Frau Brille
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Sabine Sauerbeck betonte bei der Bürgerversammlung in Langenpettenbach: „Uns stört nicht der Mobilfunkmast, sondern nur der ortsnahe Standort.“

Viele Wortmeldungen bei der Bürgerversammlung in Langenpettenbach

Kreisstraße, Funkmasten, Gehwege: Die Bürger wollen Antworten

  • vonJosef Ostermair
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Es waren zwar nur knapp 20 Bürger, doch an Wortmeldungen aus dem Kreise der Bürger und leicht hitzigen Debatten hat es bei der Bürgerversammlung in Langenpettenbach wahrlich nicht gefehlt.

Langenpettenbach – Man hielt Bürgermeister Franz Obesser vor, dass zwar nun endlich die Ortsdurchfahrt in Langenpettenbach ausgebaut ist, sich aber an der Altomünster Straße (Kreisstraße DAH 2) überhaupt nichts tue. Franz Brummer, der Anlieger dieser Straße ist, sprach von einem katastrophalen Zustand in diesem Straßenstück von der Tankstelle bis Kriegerdenkmal. Obwohl es dort keinen Gehsteig gebe, werde viel zu schnell gefahren.

Schon unter Bürgermeister Hans Strixner sei von einem Ausbau dieser Straße gesprochen worden, doch geschehen sei bisher nichts. „Wir werden immer wieder vertröstet“, schimpfte Brummer, wenngleich Obesser erklärte, dass die Planung vorgesehen war, wegen Corona aber wie so vieles einfach hängen geblieben sei.

Obesser machte aber auch klar, dass der Ausbau mit einem Gehweg eine Grundabtretung erfordere. Die Gemeinde beabsichtige diese Straße zusammen mit der Unteren Straße und der zur Zimmerei Schilcher führenden Straße in einem Zug zu bauen. „Es hat keinen Wert, das Hintere vor dem Vorderen zu machen, wir brauchen auch die Bereitschaft der Leute“, unterstrich Obesser.

Brummer hielt ihm aber entgegen, dass bisher noch nie gefragt worden sei, auf welcher Seite der Gehsteig entstehen soll. „Ich will nichts versprechen, wenn die Planung noch nicht auf dem Tisch liegt“, so Obesser. Schützenhilfe bekam er vom ehemaligen Gemeinderat Manfred Pohl, der sich erinnerte, „dass zu Zeiten, wo noch Straßenausbaubeiträge im Raum standen, keiner was von dem Straßenausbau was wissen wollte.“ Josef Demmelmaier setzte mit seiner Forderung an Obesser – „Ich appelliere, diese Kritik zur Chefsache zu machen“ – einen Schlusspunkt in dieser Auseinandersetzung.

Dass er wegen der parkenden Wohnwagen auf der Altomünster Straße ein Parkverbot für angebracht hält, sagte der Landwirt Hans Wagner. „Bei überörtlichen Straßen tun wir uns hart, ein generelles Parkverbot durchzusetzen“, war die Antwort des Gemeindechefs.

Hans Tannek sprach die Straße von Indersdorf nach Langenpettenbach an und sich dafür aus, dort an der Abzweigung Richtung Glonn einen Kreisverkehr einzurichten. Aber auch hier müsse die Gemeinde nach den Worten des Bürgermeisters den Staat im Boot haben.

Dass es nach Fertigstellung der Ortsdurchfahrt keine Einweihungsfeier gegeben hat, bedauerte Hans Buchner, der auch aufzeigte, dass die Straße zu seinem Wohnort in Ziegelstadel 1, die er einst auf eigene Kosten staubfrei gemacht hätte, saniert werden müsste. Zu seinem schriftlichen Antrag habe er bisher keine Antwort von der Gemeinde erhalten. Der Bürgermeister will sich in dieser Sache nun aber kümmern.

Wiederum um die Ortsdurchfahrt drehte sich eine weitere Wortmeldung von Manfred Pohl, der feststellte, „der Grünbereich schaut noch schlampig aus“. Die Ausfahrtsituation bei der Tankstelle betrachtete Pohl wegen der Mauer für kritisch, aber auch dort geht es um eine Planung des Straßenbauamtes, auf die die Gemeinde keinen Einfluss hatte.

Der Elternbeiratsvorsitzende an der Indersdorfer Grundschule, Armin Pötzelsberger, bat um eine Fußgänger-Überquerung auf der DAH 16 vor dem Buswartehäuschen in Ainhofen, „weil hier alle Schulkinder die gefährliche Straße queren“.

Obesser vermutet, dass diese Querungshilfe wegen zu geringen Fußgängeraufkommens scheitert. Zum Schutz der Fußgänger habe die Gemeinde hier schon eine visuelle Geschwindigkeitsanzeige für die Kraftfahrer aufgestellt.

Wie nicht anders zu erwarten, ging es auch um die brandaktuelle Ablehnung des vorgesehenen Standorts für einen Mobilfunkmasten in Ainhofen. Wie Sabine Sauerbeck ausführte, hätten sich mittlerweile 70 Bürgerinnen und Bürger gegen den Standort auf einem Grundstück, das dem VfB Ainhofen gehört, ausgesprochen (wir berichteten).

Der Bürgermeister und auch Bauamtschef Erich Weisser stellten klar, dass es sich hier um ein privilegiertes Bauvorhaben handle und die Gemeinde keinen Einfluss habe. Dass auch ihr Hinweis auf eine Verschandelung der Landschaft keine Rolle spiele, wollte die Bürgerin nicht glauben.

Der Gemeinderat und zweite Vorsitzende des VfB Ainhofen, Olaf Schellenberger, versicherte im Übrigen, dass ob dieses Bürgerprotests der VfB ohnehin den Standortwunsch für den Mobilfunkmasten nicht länger verfolgen werde. Vodafone solle sich nach einem weiter von der Ortschaft entfernten Standort umsehen.

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