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Nicht besonders sicher: Bisher müssen Radfahrer, die von Indersdorf Richtung Weichs oder Vierkirchen wollen, auf der Straße fahren. Einen Radweg gibt es hier nicht. Das wollen einige Fraktionen ändern.

Indersdorf/Weichs

Das Sechs-Fraktionen-Projekt

  • VonChristiane Breitenberger
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Sechs Fraktionen aus zwei Gemeinden haben sich mit einem Anliegen an ihre Bürgermeister gewandt –sie wünschen sich einen Radweg, der es für Weichser und auch Indersdorfer möglich macht, sicher zur S-Bahn nach Vierkirchen zu kommen.

Radverkehr wird immer wichtiger, das ist genauso unstrittig, wie dass es dafür auch ein gut ausgebautes Radwegenetz braucht – selbstredend auch gemeindeübergreifend.

Sechs Fraktionen aus Indersdorf und Weichs wollen sich jetzt dafür einsetzen, dass drei neue Abschnitte für Radfahrer realisiert werden. Einmal, als erster Bauabschnitt gedacht, die Herstellung eines Radwegs zwischen Cyclo und der Abzweigung Richtung Zillhofen. „Für die radläufige Verbindung zwischen Markt Indersdorf und dem bestehenden Radweg zwischen Weichs und Esterhofen fehlt ein rund 330 Meter langes Teilstück zwischen Cyclo und der Abzweigung Richtung Zillhofen. Von da an kann die Lücke zum bestehenden Radweg vorläufig über den Ortsteil Zillhofen geschlossen werden,“ heißt es in dem Antrag.

Alte Hasen in der Indersdorfer Gemeindepolitik wissen: Das Thema ist nicht neu. Hans Wessner, Fraktionssprecher der Umweltdenker in Indersdorf, ist selbst seit mehreren Legislaturperioden im Gemeinderat. Er weiß, wie lange es die Idee eines sicheren Radwegs, vor allem zur S-Bahn in Vierkirchen, schon gibt. „Wir Umweltdenker wollen das kleine Stück von Indersdorf bis Zillhofen schon eine Ewigkeit, es gab auch immer wieder Gespräche, bisher gab es aber immer Schwierigkeiten.“ Ein Problem ist auch: Die geplante Strecke liegt zu einem Teil auf Indersdorfer, zum größeren Teil auf Weichser Grund.

Deshalb kam es zu dem Gemeinschaftsprojekt der Fraktionen aus den beiden Gemeinden. Seit der Kommunalwahl gibt auch neue Fraktionen in den Gremien. Fraktionen, die in Indersdorf wie in Weichs sitzen. „Also dachten wir uns: Wir wollen das zusammen mit den Grünen angehen“, erklärt Wessner. Als die SPD von der Zusammenarbeit Wind bekam, „war sie auch sofort dabei, und weil wir in Indersdorf ja jetzt auch Fahrradreferenten haben, holten wir die gleich mit ins Boot.“ Und so kommt es, dass vor kurzem ein Antrag an den Weicher und den Indersdorfer Bürgermeister ging, den sechs verschiedene Fraktionen unterzeichnet hatten. Die Grünen und die SPD aus beiden Gemeinden, sowie in Indersdorf die Umweltdenker und Christian Windele vom Bürgerblock Niederroth als stellvertretender Fahrradreferent.

Und all diese Fraktionen wünschen sich, „dass sich die beiden Gemeindeverwaltungen über ein gemeinsames Vorgehen beraten und die Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern aufnehmen“, so heißt es in dem Antrag.

Da das erste Teilstück vor allem von besonderer Bedeutung für die radläufige Verbindung zwischen Indersdorf und der S-Bahn-Haltestelle Vierkirchen/Esterhofen, ist, ist klar, „dass es hier keine 50:50 Aufteilung der Kosten geben soll“, betont Hans Wessner, „sondern eine gesonderte Vereinbarung.“

Als zweiten Bauabschnitt wünschen sich die Unterzeichner einen Radweg von der Einfahrt Zillhofen zum bestehenden Radweg entlang der DAH 11 zwischen Weichs und Esterhofen. „Durch die Herstellung wird die radläufige Verbindung zwischen Weichs und Markt Indersdorf geschlossen“, so der Antrag. Der zweite Bauabschnitt ist nötig, da „die jetzige Verbindung zwischen Engelbrechtsmühle über das Weichser Wehr zur Mühle in Weichs bei schönem Wetter sehr attraktiv ist, wegemäßig jedoch nicht als Radweg ausgebaut und bei Dunkelheit, länger regnerischem Wetter oder eisiger Fahrbahn und Schneematsch, eine Gefährdung darstellt“.

Und als dritter Bauabschnitt ist die Planung eines Radweges zwischen Weichs und dem Indersdorfer Ortsteil Glonn angedacht. Hier beantragen die sechs Fraktionen „die Aufnahme von Gesprächen zwischen den beiden Gemeindeverwaltungen über eine mögliche Trassenführung.“ Da das von der „Realisierbarkeit sehr unterschiedliche Bauvorhaben sind, „wollen wir die Punkte alle getrennt zur Abstimmung stellen“, erklärte Hans Wessner.

Der Antrag wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen in Weichs und in Indersdorf behandelt werden. Die Antragsunterzeichner denken auch, dass sie bei ihren Kollegen in den Gremien keine harte Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn es generell um die Notwendigkeit des Ausbaus des bestehenden Radwegenetzes geht. Im Antrag heißt es nämlich auch: „Darüber besteht weitgehende Einigkeit aller in den Gemeinderäten von Weichs und Markt Indersdorf vertretenen Fraktionen.“

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