Noch ist das Becken leer - aber nicht mehr lange

Das Hallenbad öffnet wieder

  • vonChristiane Breitenberger
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Die gute Nachricht: Das Indersdorfer Hallenbad wird wieder öffnen. Das hat der Zweckverband Grund- und Mittelschule Markt Indersdorf beschlossen. Bis es soweit ist, müssen sich die Schwimmer aber noch ein paar Wochen gedulden.

Noch ist das Becken leer: Das Indersdorfer Schulschwimmbad soll nach den Herbstferien wieder öffnen.

Indersdorf – Am Ende der Sitzung sind die drei erleichtert. Holger Weich, Leiter der Schwimmabteilung beim TSV Indersdorf, Hubert Böck, Vorsitzender des Fördervereins der Wasserwacht Ainhofen, und TSV-Chef Bernhard Wetzstein sind froh, dass sich der Zweckverband Grund- und Mittelschule Markt Indersdorf in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig dafür entschieden hat, das Hallenbad zu öffnen. Die drei verfolgten die Diskussion im Rathaus. „Die Hauptsache ist, dass wir wieder trainieren können. Auch wenn nur wenig möglich ist, alles ist besser, als dass überhaupt nichts möglich ist“, betonte Weich. Er hat in seiner Abteilung rund 100 Schwimmer, die darauf warten, wieder im Wasser trainieren zu können und nicht mehr Trockenübungen auf der Wiese machen müssen. Böck geht es ähnlich, 130 Kinder und Jugendliche sind derzeit bei der Wasserwacht aktiv. „Gottseidank können die Sportler wieder ins Wasser. Wir sind sehr froh, dass wir in der Zeit, in der kein Schwimmtraining möglich war, keine Sportler verloren haben“, betont TSV-Vorsitzender Wetzstein.

Zuvor entschieden die Mitglieder des Zweckverbands über die Öffnung des Schulschwimmbads. Schulverbandsvorsitzender Franz Obesser erklärte, dass sich die Verwaltung dafür ausspricht, das Bad unter strengen Vorgaben zu öffnen. Klaus Mayershofer, Geschäftsleiter der Gemeinde Indersdorf, betont: „Wer meint, dass es so wird, wie’s früher war: Das wird es definitiv nicht!“ Was Mayershofer meint, sind natürlich die vielen Einschränkungen, die ein entsprechendes Hygienekonzept mit sich bringt, zum Beispiel: Künftig dürfen „nur 25 Menschen ins Bad“. Doch die Bürgermeister im Zweckverband sind sich einig: Auch wenn noch nicht im Detail klar ist, wie genau das Bad geöffnet wird, es ist wichtig, diesen Schritt – so wie auch Karlsfeld und Dachau – zu machen.

Dieter Kugler, Bürgermeister in Röhrmoos, betonte in der Sitzung: „Ich befürworte, dass das Bad schnellstmöglich wieder aufmacht, wir finden es gut, dass es bei der Wasserwacht so eine aktive Jugendförderung gibt.“ Sein Amtskollege aus Vierkirchen, Harald Dirlenbach, unterstrich: „Wir sollten es probieren, das Bad zu öffnen! Es ist wichtig, dass wir das grundsätzlich ermöglichen.“ Die Zweckverbandsmitglieder entschieden aber nur, dass das Bad geöffnet wird, wie genau, das soll künftig die Verwaltung entscheiden.

Obesser plagt eine Sorge: „Egal, wie wir’s machen, wir werden’s falsch machen“. Er spielt auf die Problematik an, wann, wer, wie lange ins Bad darf. Keiner soll sich benachteiligt fühlen, „wir wollen auch keinen durch bestimmte Zugangsregelungen wie Online-Anmeldungen ausgrenzen“. Doch Marcel Fath, Bürgermeister in Petershausen, ist sich sicher, wenn es klare Regeln gibt, gebe es auch kein Problem: „Rumgeeiere akzeptieren die Leute nicht, sie akzeptieren aber klare Leitplanken, die man definiert hat, und halten sich dann daran.“

Wie genau der Badebetrieb dann ablaufen wird, ob und wie zum Beispiel duschen und föhnen möglich sein kann, „muss wohl ständig angepasst werden“, vermutet Franz Obesser. „Wir werden ständig flexibel auf Probleme reagieren und nachjustieren.“ Das Bad wird wohl nach den Herbstferien öffnen (siehe Infokasten). Die Details zum genauen Badebetrieb stehen noch nicht fest.

Rund 40 000 Euro für ungenutztes Bad

In einem normalen Betriebsjahr bleibt das Indersdorfer Hallenbad bis Ende Juni geöffnet, dann wird das Wasser ausgelassen. Nach zwei Monaten Wartung und Service wird das Bad zum Schuljahresbeginn im September dann wieder eingelassen und geöffnet. Heuer war selbstredend alles anders. Trotz des Lockdowns Mitte März entschied sich die Gemeinde dafür, das Wasser im Bad anfangs noch nicht auszulassen. „Anfangs war nicht klar, ob hier Schüler noch ihre Abschlussprüfungen im Schwimmen machen wollen“, erklärte Franz Obesser in der Zweckverbandssitzung. Letztendlich war dem aber dann doch nicht so. Wie Geschäftsleiter Klaus Mayershofer auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten gestern mitteilte, entstanden so in den beiden Monaten, in denen das Wasser noch im ungenutzten Bad war, Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro.

Das sind die nächsten Schritte bis zur Öffnung

Auch wenn der Zweckverband am Montagabend die Öffnung des Bads gestimmt hat, dauert es noch bis nach den Herbstferien, bis die ersten Schwimmer ins Wasser können. Betriebsleiter Manfred Schmid erklärt, warum das so ist und was bis dahin alles passieren muss: Zuerst müssen Becken und Behälter darunter nochmal frisch desinfiziert werden. Dann kann das „Becken kommenden Woche wieder aufgefüllt werden, das ist dann die Woche drauf fertig, so Schmid. Ist das Wasser erst mal drin, wird die Anlage wieder in Betrieb genommen. Es fehlt am Ende nur noch die Wasserbeprobung. Diese „bakterielle Untersuchung dauert zehn Werktage“, weiß Schmid. Er betont: „Wenn nichts dazwischen kommt und mit den Firmen alles glatt läuft, können wir am 9. November mit den Schülern und den Vereinsschwimmern starten und am 16. November mit dem öffentlichen Betrieb.“ cb

Noch kein Betrieb: Die neue Anzeige im Eingangsbereich des Hallenbads weist noch darauf hin, dass das Bad derzeit geschlossen ist. Künftig könnte hier zum Beispiel stehen, wie viele Schwimmer bereits im Bad sind. 

Rubriklistenbild: © Norbert Habschied

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