Viele Glonner wünschen sich einen Gehweg im Bereich Mühlberg, aber die Straße ist im Kurvenbereich ohnehin schon sehr eng.
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Viele Glonner wünschen sich einen Gehweg im Bereich Mühlberg, aber die Straße ist im Kurvenbereich ohnehin schon sehr eng.

Schlechte Nachrichten für die Bürger

Gemeinderat Indersdorf: Chancen für Gehwege in Glonn sind marginal

  • VonChristiane Breitenberger
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Die Glonner hätten so gern Gehwege – und das schon seit Jahren. Doch die Chancen stehen denkbar schlecht, wie jetzt in der Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Nur ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer bleibt.

Indersdorf/Glonn – Langjährige Gemeinderäte kennen das Thema bereits seit einiger Zeit: Viele Glonner wünschen sich in ihrem Ort mehr Gehwege. Konkret: einmal vom Hammerschmiedweg bis zur Einmündung Mühlberg und einmal von der Emmeranstraße Richtung Süden als Anschluss an den jetzigen Gehweg.

Mehrmals brachten die Glonner ihr Anliegen bei Bürgerversammlungen vor, die Wählergruppe Umweltdenken stellte bereits 2017 einen Antrag auf den Fußweg Hammerschmiedweg/Mühlberg. Im Sommer 2019 beschlossen die Gemeinderäte, dass sich ein Ingenieurbüro die Sache einmal ansehen und prüfen soll, unter welchen Voraussetzungen das Projekt möglich wäre. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die Leiterin des Technischen Bauamts, Andrea Waltinger, die ernüchternden Ergebnisse dieser Untersuchung vor. Schnell wurde deutlich: Die gewünschten Gehwege lassen sich nach jetzigem Stand nicht verwirklichen!

Waltinger legte die Argumente der Ingenieurbüros ausführlich dar. Die Kernprobleme sind: Der Straßenabschnitt ist jetzt schon sehr eng. „Wenn ein Lkw entgegenkommt, muss man schon jetzt anhalten und ihm vorbeilassen, um in die Kurve fahren zu können“, beschreibt Waltinger die Situation vor Ort. Mit Gehweg müssten „wir noch mal 80 Zentimeter von der Straße wegnehmen, was eigentlich nicht möglich ist [...] so wird das Straßenbauamt nicht mitmachen.“ Andrea Waltinger erklärte weiter: „Ohne das staatliche Bauamt können wir das gar nicht machen.“ Denn auch die Entwässerung an der Stelle sei nur „sehr kompliziert zu machen“.

Bürgermeister Franz Obesser macht den Gehwegbefürwortern keine allzugroßen Hoffnungen: Der Baulastträger – in dem Fall der Freistaat, nicht die Gemeinde – plant nicht, die Staatsstraße in dem Bereich zu sanieren. Die Ortsdurchfahrt sei derzeit auf keiner Priorisierungsliste. Sprich: Sollte das Straßenbauamt die Ortsdurchfahrt irgendwann umbauen wollen – und man in diesem Zug die Gehwege noch mal angehen könnte – wird das nach heutigem Stand noch sehr, sehr lange dauern.

Ein weiteres Kernproblem ist Glonn: Will die Gemeinde hier einen Gehweg bauen, braucht sie dafür Grund – und den müsste sie erst von Privatleuten kaufen. „Was bekanntlich nie einfach ist“, so der Bürgermeister.

Die Tiefbauamtsleiterin fasste zusammen: Beide Vorhaben sind nicht möglich, ohne in den ohnehin sehr engen Straßenquerschnitt einzugreifen. „Eine weitere Einengung der Straße in diesen Bereichen würde stark zulasten der Verkehrssicherheit gehen.“ Deswegen riet die Verwaltung den Gemeinderäten auch, die Planung der Gehwege derzeit nicht weiter zu verfolgen.

Hans Wessner von den Umweltdenkern wollte das so nicht stehen lassen. Er schlug vor, das Gespräch mit den Grundstückseigentümern zu suchen. Zudem war er dafür, ein Provisorium zu schaffen. Etwa mit Kies. Straßenbauingenieur Olaf Schellenberger (CSU) mahnte hier: „Achtung, mit einem Provisorium gaukelt man Sicherheit vor, die nicht gegeben ist.“ Die Räte entschieden sich mehrheitlich dagegen. Huberts Schulz warnte vor einer „Verschlimmbesserung“.

Bei seinem Vorschlag für einen Zebrastreifen winkte Bürgermeister Obesser sofort ab. „Wir bringen hier die nötigen Querungszahlen nicht her“, das habe sich bereits an vielen anderen Stellen gezeigt.

Am Ende entschieden sich die Räte trotzdem – dem Vorschlag der Verwaltung entgegen – mehrheitlich dafür, die Sache nicht ruhen zu lassen. Es sollen Lösungen gesucht werden, die Gehwege zu realisieren, womöglich ohne das Staatliche Bauamt. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Gemeinde ein Projekt auf eigene Faust umsetzt.

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