Rathaus Marktplatz Markt Indersdorf
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Testlauf: Die Kunstfigur „Frau im Wind“ soll probeweise an der Treppenanlage platziert werden. 

Die Suche nach dem perfekten Platz

Indersdorfer Gemeinderat sucht Standort für den „sitzenden Mann“ und die „Frau im Wind“

  • vonChristiane Breitenberger
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Der Markt Markt Indersdorf wird zwei Kunstwerke im Wert von je 25 000 Euro am neuen Marktplatz aufstellen. Die Frage ist nur: Wo genau? In einer teils humorvollen Diskussion versuchten die Gemeinderäte, Lösungen zu finden.

Indersdorf – Künftig sollen den neuen Indersdorfer Marktplatz zwei lebensgroße Kunstskulpturen zieren. Sie sind Werke des Künstlers Bernd W. Schmidt-Pfeil. Der Mann war Bildhauer, Techniker und ein Grenzgänger in Sachen Kunst. Und: hatte jahrelang in Indersdorf ein Atelier.

Gerade Metall hatte es ihm angetan. Ein patentiertes Silicium-Aluminium-Gussverfahren ermöglichte es ihm, Menschen, Figuren und Gegenstände detailgetreu in Originalgröße abzuformen und quasi unverrottbar zu konservieren. Seine Werke waren unter anderem bereits in der großen Indersdorfer Kunstausstellung zu sehen. Mit einigen Werken, wie einem Mahnmal in Vaterstetten, setzte der Künstler Zeichen gegen Krieg und Gewalt. Bernd W. Schmidt-Pfeil hatte zuletzt mit seiner Frau Heike Rose ein Atelier in Vaterstetten, er starb im vergangenen Jahr im Alter von 77 Jahren.

Das besondere an den künftigen Kunstwerken am Marktplatz: Die zwei lebensgroßen Figuren waren mit einem Wert von je rund 25 000 Euro beziffert. „Aber wir haben sie geschenkt bekommen“, sagte Obesser im Herbst 2019 dankbar. Die Ehefrau, die selbst Künstlerin ist, freue sich, dass die Werke einen so schönen Platz bekommen.

Bevor die Gemeinde jedoch beschloss, die Figuren am Marktplatz aufzustellen, gab es im April vor zwei Jahren dazu eine Bürgerbefragung, die Mehrheit der Indersdorfer war dafür, die Figuren öffentlich zu präsentieren.

Die je rund 200 Kilo schweren Werke tragen die Titel „Frau im Wind“ und „sitzender Mann“. Auch in Bergkirchen, wo Bernd Schmidt-Pfeil ebenfalls wirkte, sind an einer Schule bereits Skulpturen des Künstlers aufgestellt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es nun um die Frage: Wo genau am Marktplatz sollen die beiden Skulpturen künftig platziert werden? Um den optimalen Platz zu finden, hat sich die Verwaltung folgendes überlegt: „Wir werden die Figuren einfach mal an verschiedenen Plätzen aufstellen und schauen, wie es wirkt“, erklärte Bürgermeister Franz Obesser in der Sitzung.

Natürlich haben sich die Kommunalpolitiker bereits im Vorfeld so ihre Gedanken gemacht, wo denn so ein geeigneter Platz für die Figuren wäre. In der Vorbesprechung der Sitzung entstand die Idee, die Frau „in der Nähe der Treppenanlage bei den Fahnenmasten zu platzieren, und den Mann ab der Höhe Zimtstern“, sagte Obesser. Er ergänzte: „Wir haben ja keine Eile, das jetzt fix zu beschließen. Wir schauen uns das Ganze an und probieren aus.“

Die Kunstwerke „sitzender Mann“ (rechts) und „Frau im Wind“ (links) sollen bald den Indersdorfer Marktplatz zieren..

Es entwickelte sich eine humorvolle Diskussion, bei der sich zeigte: Jeder interpretiert die Figuren auf seine eigene Art. Während es Hubert Böck (SPD) „ganz nett“ fände, wenn der Mann „in der Nähe der Eisdiele sitzt, damit man sich einfach dazusetzen kann“, findet das Olaf Schellenberger (CSU) weniger passend. „Der Mann hält sich den Bauch, es soll ja nicht so aussehen, als hätte er in der Eisdiele oder im Butschers was Falsches gegessen.“ Dafür gab’s in der Sitzung genauso viele Lacher wie für den Vorschlag von Florian Ebner (EHW): Er fände es gut, den Mann „vors Rathaus zu setzen. Der schaut abgekämpft, aus, wie wenn sie ihn drinnen grade zerrupft hätten“.

Hubertus Schulz von den Grünen würden die Figuren auch gut um den Brunnen platziert gefallen. Franz Obesser erklärte, dass „wir einfach ein paar Varianten ausprobieren und dann entscheiden“.

Wer also im Vorfeld der nächsten Gemeinderatssitzung am Marktplatz vorbeikommt, kann die beiden lebensgroßen Kunstwerke schon mal probestehen sehen.

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