Otto Popfinger
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Otto Popfinger †

Der beliebte Indersdorfer ist friedlich im Alter von 93 Jahren eingeschlafen

Otto Popfinger aus Indersdorf hatte ein großes Herz – für die Heimat und die Welt

Er war stets freundlich und immer für ein gutes Gespräch zu haben. Er packte mit an und engagierte sich in seiner Heimat. Jetzt ist Otto Popfinger im Alter von 93 Jahren gestorben.

Indersdorf – Otto Popfinger wurde am 17. November 1927 als achtes und letztes Kind in Sixtnitgern geboren. „Dich hätt ma nimma braucht“ und „Mir wär lieber gewesen, du wärst ein Engel gworn“ sind die Sätze seiner Mutter, die die Kindheit in Armut widerspiegeln.

Mit 17 Jahren bekam Otto Popfinger den Einberufungsbescheid zur Ostfront, rückte in den Krieg ein und überlebte, mit vielen Schutzengeln begleitet, die Schlacht von Klessin bei Frankfurt an der Oder. Dennoch wurde er verwundet und es folgte die Gefangenschaft in der Lüneburger Heide.

Wieder zu Hause, lernte er seine spätere Ehefrau Christine kennen, die aus Donauschwaben geflüchtet war. Die beiden bauten sich in Indersdorf ein eigenes Haus und zogen zwei Söhne darin groß. Bereits in den 50er Jahren zog es Otto Popfinger samt Gattin auf dem Motorrad hinaus in die Welt. Vor allem nach Italien und ins ehemalige Jugoslawien führten die Reisen des Paars. Viele langjährige Freundschaften vor Ort sind dabei entstanden.

Otto Popfinger arbeitete in der Papierfabrik und hatte bis zum Ende Kontakt zu seinen früheren Arbeitskollegen. Wegen seiner Tätigkeiten als Schlosser, Feinmechaniker, Schweißer, Heizungs- und Sanitärmonteur war er in Indersdorf als der bekannt, der kommt, wenn eine Heizung oder Sonstiges repariert werden musste. Sets war er hilfsbereit, so auch beim Faschingskomitee. Seine Hobbys waren unter anderem das Schwammerl Suchen, das Garteln und das Musizieren mit seinen Spezln. Er war aktiv im Stockschützenverein Glonn und dem Krieger- und Soldatenverein.

Auch bis nach Amerika pflegte er Kontakte, wohin seine Nichte ausgewandert war. Diese war mitsamt ihrer Familie oft zu Gast und suchte immer wieder die Nähe zum Onkel Otto.

Der Verstorbene hat neben seinen Enkeln auch vier Urenkel. Bis zuletzt wurde er von der ganzen Familie, vor allem aber von seiner Frau Christine umsorgt. Noch im Sommer konnte das Paar seine 70 Jahre lange Ehe mit der Gnadenhochzeit feiern.

Diakon Raimund Richter resümierte auf der Beerdigung, dass der Wunsch von Otto Popfingers Mutter, er solle doch ein Engel werden, nun wohl in Erfüllung gegangen sei. „Es geht einer, der stets freundlich und für einen Ratsch oder witzigen Spruch aufgelegt war“, so Richter. Otto Popfinger ist am 3. Januar friedlich eingeschlafen. dn

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