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Als Schwester Lumbrosahat Anni Bickl Großartiges für kranke Menschen geleistet. Nun ist sie 85-jährig verstorben.

Franziskanerin aus Glonn gestorben

Schwester M. Lumbrosa im Alter von 85 Jahren gestorben

Schwester Lumbrosa ist im Alter von 85 Jahren gestorben. In Glonn kannte sie jeder als Anni Bickl.

Glonn Unter ihrem Schwesternnamen M. Lumbrosa kannten sie die wenigsten, aber als Bickl Anni ist sie vielen Glonnern in guter Erinnerung. Die dem Orden der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf angehörende Schwester hat im Alter von 85 Jahren für immer die Augen geschlossen.

Anni Bickl erblickte am 12. Februar 1934 in Glonn das Licht der Welt. Als jüngstes von drei Kindern durfte sie in einer rechtschaffenden, christlichen Familie aufwachsen. Nach ihrer Volksschulzeit in Indersdorf half sie zunächst in der elterlichen Landwirtschaft und im Haushalt mit. Sie war sehr christlich, wovon ihre Mitgliedschaft bei der Pfarrjugend zeugt, und so folgte sie schließlich dem leisen Ruf Gottes zur Nachfolge im Ordensstand.

Mit 19 Jahren nahm sie eine Stelle als Stationsmädchen im Kreiskrankenhaus Dachau an, dort wirkten auch die Mallersdorfer Schwestern. Während dieser Zeit festigte sich bei ihr der Entschluss, ins Kloster zu gehen. So trat sie am 23. Oktober 1954 in die Ordensgemeinschaft der Mallersdorfer Schwestern ein. Nach einem Praktikum in der Krankenpflege erhielt Anni Bickl im Oktober 1956 das Ordenskleid und den Schwesternnamen Lumbrosa. Im Anschluss an das erste Noviziatsjahr konnte sie die Krankenpflegeschule besuchen, die sie 1959 erfolgreich mit der staatlichen Prüfung abschloss. Ihre Profess legte sie im Oktober 1959 ab.

Danach wurde sie im Kreiskrankenhaus Waldsassen eingesetzt. Da im Operationsbereich besonderer Bedarf bestand, besuchte Anni Bickl berufsbegleitend Kurse und erwarb sich so die Anerkennung als Krankenschwester im Operationsdienst, wozu sie sich sehr gut eignete.

Äußerst gewissenhaft tat sie ihren Dienst, oft wurde sie auch auch in der Nacht gerufen, doch das nahm sie gerne in Kauf, denn neben dem Ordensleben war auch die Arbeit im Dienste kranker Mitmenschen für sie Berufung. Wichtig war ihr, dass den Patienten, die sie auch auf der Station besuchte, geholfen werden konnte. 46 Jahre tat sie im Krankenhaus ihren Dienst und war sowohl bei den Mitarbeitern, als auch bei den Ärzten sehr geschätzt und beliebt.

Ihre aufopferungsvolle Arbeit und der unermüdliche Einsatz wurden schon 1994 und auch noch im Jahre 2005 mit hohen Ehrungen des Landkreises Tirschenreuth und der Stadt Waldsassen belohnt, bevor ihr Dienstort aufgelöst wurde.

So sehr sie ihre Arbeit mit kranken Menschen liebte, so gerne kehrte sie während ihres alljährlichen Urlaubs in ihren Heimatort Glonn zurück. Hier war sie in der Familie ihres Bruders Josef sehr geschätzt. Freilich hat sie ihren Urlaub auch dazu genützt, Schulfreundinnen im Raum Indersdorf zu besuchen.

Nach der Krankenhaus-Zeit verbrachte sie ihr hingebungsvolles Leben im Schwesternheim St. Maria, wo sie noch sieben Jahre bereitwillig im Speisesaal mithalf. Hilfsbereit und umgänglich, wie man die freundliche Schwester ja kannte, sorgte sie gerne für das Wohl ihrer Mitschwestern, bis sie sich 2012 selbst auf die Pflegestation begeben musste. Solange es ihre Gesundheit erlaubte, übernahm sie in der Kapelle Anbetungsstunden. Auch auf dem Krankenlager gedachte sie bis zu ihrem Tod im Gebet der vielen Anliegen in Kirche und Welt. Schwestern vom Schlage einer Anni Bickl fehlen in der heutigen Zeit, wo man nur hinschaut.

ost

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