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„Schon ein seltsamer Zufall“: Lustige Anekdoten der Feuerwehr von Pannen und kuriosen Rettungsaktionen

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Von: Verena Möckl

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Die Rettungsgeschichte vom Jungrind Burgl, das in eine Güllegrube in Tiefenlachen gefallen ist, erzählen sich die Mitglieder der Indersdorfer Feuerwehr schon seit 13 Jahren immer wieder.
Die Rettungsgeschichte vom Jungrind Burgl, das in eine Güllegrube in Tiefenlachen gefallen ist, erzählen sich die Mitglieder der Indersdorfer Feuerwehr schon seit 13 Jahren immer wieder. © Indersdorfer Feuerwehr

Zum 150. Jubiläum der Indersdorfer Feuerwehr haben sich zwei langjährige Mitglieder an lustige Momente aus dem Feuerwehrleben erinnert.

Indersdorf – Es sind Geschichten von Pannen, kuriosen Rettungsaktionen und seltsamen Zufällen. Wenn Georg Mair, 67, und Jim Moser, 65, von früher erzählen, ist es so, als wäre man selbst dabei gewesen. Die langjährigen Indersdorfer Feuerwehrmänner haben zum 150. Jubiläum der Indersdorfer Wehr die lustigsten Anekdoten aus dem Leben der Indersdorfer Wehr gesammelt. Während sie davon erzählen, können sich die beiden das Lachen kaum verkneifen.

Lustige Geschichten der Indersdorfer Feurwehr: Eine besondere Segnung

Haben viel erlebt: die langjährigen Feuerwehrmänner Jim Moser (l.) und Georg Mair.
Haben viel erlebt: die langjährigen Feuerwehrmänner Jim Moser (l.) und Georg Mair. © Roswitha Höltl

Gerade erinnern sie sich an die Segnung eines Tanklöschfahrzeugs 1989. „Das war eine lustige Sache“, sagt Moser. Der damalige Pfarrer Gerhard Kauf kündigte am Ende der Zeremonie an, noch all jenen einen besonderen Segen zu erteilen, die er nicht oft in der Kirche sehe.

Dabei blieb er vor dem damaligen Vorsitzenden und Gastwirt Hubert Steidle stehen, tauchte seinen Pinsel kräftig in den Weihwasserkessel und schwang ihn, dass es nur so spritze und tropfte. „Der Pfarrer hat den Steidle so richtig nass gemacht“, sagt Mair und grinst.

Bizarre Erlebnisse bei der Indersdorfer Feuerwehr: Eingesperrt ins Toilettenhäuschen

Seit über 50 Jahren ist Mair bei der Indersdorfer Feuerwehr, Moser seit über 40 Jahren. Lustige Geschichten wie diese kennen die beiden zuhauf. Bei vielen waren Moser und Mair selbst dabei, manche kennen sie nur aus Erzählungen. Etwa als der ehemalige Gerätewart Reinhardt Schneider auf dem Klo festsaß, weil die Klinke abgebrochen war. Ganze drei Stunden lang.

„Das war schon saublöd“, kommentiert Moser und kichert. Wäre nicht ein Feuerwehrmann zufällig vorbeigekommen, hätte der arme Gerätewart noch länger auf der Toilette ausharren müssen.

„Ein seltsamer Zufall“: Burgl befreit Burgl

Das war aber nicht die einzige Toiletten-Rettungsaktion bei der Indersdorfer Feuerwehr. Auch eine Kuh haben Mosers und Mairs Kollegen einmal aus einer misslichen Lage befreit. Das Jungrind namens Burgl war am 31. Juli 2009 in Tiefenlachen in eine Güllegrube gefallen und steckte bis zum Hals im Mist fest. Doch Rettung nahte. Die Indersdorfer Feuerwehr rückte an und zog den verschreckten Burgl mit einer Drehleiter aus dem Dreck.

Das Kommando hatte damals Thomas Burgmair, der von allen Burgl genannt wurde. „Da hat der Burgl seinen Namensvetter gerettet“, sagt Moser und lacht. „Das ist schon ein seltsamer Zufall“, meint Mair. Für beide Burgls gab es nach dem Einsatz jedenfalls erstmal eine gründliche Dusche.

„Geplärrt hab ich wie ein Jochgeier“: Rettung in letzter Sekunde

Mit einer Kuh haben auch Mair und Moser etwas erlebt, das die beiden so schnell wohl nicht mehr vergessen werden. Eine Rettung in letzter Sekunde kann man sagen. Doch die Feuerwehrmänner mussten in diesem Fall nicht eine Kuh retten, sondern vor einer Kuh gerettet werden.

Bis zum Hals im Dreck steckte das Jungrind Burgl.
Bis zum Hals im Dreck steckte das Jungrind Burgl. © Indersdorfer Feuerwehr

Die Indersdorfer Feuerwehr rückte für einen Einsatz aus. In Thalmannsdorf brannte es auf einem Bauernhof. Während Mair damit beschäftigt war, das Feuer zu löschen, entdeckte Moser eine verschreckte Kuh. „Das war a Mordsvieh“, erinnert sich Moser. Und dieses „Mordsvieh“ kam direkt auf den nichts ahnenden Mair zugerast. Moser versuchte aus Leibeskräften, seinen Freund zu warnen. „Geplärrt hab ich wie ein Jochgeier“, erzählt er. Mit Erfolg.

Mair drehte sich erschrocken um. Das Strahlrohr immer noch in der Hand. Nun erschreckte sich auch die panische Kuh. „Auf das Geplärre habe ich mich mit dem Strahlrohr umgedreht und mit dem Wasserstrahl zuerst Jim Moser und dann das Rindvieh voll erwischt“, erzählt Mair. Die Kuh machte eine Vollbremsung und legte dann schnellstens eine Kehrtwende ein. Die Sache ist noch einmal gut ausgegangen – wenn auch sehr knapp.

Imaginäre Telefone bei der Indersdorfer Feuerwehr: Eine amüsante Katastrophenübung

Eine andere Geschichte, an die sich die beiden gerne zurückerinnern, hat nichts mit Tieren zu tun, dafür mit einem Telefon. Mair und der Feuerwehrmann Reinhard Schneider nahmen in den 1980er Jahren an einer Katastrophenübung im Landratsamt Dachau teil.

„Das war für uns eine sehr entspannte erste Planspielrunde“, erzählt Mair. Die Spielleitung teilte den Feuerwehren ihre Aufgaben per Telefon mit. Im Gegensatz zu anderen Wehren aus dem Landkreis machten Mair und Schneider aber keine Anstalten, den fiktiven Hörer abzunehmen. „Die Spielleitung war total irritiert“, so Mair.

„Auch die Vertreter der anderen Feuerwehren haben unser Verhalten nicht verstanden. Wir haben aber genau gewusst, warum wir nichts machten“, sagt Mair und grinst. „Im Indersdorfer Feuerwehrhaus gab es damals noch gar keinen Telefonanschluss.“

Mittlerweile ist die Indersdorfer Wehr selbstverständlich telefonisch erreichbar. 1989 hat sie ihr erstes Telefon bekommen. Schwachstelle beseitigt. Für Planspiele solcher Art müsste sie also bestens gewappnet sein. Außer es geht um Mobiltelefone. Mit Handyempfang sieht es am Feuerwehrhaus in Indersdorf nämlich schlecht aus.

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