung sagt: „Das Staatliche Bauamt würde hier gerne eine Ampellösung sehen.“ Doch damit stößt die Behörde bei den Indersdorfern auf keine Gegenliebe. „Eine Ampel wollen wir niemals!“, betonte Lachner in der Sitzung.

Was die langjährigen Indersdorfer Gemeinderäte ebenfalls wissen: Geht es um Projekte, für die das Staatliche Straßenbauamt benötigt wird, braucht man: Geduld. Viel davon. Helmut Ebert (FW) drückt es so aus: „Wir wissen, das wird ein langwieriger Prozess, die Mühlen malen hier sehr langsam. Fünf bis zehn Jahre – drunter geht da gar nichts.“ Andrea Waltinger bestätigte das: Obwohl die Kreuzung im Staatlichen Bauamt „als Unfallschwerpunkt bekannt ist, haben sie dort schlicht nicht die Planungskapazitäten dafür“.

Und weil die Gemeinderäte das wissen, aber wollen, dass sich die Situation schnell bessert, schlägt die CSU im Antrag noch Zwischenlösungen vor. „Als erstes könnte es helfen, die Geschwindigkeit von Tempo 80 auf 60 zu reduzieren“, erklärte Antragsteller Jörg Westermair. Zudem wünscht er sich an der Stelle eine Fahrbahnbegrenzung, wie sie auch an der Abbiegespur am Assenhauser Berg, der sogenannten Indersdorfer Gabel, installiert ist.

Einer, dem die Idee mit dem Kreisverkehr nicht gefällt, ist Florian Ebner. „Ich finde nicht, dass man gleich überall, wo es sich anbietet, einen Kreisverkehr hinstellen muss. Wir können nicht für jeden, der im Straßenverkehr unterwegs ist, einen Schutzengel mitschicken.“ Ebner denkt nämlich – wie CSU-Gemeinderat Olaf Schellenberger – dass sich die Probleme an der Kreuzung ohnehin bald von selbst entschärfen, denn: Im Moment wird der Verkehr wegen der Sperrung am Marktplatz über diese Kreuzung umgeleitet, „Sobald der Marktplatz nicht mehr gesperrt ist, wird sich die Situation massiv entspannen. Da bin ich fest überzeugt“, sagte Bauingenieur für Straßenplanung und Straßenbau Schellenberger. Er geht im Übrigen auch davon aus, dass eine Fahrbahnbegrenzung an der Stelle mit den sogenannten Leitschwellen nicht möglich sein wird: „Die Spur ist hier zu kurz.“

Mit einer Mehrheit von 16 zu neun Stimmen entschieden sich die Gemeinderäte für den CSU-Antrag. Sie beauftragten die Verwaltung, das Anliegen an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. In einem Punkt waren sich allerdings alle einig: Die Gemeinde soll für das Projekt nichts im Vorfeld finanzieren, wie etwa Planungen.

Eines zeigt sich bei beiden Kreuzungen, an denen sich die Indersdorfer für Kreisverkehre stark gemacht hatten: Die Unfälle gehen seither gegen Null. Der damalige Verkehrsexperte bei der Dachauer Polizei, Richard Wacht, sagte nach der Fertigstellung des Kreisels beim Funk: „Da musste was passieren.“ Und: „Mit dem Kreisverkehr ist jetzt alles super gut.“ Die Situation habe sich enorm verbessert. „Das Unfallgeschehen hat sich drastisch reduziert. Der Unfallschwerpunkt ist absolut entschärft.“ Bei der Kreuzung am Lidl war es ähnlich, wie Bürgermeister Franz Obesser sagte: „Früher war alle zwei Wochen die Feuerwehr draußen“, seit der Kreisel da ist, habe es „da nicht mehr „gekracht“.

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