Spielplatzbau
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Spielplatzbau als Gemeinschaftsprjekt

Indersdorfer Jugendarbeit wird kräftig gelobt

Ein bisschen Normalität in abnormen Zeiten

  • vonChristiane Breitenberger
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Das Team der Indersdorfer Jugendarbeit hat „unter schwierigsten Bedingungen stets tolle neue Angebote“ präsentiert, so Bürgermeister Franz Obesser. Das zeigt auch ein Blick in den Jahresbericht.

Indersdorf – Es war ein hartes Jahr für das Team der Indersdorfer Jugendarbeit. Das zeigte sich beim Jahresbericht in der jüngsten Jugendausschusssitzung (wir berichteten). Bürgermeister Franz Obesser betonte, es sei ein Jahr gewesen, „in dem extrem hohe Anforderungen und sehr große Ansprüche an Euch gestellt wurden“ – zudem „stecken wir noch mittendrin“.

Die Pandemie und die damit verbundenen, sich ständig ändernden, gesetzlichen Regelungen „stellten uns immer wieder vor neue Herausforderungen“, wie Teamleiter Sebastian Jaeger vom Zweckverband Jugendarbeit erklärte. Oft galt es, „binnen weniger Tage komplett neue Konzepte zu entwerfen, weil sich super kurzfristig wieder etwas geändert hat“. Ziel der Jugendarbeiter war es, trotz Auflagen „Normalität und Unbeschwertheit in diese schwierige Zeit zu bringen“.  

Das Juz-Team verteilte Weihnachtstüten.

Weil kaum Dinge erlaubt waren, versuchte die Jugendarbeit mit „kleinen Aktionen ein bisschen die Schwere aus dem Alltag für die Familien zu nehmen“, wie Rosalie Vanidestine erklärte. Darunter fallen zum Beispiel Nachtwanderungen im Wald oder Schnitzeljagden durch den Ort, „wofür wir dankbare Rückmeldungen bekommen haben“, oder die Weihnachtstütenaktion, bei der „wir individuelle Geschenktüten gestaltet und ausgeliefert haben, um den Kindern eine Freude zu machen“. Die Jugendarbeiter wollten so zeigen: „Auch wenn das Jugendzentrum zu ist, sind wir trotzdem noch da und Ihr habt jemand, an den Ihr Euch wenden könnt!“, so Vanidestine.

Mobile Arbeit

Da die Jugendzentren im vergangenen Jahr viel geschlossen sein mussten – so wie im Moment – „haben wir besonders unsere Beratungsangebote und unsere mobile Arbeit ausgebaut“, erklärte Florian Huber. Das heißt: Die Jugendarbeiter waren und sind verstärkt auf der Straße unterwegs.

Vorbereitungen für eine Gruselnachtwanderung.

„Hier konnten wir zum Beispiel den Brennpunkt Bahnhof entschärfen, seit Wochen ist dort wieder alles ok“, informierte Huber. Hier sei es zu Beschwerden gekommen, weil sich Jugendliche dort getroffen und zusammen getrunken haben. Doch „wenn man normal mit ihnen spricht, sind sie total einsichtig“, betonte Huber. Er ist dankbar über Hinweise, wenn es an bestimmten Plätzen zu Konflikten kommt – „dann können wir auch helfen“. Die jetzige Zeit sei für Kinder und Jugendliche „einfach unglaublich schwer“.

Spielplatzbau

In Indersdorf war es trotz Pandemie im Rahmen der außerschulischen Bildung möglich, zusammen mit vielen Ehrenamtlichen einen neuen Spielplatz zu bauen. An der Sparkasse entstand ein individuell nach Kinderwünschen gestalteter Spielplatz nach dem Motto „Dschungel“. Kinder, Eltern, aber „auch Jugendliche, die den Spielplatz ja gar nicht benutzen, haben total viel mitgeholfen“, sagte Rosalie Vanidestine. Franz Obesser lobte das Team: „Das ist wirklich ein fantastisches Projekt, in das der Zweckverband viel Liebe und Vorarbeit gesteckt hat. Das ist eine klasse Bereicherung für die Marktgemeinde.“ Die Reaktionen auf den neuen Spielplatz seien eigentlich positiv und begeistert, doch immer wieder würden Eltern ansprechen, dass nicht alles dort auch für ganz kleine Kinder geeignet sei. Doch die Jugendarbeiter betonten: Der Platz sei bewusst so gestaltet, dass er die Kinder herausfordere. „Es gehört dazu, zu lernen: Wo sind meine Grenzen, wofür bin ich noch zu klein,“, erklärt Jaeger. Sei ein Kind einfach zu klein, müssten eben die Eltern dabei sein. Obesser steht hinter dem Konzept: „Kinder dürfen erfahren: Wo sind meine Grenzen? Das gehört zum Lernen dazu.“

Sommercamp

Große Projekte, die der Zweckverband „absolut kurzfristig gestemmt hatte, weil vorher andere Vorschriften galten“, wie Jaeger sagt, waren ein Zeltlager und eine fünfwöchige Ferienbetreuung, ein Sommercamp in Ainhofen mit 250 Teilnehmern. „Das alles unter strengen Hygienevorschriften, und trotzdem haben wir versucht, alles spielerisch zu gestalten.“ Für diese Angebote seien Kinder wie Eltern in dieser Zeit „unendlich dankbar gewesen. Wir bekommen heute noch rührende Rückmeldungen.“ Bis auf zwei Wochen im Jahr habe der Zweckverband Kindern heuer Betreuung geboten.

Spaß im Zeltlager in Ainhofen

Wer in den vergangenen Jahren in Jugendausschusssitzungen war, weiß: Franz Obesser ist ein „riesen Fan vom Team des Zweckverbands“, wie er auch diesmal wieder betonte.

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