Jakob Schnell STV Ainhofen Urkunde
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Jakob Schnell ist jetzt Ehrenvorsitzender beim STV Ainhofen. Sein Sohn Alexander führt den Verein aktuell.

STV Ainhofen hat aktuell 200 Mitglieder

Stammtischverein feiert 45-Jähriges: Geselligkeit pflegen und ein bisserl kicken

  • vonJosef Ostermair
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Aus einer Bierlaune heraus ist 1976 der Stammtischverein (STV) Ainhofen entstanden. Dieser mittlerweile 45 Jahre alte Verein ist im Laufe der Jahre auf 200 Mitglieder angewachsen.

Ainhofen – Ziel der Vereinsgründung war es, die Geselligkeit im Ort zu pflegen und Fußball zu spielen, was mangels Fußballplatz gar nicht so einfach war. Dennoch absolvierte das Team von Freizeit-Kickern von 1977 bis 1989 auf den verschiedensten Plätzen der Umgebung rund 200 Spiele mit mehr oder minder großem Erfolg. Es ging eher um den Spaß am Fußballspiel und das anschließende gemütliche Beisammensein. Selbst in Österreich und Ungarn wurde gekickt, es entstanden sogar Fußball-Freundschaften, die ihren Ursprung auf dem Münchner Oktoberfest gefunden hatten.

So eine Fußball-Freundschaft entwickelte sich mit dem Ort Haibach bei Aschaffenburg. Alljährlich fanden Besuche oder Gegenbesuche statt, immer verbunden mit Fußball.

Im Laufe der Jahrzehnte ließ das Interesse am Fußball aber leider nach, und die dünne Spielerdecke tat das Übrige dazu, dass der Ball beim STV vier Jahre lang ganz ruhte. Weil aber in dieser Zeit wieder jüngere Fußballer, die zum Teil schon Punktrunden-Erfahrung bei Nachbarvereinen wie Indersdorf, Hilgertshausen oder Jetzendorf gesammelt hatten, immer mehr Lust auf Fußball im STV verspürten, fand sich eine Mannschaft zusammen, die allwöchentlich auf der Anlage des SV Langenpettenbach trainierte. Ab der Saison 1994/1995 trat sie auch in der C-Klasse an.

Jakob Schnell, der von der Vereinsgründung an technischer Leiter war, erinnert sich noch gut an das erste offizielle Punktspiel: Vor 250 Zuschauern gab es einen hohen mit 8:0-Sieg gegen Olympia Moosach. An Euphorie fehlte es nicht, und Ainhofen schaffte schon nach der ersten Spielsaison den Aufstieg in die B-Klasse. Unvergessen bleibt die Aufstiegsfeier vor dem Vereinsgasthaus Hecht, das es heute leider nicht mehr gibt.

Nach zwei Jahren B-Klasse war der Abstieg in die C-Klasse jedoch nicht zu verhindern. Hauptsächlich lag das an der immer dünner werdenden Spielerdecke. Das führte so weit, dass der STV sein Team in der Winterpause der Saison 2010/2011 vom Punktspielbetrieb abmelden musste.

Rückblickend erachtet es Jakob Schnell, der „Motor“ in der 45-jährigen Vereinsgeschichte, als richtig, dass man den Fußball-Punktspielbetrieb eingestellt hat, „weil wir es partout abgelehnt haben, Spieler zu bezahlen und die Pflege eines geselligen Vereinslebens für einen Ort wie Ainhofen wichtiger ist“.

Das Vereinsleben kam jedenfalls mit dem Aus für die Punktrundenmannschaft nicht zum Erliegen. Das Gegenteil war der Fall, was die gesellschaftlichen Veranstaltungen angeht, ging es bergauf. Kein anderer Verein im Ort bietet seither so viel Geselligkeit wie der STV. Wanderungen, Ausflüge, Grillfeste am Freibad, Oktoberfeste in Kleinschwabhausen oder der alljährliche Volksfestbesuch in Indersdorf stehen fest im Veranstaltungskalender des STV, wenn nicht gerade ein Corona-Jahr kommt.

Seit 1983 wird der STV als eingetragener Verein geführt. Jakob Schnell folgte 1992 Richard Benkard als Vorsitzender und übergab dieses Amt 2017 in die Hände seines Sohnes Alexander Schnell. Zum stark verjüngten Vorstand gehören Willi Heilmann (stellvertretender Vorsitzender), Kassier Peter Tschiesche, Schriftführer Thomas Pabst und Beisitzer Thomas Möckl.

Gleich nachdem Jakob Schnell das Amt des Vereinschefs abgegeben hatte, wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Auch weil der neue Vorstand aus jungen Vätern besteht, wird bei der Vereinsprogrammgestaltung ein besonderes Augenmerk auf die Kinder gelegt. So wurden schnell ein Ostereiersuchen und andere Kinder-Aktionen eingeführt.

Dass der Vorstand des STV beschlossen hat, wegen der Fülle von Veranstaltungsausfällen heuer keinen Vereinsbeitrag abzubuchen, betrachtet Schnell als einen Akt der Wertschätzung gegenüber den Mitgliedern. Schnell: „So etwas darf ruhig Nachahmer finden!“

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