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Auch hier müssen die Eltern künftig mehr zahlen: Etwa 20 Prozent werden die Betreuungskosten im Haus der Kinder in Indersdorf ab dem 1. September steigen.

Gebührenerhöhung um bis zu 20 Prozent

Gemeindliche Kinderbetreuung in Indersdorf wird teurer

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In den vergangenen fünf Jahren hat die Gemeinde versäumt, die Gebühren für die eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen anzupassen. Deshalb ist die jetzige Erhöhung in Indersdorf für Eltern ziemlich happig. Doch das ist zu kurz gedacht.

Indersdorf – Klare Sache. Für die Eltern ist es schmerzhaft, dass sie künftig mehr für die Betreuung ihrer Schützlinge zahlen müssen. In seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend hat der Indersdorfer Gemeinderat einstimmig die Anpassung der Gebühren für die gemeindlichen Kindertageseinrichtungen beschlossen. Die Rede ist von einer Erhöhung bis zu 20 Prozent.

Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser ordnet die Lage zu Beginn ein: „Wir haben unsere Gebühren jetzt fünf Jahre lang nicht angepasst. Allein wegen der gestiegenen Kosten ist dies aber nun dringen nötig.“ Die Gemeinde sammelt jedes Jahr ein Defizit von 778 600 Euro mit dem Betrieb der eigenen Kindertageseinrichtungen an (540 400 Euro beim Haus der Kinder, 158 200 Euro beim Kindergarten Niederroth und 80 000 beim Kindergarten Langenpettenbach) an. Im Vergleich zahlen Eltern derzeit deutlich weniger für die Betreuung ihres Kindes in einem gemeindlichen Kindergarten als bei einem kirchlichen oder freien Träger. Vier bis fünf Stunden in der Kinderkrippe in Niederroth kosten zum Beispiel 170,40 Euro, in St. Vinzenz hingegen 200 Euro; oder acht bis neun Stunden im Haus der Kinder kosten derzeit 133 Euro und im St. Vinzenz Kindergarten 165 Euro.

Helmut Ebert von den Freien Wählern betonte in der Sitzung: „Es muss ein Gleichgewicht geben zwischen freien und gemeindlichen Kindergärten, damit die Wahl der Betreuungseinrichtung keine reine Geldsache ist.“ Dennoch plädiert er dafür, mit der nächsten Anpassung nicht so lange zu warten, „damit der Sprung für die Eltern nicht zu groß ist.“

Über die dringende Notwendigkeit der Erhöhung waren sich alle Gemeinderäte fraktionsübergreifend einig. Dennoch kritisierte etwa Thomas Loderer (Bürgerblock Niederroth) die Höhe. „Kann man nicht erstmal moderater erhöhen?“, forderte er. Kann die Gemeinde nicht, da sie die Gebühren trotz gestiegener Kosten so lange nicht angepasst hat. „Doch rechnerisch gesehen hat man die Eltern durch diese Nicht-Anpassung jahrelang entlastet“, erklärt Indersdorfs Geschäftsführer Klaus Mayershofer gestern auf Nachfrage und betont: „Niemand hat daraus einen Nachteil erlitten“. Bereits in der Sitzung betonte Florian Socher von den Umweltdenkern: „Rechnerisch ist es so für die Eltern besser, als wenn wir bereits in den vergangenen Jahren moderat angepasst hätten.“

Die Gemeinderäte einigten sich darauf, die Beiträge ab dem 1. September wie folgt anzupassen: Für die Krippe um etwa 15 Prozent (drei bis vier Stunden sollen künftig 196 Euro kosten), für die Kindergärten und das Haus der Kinder um etwa 20 Prozent (acht bis neun Stunden sollen dann 160 Euro kosten).

Für die Kinder aus sozial schwachen Familien springt ohnehin die Sozialhilfe ein, erklärte Mayershofer. Künftig will die Gemeinde ihre Gebühren wieder regelmäßiger anpassen und sich dabei an anderen Gemeinden wie an anderen Trägern orientieren.

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