Im Bereich vor dem Philosophenweg wird es zwar keinen Fahrradschutzstreifen geben, dafür kann nun doch endlich der Gehweg abgesenkt werden.
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Im Bereich vor dem Philosophenweg wird es zwar keinen Fahrradschutzstreifen geben, dafür kann nun doch endlich der Gehweg abgesenkt werden.

Kein Fahrradschutzstreifen am Philosophenweg

Eine Niederlage und ein kleiner Erfolg für die Indersdorfer

  • VonChristiane Breitenberger
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Die Umweltdenker wünschten sich Schutzstreifen für Fahrradfahrer im Bereich der Glonnbrücke. Doch daraus wird nichts. Der Grund sind aber nicht etwa unwillige Gemeinderäte, sondern: die bestehenden Vorschriften.

Indersdorf – Es war am Ende eine grundsätzliche Diskussion, die die Indersdorfer Gemeinderäte in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause führen. Eine, die zeigt: Wenn sich künftig etwas im Bereich mehr Sicherheit für Radfahrer tun soll, brauche es andere Vorschriften. Aber der Reihe nach.

Die Fraktion der Umweltdenker bringt seit 30 Jahren regelmäßig Vorschläge ein, die mehr Sicherheit für Radfahrer schaffen sollen. Heuer im Mai haben sie einen Antrag gestellt, um die Situation an der Staatsstraße im Bereich der Glonnbrücke zu verbessern.

Dort soll, laut Antrag, beginnend am Kreisverkehr, in beide Richtungen ein farbig abgesetzter Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn abmarkiert werden. In Richtung Karpfhofen soll der Streifen über die Glonnbrücke bis zum Kreisverkehr Ludwig-Thoma-Straße führen und eine Anbindung zum Franz-Fischer-Weg und zum Philosophenweg herstellen. In Richtung Marktplatz soll der Streifen den bestehenden Geh- und Radweg vom Kirchweg, der parallel zur Staatsstraße 2050 verläuft, an der Einmündung Ludwig-Thoma-Straße anbinden und über die Glonnbrücke zum Kreisel führen (wir berichteten).

Geltende Vorschriften verhindern Streifen

Doch, wie sich in der Sitzung am Mittwochabend zeigte, wird daraus nichts. Aber nicht, weil der Vorschlag etwa den anderen Fraktionen nicht gefallen hätte, sondern: weil die Schutzstreifen an diesen Stellen nach geltenden Vorschriften nicht realisierbar wären. Das erläuterten die entsprechenden Vertreter der zuständigen Behörden bei einem Ortstermin. Mitte Juli gab es mit Polizei, Staatlichem Bauamt Freising und Landkreis ein Treffen. Die Antragsteller und die neuen Radreferenten der Gemeinde erfuhren dort, warum sich die Stelle nicht für die gewünschten Schutzstreifen eigne. Zusammengefasst: Zwackt man an jeder Seite die nötigen 1,50 Meter für die Streifen ab, bleibt nicht mehr genug vorgeschriebene Mindestbreite für die Staatsstraße 2050.

Antragsteller Gerhard Seemüller (UWD) zeigte sich in der Sitzung geknickt: „Ich bin bissl enttäuscht, dass unser Vorschlag nicht realisiert bar ist, aber so ist eben die Gesetzeslage.“ Und gerade hier sieht er das Problem: Diese Vorschriften seien „Radwegverhinderungssatzungen“! Vieles Gute sei so nicht realisierbar, „da muss sich in den nächsten Jahren dringend etwas ändern!“ Dem pflichtete Fraktionskollege Hans Wessner bei. Ihn ärgert es, dass gute Projekte – wie der Radweg nach der Cyclo nicht realisiert werden können, „weil da einfach ein Eigentümer sagen kann: ,Nein, ich geb’ den Grund dafür nicht her.’ Selbst wenn jemand von einem riesen Acker fünf Meter hergibt, ist das immer noch ein riesen Acker.“ Wessner ging sogar so weit, dass er sagte: „Da sollte sich etwas ändern, dass man in solchen Fällen Druck ausüben kann“, gar – auch wenn das niemand gerne in den Mund nehme – „bis hin zur Enteignung“.

Franz Obesser prognostizierte mit einem Blick auf andere Städte, dass sich in Richtung fahrradfreundliche Vorschriften „durchaus etwas tun wird in Zukunft“. Zudem hatte er am Ende zumindest doch noch eine gute Nachricht: Der hohe Bordstein an der St 2050 vor dem Philosophenweg darf endlich abgesenkt werden – dafür „haben wir uns ja seit vielen Jahren beim Straßenbauamt immer wieder eingesetzt“.

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