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Über 50 Zuhörer interessierten sich über das Geschehen in der Marktgemeinde. 

Bürgerversammlung in Langenpettenbach

Eingeschränkte Freude über die neue Straße

Für den Senkenschlager Franz Obesser war die Bürgerversammlung in Langenpettenbach ein Heimspiel. Zudem hatte der Bürgermeister sogar noch eine gute Nachricht dabei.

Langenpettenbach – Das dürfte viele Langenpettenbacher freuen: „Mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt von Langenpettenbach (Staatsstraße 2050) ist man ein gutes Stück vorangekommen“, sagte Bürgermeister Franz Obesser am Donnerstagabend auf der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Gschwendtner. Damit hat er die „Bembegga“ wohl deutlich beruhigt, was sich an den emotionslosen Wortmeldungen der Bürger zeigte. Schon lange warten die Langenpettenbacher ja auf eine Verbesserung der Verkehrssituation. Sogar Obesser räumte ein: „Die letzten zwei Jahre haben mich viel Kraft und Nerven gekostet.“ Der notwendige Grunderwerb für diese Straßen- und Wegebaumaßnahme sei heuer erfolgt, so dass einem Vollausbau im kommenden Jahr eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte.

Und noch einen Grund zur Freude nannte Obesser: Diese auf zwei Millionen geschätzte Maßnahme kann verwirklicht werden, ohne die Anlieger zur Kasse bitten zu müssen. Und: Nun lasse sich die Sache auch ohne übertriebenen Grunderwerb verwirklichen. Eine eigene Versammlung mit den betroffenen Anliegern findet noch statt.

Eine „ganz tolle Sache“ nannte Obesser den Neubau von zwei Querungshilfen, wovon eine dem Willen des Gemeinderats entsprechend, aus der Gemeindekasse gezahlt wird. Eine Überquerungshilfe soll es am Ortseingang in Höhe des Anwesens Gattinger geben, eine weitere Überquerungshilfe sei zwischen Brücke und Abzweigung Kindergarten geplant. Die umfangreiche Baumaßnahme beinhalte auch die Kanalsanierung, die Straßenentwässerung und die Erneuerung der Wasserleitung, so dass mindestens zwei, eventuell sogar drei Bauabschnitte notwendig werden. Auch der Brückenneubau über den Pettenbach stehe fest. Am Ortsausgang in Richtung Stangenried soll die Straße zum Hang hin verschoben werden, damit hier später auch ein Gehweg angelegt werden kann.

Wenngleich die Langenpettenbacher zwar nun froh sind, dass die Ortsdurchfahrt endlich in Angriff genommen werden soll, gab es doch ein paar kritische Stimmen zur Ausführung: So bemerkte der ehemalige Gemeinderat Sepp Schneider, dass es ein Frevel sei, die Pettenbach-Brücke abzureißen und durch eine neue zu ersetzen. Schneider weiß, dass diese Brücke erst 55 Jahre alt ist. Seiner Meinung nach sei ein Neubau übertrieben. „Aber da haben wir nichts mitzureden. Das ist Sache des staatlichen Bauamts, und diesen Fachleuten müssen wir glauben“, war die Antwort Obessers.

Schneider wandte sich auch wegen den vielen Temposündern auf der Altomünsterer Straße an den Gemeindechef. Er ist überzeugt, dass diese Ortseinfahrt die beste Einnahmequelle bei Radarkontrollen wäre. Obesser versprach, die von der Gemeinde beauftragte, kommunale Verkehrsüberwachung auf diese Straße aufmerksam zu machen.

Interesse für die neue Ortsdurchfahrt zeigte auch Erwin Jocham. Er bedauerte, dass im Zuge des Ausbaus auch die bestehenden Gehwege herausgerissen werden. „Weil immerhin 60 Zentimeter Untergrund der neuen Fahrbahn ausgehoben werden müssen, gibt es aber keine andere Möglichkeit“, so Obesser.

Wegen eines Gehsteigs an der Altomünsterer Straße, die ja eine Kreisstraße ist, fragte Josef Demmelmeir an. Hierfür gibt es laut Bürgermeister aber noch keine konkreten Planungen. „Man darf aber nicht vergessen, dass der Landkreis die Marktgemeinde schon bei einer Reihe anderer wichtiger Maßnahmen unterstützt hat“, sagte er.

Simon Göttler kritisierte, dass die Straße nach Eichstock schon seit längerem in schlechtem Zustand ist. Diese soll laut Obesser aber wieder hergerichtet werden, wenn das Bayernwerk mit der Verlegung der Trasse für die 110-KV-Leitung fertig ist.

Natürlich kam im Rahmen der Bürgerversammlung auch die ungeliebte Straßenausbau-Beitragssatzung ins Spiel, und zwar im Zusammenhang mit der Marktplatzneugestaltung in Indersdorf. Eine Bürgerin sieht es als ungerecht an, die Anlieger an den Kosten des Marktplatzneubaus zu beteiligen. Hier schränkt Obesser ein, dass die Anlieger nicht an den Freiflächenkosten, sondern nur an den Straßen- und Gehwegkosten beteiligt werden, wie das auch bei den Anliegern der neu gestalteten Ludwig-Thomas-Straße der Fall war.

Josef Ostermair

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