Mann Bademeister Schwimmbad Anlage
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Kontrolliert das Wasser: Betriebsleiter Manfred Schmid.

Eröffnung wegen Lockdown verschoben

Das erneuerte Indersdorfer Hallenbad wartet weiter auf Tester

  • vonChristiane Breitenberger
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Im Indersdorfer Hallenbad gibt es eine neue Anlage. Dank ihr soll das Schwimmen ein „völlig neues Erlebnis sein“. Und auch, wenn das Bad gerade wegen des Lockdowns nicht öffnen darf – Betriebsleiter Manfred Schmid erklärt die Vorteile der neuen Anlage und das Hygienekonzept für das Bad.

Indersdorf – Das Hygienekonzept stand, das Wasser ist wieder im Becken, der Zweckverband Grund- und Mittelschule Markt Indersdorf gab im Oktober das Ok, das Hallenbad wieder einzulassen und zu öffnen (wir haben ausführlich berichtet). Eigentlich war geplant, das Bad am kommenden Montag für Schüler und Vereine wieder zu öffnen, eine Woche später, wären dann auch alle anderen Schwimmer dran gewesen. Doch, genau: der Lockdown kam dazwischen.

Einer, der mit den Schwimmern natürlich besonders mitfühlt, ist der Betriebsleiter des Hallenbads, Manfred Schmid. Denn: Zur Wiedereröffnung hätte er allen Badegästen etwas ganz Besonderes präsentieren können: „ein völlig neues Badeerlebnis“, wie er sagt. Der Grund für diese steile These: Indersdorf besitzt jetzt eine UV-Anlage. Und mit dieser neuen Anlage wird das Wasser desinfiziert. Doch die erklärt Schmid natürlich nicht oben, in der Schwimmhalle mit ihren Palmen und dem Strandkorb, sondern unten, unter dem Bad, im Technikraum.

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für die eigentlich geplante Eröffnung am Montag. Das Wasser im Hallenbad ist frisch eingelassen.

Wer hier runterkommt, sieht eine völlig andere Welt. Rohre, Kabel, Schaltzentralen, Filter. Aber wieder zurück zur neuen UV-Anlage. Der Vorteil des eher unauffälligen Kastens: Dank ihm braucht Schmid nur die Hälfte an Chlor, „ich kann also an der absoluten Minimalgrenze bleiben“, erklärt er. Und was das nun mit dem Badeerlebnis zu tun hat? „Weil wir kaum mehr Chlor zugeben müssen, werden das die Schwimmer definitiv spüren“, sagt er. Heißt im Klartext: „Weniger rote Augen, weniger Hautreizungen und: weniger Schwimmbadgeruch.“ Was Schmid mit Schwimmbadgeruch meint, ist der Geruch, der entsteht, wenn sich das freie Chlor zum Beispiel an Schweißpartikel im Wasser bindet. Nennen wir das freie Chlor der Niedlichkeit halber, gutes Chlor und das gebundene, böses Chlor. „So erkläre ich es immer den Grundschülern“, sagt Manfred Schmid und lacht. Das gute Chlor ist geruchslos, das böse Chlor riecht nach: Genau, Chlor! „Da wir also weniger gutes Chlor brauchen, kann sich auch weniger böses Chlor bilden und: Es riecht nicht so nach Schwimmbad.“ Die UV-Anlage bestrahlt das Wasser mittels drei Lampen und tötet so alles ab. „Schlechte Bakterien und Viren haben keine Chance mehr“, versichert Schmid. Und weil nicht mehr so viel gutes Chlor ins Wasser muss, braucht Schmid auch nicht mehr so viel Frischwasser für die Verdünnung. Dank der neuen Anlage werden also auch noch Frisch- und Abwasserkosten reduziert. Und: die Heizkosten – „weil ja weniger Frischwasser wieder auf Schwimm-Temperatur gebracht werden muss“, erklärt Schmid. Die neue Anlage kostete den Zweckverband 31 000 Euro.

Am 14. Oktober drehte Schmid den Hahn für das Schwimmbad auf, am 18. Oktober war das Bad voll. Hätte das Bad geöffnet, würden folgende Regeln gelten – abgesehen von den überall gleichen Regeln:

Die Besucherzahl ist auf maximal 25 Personen beschränkt, die Badezeit beträgt maximal 90 Minuten. Schmid erklärt: Wer sich einen Termin reservieren will, muss künftig im Bad anrufen. Zudem signalisiert eine digitale Ampel auf einem Display im Eingangsbereich, ob noch Platz zum Schwimmen ist, oder das Bad schon voll ist.

Im Sanitärbereich gilt: In den Männer- und Frauenduschen sind jeweils nur zwei Duschen geöffnet, es darf nur jeder vierte Umkleideschrank benutzt werden. Im Bad ist eine extra Sportbahn für maximal sechs Schwimmer eingezogen. Immer nach 90 Minuten Schwimmzeit gibt es Desinfektionspause von einer halben Stunde. Die Lüftungsanlagen laufen mit 100 Prozent Frischluftanteil, zudem „werden wir alle 90 Minuten über den Wintergarten im Hallenbad durchlüften“, erklärt Schmid.

Sollte das Bad wieder geöffnet werden, sind die neuen Öffnungszeiten auf der Homepage des Zweckverbands zu finden. Für den November entstehen rund 20 000 Euro an Kosten für den Verband.

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