Platz mit Haltestelle
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Nicht mehr im Regen stehen – Die Haltestelle am neuen Marktplatz bekommt künftig ein Bushäuschen.

Gemeinderat Markt Indersdorf

Der Marktplatz wird eingerichtet

  • vonChristiane Breitenberger
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Der Indersdorfer Marktplatz ist so gut wie fertig. Es ist wie bei einem Umzug: Jetzt geht’s ans Einrichten.

Indersdorf – Wer schon mal mit mehreren Personen eine Wohnung eingerichtet hat, der weiß: Allein die Entscheidung über die Farbe der Vorhänge kann stundenlang diskutiert werden.

Angesichts dessen verständigten sich die Indersdorfer Gemeinderäte doch recht zügig über die künftige Einrichtung des Indersdorfer Marktplatzes. Franz Obesser erklärte in der Sitzung am Mittwochabend: „Die Arbeiten am Platz sind so gut wie erledigt, unser Gebäude ist fertig, jetzt geht’s ans Einrichten.“

In der Diskussion fiel auf, dass das „Gebäude“ noch ein paar zusätzliche Sitzmöglichkeiten vertrage. Zwar hatte der alte Marktplatz laut Obesser nur zwei, der neue sogar 70 Sitzmöglichkeiten – trotzdem wünschen sich die Indersdorfer noch mehr. Doch das freute den Gemeindechef: „Es ist toll, wie der neue Platz angenommen wird. Kaum ist schönes Wetter, ist immer viel los.“ Künftig sollen also noch mehr Sitzmöglichkeiten an den Baumringen kommen, mehr Rückenlehnen und: „vielleicht sogar wieder ein Bankerl vorm Rathaus“, so Obesser.

Zudem ging es wieder um das Thema Bushäuschen. Kurz stand im Raum, ob es überhaupt eine Unterstellmöglichkeit geben soll. Andreas Geier (BBN) betonte: „Ein neuer Marktplatz mit öffentlicher Haltestelle ohne Bushäuschen, das wäre ja ein Schildbürgerstreich! Hier wohnen viele alte Leute, auch eine Bank im Häuschen wäre gut.“ Nachdem sich die Räte pro Häuschen ausgesprochen hatten, war der zentrale Diskussionspunkt hier: Seitenwände ja oder nein? Helmut Ebert (FW) sprach sich für die luftige Variante aus, „damit die Sichtachse zum Brunnen nicht gestört ist“. Simon Reichlmair (CSU) und Hubert Böck (SPD) betonten, dass ein Bushäuschen, das nicht vor Wind und Regen schützt, völlig sinnlos sei. Reichlmair: „Jemandem, der um 6 Uhr in der Früh auf den Bus wartet, ist die Sichtachse wurscht, wenn von vorne der Wind und der Regen von der Seite kommt.“ Böck ist es wichtig, die Attraktivität des ÖPNV zu steigern: „Wenn wir schon wollen, dass die Leute den Bus benutzen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass das angenehm möglich ist.“ Hans Lachner (CSU) sagte: „Gerade für die älteren Mitbürger sollten wir das machen, die jüngeren stellen sich schon mal in den Regen.“ Gegen zwei Stimmen einigten sich die Räte auf ein Bushäuschen mit Dach und Seitenwänden.

Wer sein Zuhause hübsch machen will, stellt gerne Mal Blumen auf den Tisch. Auch die Gemeinderäte machten sich Gedanken über die künftige Bepflanzung am Marktplatz. Zuerst diskutierten sie, welche Farbe die Pflanzkübel haben sollen – der Tenor war schnell: neutral. Heißt in diesem Fall anthrazit. „Lasst bloß das greislige Grün weg“, bat Florian Ebner (EHW). Die Tröge sollen nicht nur zur Deko, sondern auch zur Verkehrsführung dienen, Fußgängerbereiche sollen so künftig besser für Autofahrer erkennbar sein. Die Kübel sollen, so wollten es die Gemeinderäte einstimmig, immer saisonal bepflanzt werden. Stauden sollen nicht mehr gepflanzt werden.

Und wie es auch bei der Wohnungseinrichtung ist, ging es am Ende darum: Wohin kommt die Deko? In diesem Fall sind mit Deko die zwei lebensgroßen Kunstfiguren „Frau im Wind“ und „Sitzender Mann“ gemeint (wir berichteten mehrfach). Um zu entscheiden, wo die Figuren genau platziert werden sollen, hat sich der Gemeinderat ein System überlegt (Bericht dazu folgt). Doch Hans Lachner prophezeite schon jetzt „da werden wir uns in 100 Jahren nicht einig“.

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