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In einem abgezäunten Beet will Peter Keller den kleinen Umweltgarten anlegen. Foto:

Am Philosophenweg in Indersdorf oder an der Mittelschule?

Ein Umweltgarten als Denkanstoß für Umweltsünder

  • Anna Schwarz
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Es soll ein Denkanstoß sein für die kleinen oder großen Umweltsünden: Ein Umweltgarten auf einer öffentlichen Fläche in Indersdorf. Wo, ist noch nicht sicher.

Indersdorf Eine Zigarette schnell wegzuschnippen, ist eine Umweltsünde: Es dauert mehrere Jahre bis sie verrottet. Peter Keller (FW) will im Indersdorfer Philosophenweg deshalb einen Umweltgarten bauen: „Er soll den Leuten einzelne Materialien bezüglich der Zeit der Verrottung darstellen“, so ein Modell hat er im im Urlaub in Österreich entdeckt. Doch einige Räte im Indersdorfer Gemeinderat waren skeptisch, ob der Umweltgarten nicht zu einem Abfallgarten verkommt.

So könnte der Umweltgarten aussehen: In einem abgezäunten Beet mit roten Hackschnitzeln liegen Wegwerfgegenstände, wie eine Zigarette, Plastikflasche, Glas oder Aluminium. An einer Zaunseite hängen Holzschilder zum Umklappen, darauf stehen die Verrottungszeiten der Gegenstände. „Das Projekt könnte mit der Mittelschule umgesetzt werden“, schlug Bürgermeister Franz Obesser in der Ratssitzung am Mittwochabend vor.

Doch CSU-Gemeinderat Werner Scheib, der gleichzeitig Bauhofmitarbeiter ist, kritisierte: „Wer repariert das Ganze, wer räumt des auf? Ich weiß genau, dass sich am Ende der Bauhof drum kümmert – aber wir sind voll mit Arbeit“, und plädierte dafür das Modell an der Mittelschule aufzubauen.

Auf seine Seite schlugen sich Martin Schwarz von der Wählervereinigung Eichhofen-Hirtlbach-Westerholzhausen und Hans Lachner (CSU). Er lehnte den einst als Biotop angedachten Philosophenweg als Modell-Standort ab: „So einen Umweltgarten muss man sauberhalten, der braucht jeden Tag anschauen.“ Er befürchtete, dass Spaziergänger das Verrottungs- Modell missverstehen: „Da werden die Leute eher Müll reinwerfen.“

Helmut Ebert (FW) sah das ganz anders. Er sprach sich eher für einen Standort abseits der Mittelschule aus – im öffentlichen Raum: „Wir wollen ja nicht nur die Schüler sensibilisieren“, und ergänzte: „Es gibt einem schon zu denken, wenn etwas 900 Jahre braucht, um zu verrotten.“

Hubert Böck (SPD) schlug schließlich eine Kompromiss-Lösung vor: Der Umweltgarten könnte in der Nähe der Mittelschule Indersdorf , aber eben im öffentlichen Raum stehen, zum Beispiel am Zugang zum Hallenbad. Nun will der Gemeinderat aber erstmal bei der Mittelschule anfragen, ob Interesse besteht, das Projekt umzusetzen: Das entschied das Gremium gegen drei Stimmen. ANNA SCHWARZ

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