Schwimmer
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Die Schwimmer brennen darauf, dass es endlich wieder los geht – Schwimmverein und Wasserwacht warten darauf, dass sie wie hier, vor Pandemie-Zeiten, wieder im Indersdorfer Hallenbad trainieren können.

Hubert Böck betont in einem Antrag: „Es ist wichtig, dass Schwimmkurse wieder stattfinden!“

Das Hallenbad soll wieder öffnen

  • vonChristiane Breitenberger
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Eigentlich sind sie sich alle einig: Das Indersdorfer Hallenbad soll wieder öffnen.

Indersdorf – In Dachau haben sie bereits wieder auf, in Karlsfeld spricht sich die Gemeindeverwaltung für eine Öffnung aus. Zwei von drei Hallenbädern im Landkreis Dachau haben wohl bald wieder geöffnet. Das wünscht sich SPD-Gemeinderat Hubert Böck auch für Indersdorf und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Doch auch der Geschäftsleiter der Indersdorfer Gemeindeverwaltung, Klaus Mayershofer, sieht eine Öffnung positiv.

Das Indersdorfer Hallenbad ist seit dem ersten Lockdown Mitte März geschlossen, eigentlich wäre das Bad seit Schulbeginn wieder geöffnet, doch derzeit ist auf der Homepage nur zu lesen: Aus aktuellem Anlass ist das Hallenbad zunächst bis auf Weiteres geschlossen.

Hubert Böck ist überzeugt: „das Thema Corona wird uns voraussichtlich noch längere Zeit begleiten.“ Deshalb ist es ihm wichtig, Lösungen zu finden, Dinge trotz Pandemie zu ermöglichen. „Wir sollten unseren Bürgern ermöglichen, verschiedene Tätigkeiten wieder durchzuführen, natürlich nur, soweit auch vertretbar“, schreibt Böck in seinem Antrag. Ihm liegt hier besonders die Öffnung des Hallenbads am Herzen. Auf dieses Thema sei er „bereits vielfach angesprochen“ worden. Er betont in dem Schreiben: „Aus Markt Indersdorf und den umliegenden Gemeinden gibt es viele Stammgäste, die sich durch regelmäßiges Schwimmen fit halten. Daraus resultiert ein großes Interesse an der Badöffnung.“ Da die meisten Gemeinden auch Mitglied des Schulverbandes sind, entstehe auch kein Interessenskonflikt, so Böck.

Beruflich ist Hubert Böck Leiter des Rettungsdienstes beim BRK Kreisverband Freising. Er sieht bei einem entsprechenden Hygienekonzept „überhaupt kein Problem, das Bad zu öffnen. Natürlich geht das.“

Gemeinde arbeitet an Konzept

Die Gemeindeverwaltung ist ohnehin derzeit dabei, ein auf Indersdorf zugeschnittenes Hygienekonzept für das Schulschwimmbad zu erarbeiten, erklärte Geschäftsleiter Klaus Mayershofer. In Indersdorf entscheidet nicht etwa der Gemeinderat über die Öffnung des Hallenbads, sondern der Zweckverband Grund- und Mittelschule. Petershausen, Vierkirchen, Weichs, Röhrmoos und Indersdorf sind darin vertreten. Mayershofer betont: „Wir wissen, wie wichtig es ist, das Schulschwimmbad wieder zu öffnen und arbeiten gerade an den Details.“ Klar sei bisher: „In Indersdorf können unter Einhaltung der Hygienevorschriften nur 30 Leute ins Bad“, sagte Mayershofer. Das Wichtigste und Vorrangigste sei, dass das Schulschwimmen wieder stattfinden kann.

Auch Böck denkt nicht nur an private Nutzer des Hallenbads. Die Schulen sollten „den Schulschwimmsport wieder beginnen können. Es ist wichtig, dass die Kinder wieder die Möglichkeit zum Schwimmen erhalten. Im Sommer waren die Schwimmmöglichkeiten leider nur eingeschränkt gegeben“, betont er. Er sorgt sich zudem um die „Schwimmfähigkeit der Bevölkerung“, wie er es nennt, und erklärt die Problematik: „Es können auch keine Anfängerschwimmkurse durchgeführt werden. Für den Anfängerkurs des aktuellen Halbjahres wurden 35 Kinder angemeldet, weitere stehen auf der Warteliste.“ Es baue sich ein enormer Rückstand auf, da auch bei Öffnung des Hallenbades unter den derzeitigen Bedingungen „keine 35 Kinder an den Kursen teilnehmen können“.

Vereine und Wasserwacht wollen wieder rein

Böck weiß zudem: Auch Vereine und Organisationen benötigen das Hallenbad. „Wenn man ihnen keine Möglichkeiten mehr gibt, dann gehen Vereine kaputt“, sagt Böck auf Nachfrage. Der Schwimmverein sei beispielsweise seit „einem halben Jahr nicht im Wasser“ gewesen. Die Wasserwacht sei auf den Karlsfelder See ausgewichen. Auch „die Schwimmabteilung des TSV Indersdorf möchte gerne ihren Trainingsbetrieb wieder aufnehmen und auch Schwimmkurse wieder durchführen“.

Auch die Wasserwacht braucht das Hallenbad. Sie muss ihr Training auch im Herbst, Winter durchführen. „Die Einsatzkräfte der Wasserwacht benötigen, genauso wie ihre Kollegen in der Feuerwehr, regelmäßige Übung, um ihre Fähigkeiten für den Einsatz zu erhalten. Zudem ist die Jugendarbeit ohne Bad sehr eingeschränkt“, betont Hubert Böck.

In Karlsfeld entscheiden die Gemeinderäte am Donnerstag über die Öffnung des Hallenbads, die Verwaltung wird vorschlagen, das Bad Mitte Oktober wieder zu öffnen. Auch die Indersdorfer Verwaltung wird dem Zweckverband Grund- und Mittelschule am 5. Oktober empfehlen, das Schulschwimmbad zu öffnen – natürlich unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte.

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