+
Voller Einsatz: Die Feuerwehrmänner kämpften bis zur Erschöpfung. 

Feuerwehren kämpften bis zur Erschöpfung

Großbrand in Indersdorf: Schaden immens, Ursache ein Rätsel

Bis zur Erschöpfung haben rund 230 Feuerwehrleute am Mittwoch gegen den Großbrand in einer Indersdorfer Lagerhalle gekämpft. Der Sachschaden ist immens. Die Ursache könnte ein Rätsel bleiben.

Markt Indersdorf – Als die etwa 40 mal 55 Meter große Lagerhalle in der Indersdorfer Industriestraße am Mittwochnachmittag gegen 14.50 Uhr Feuer fing, entwickelte sich eine bis in den Landkreis München sichtbare, dunkle Rauchwolke. 


Aus allen Winkeln des Landkreises fuhren Feuerwehrleute zum Brandherd. Ein Jungfeuerwehrmann aus Arnbach etwa wurde gesichtet, als er in voller Montur so schnell wie ein Tour-de-France-Teilnehmer in die Nachbargemeinde radelte. Rund 230 Aktive aus 16 Landkreisfeuerwehren waren es am Ende, die sich in die Arbeit stürzten.

Die Brandbekämpfung erfolgte mit mehreren Löschrohren, unterstützt wurde diese vom Wasserwerfer der Drehleiter. Aufgrund der starken Rauchentwicklung waren die Löscharbeiten größtenteils nur unter schwerem Atemschutz möglich. „Die sommerlichen Temperaturen erforderten einen großen Bedarf an Atemschutzträgern, da diese wegen der schweißtreibenden Tätigkeit laufend ausgetauscht werden mussten“, erklärt Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser. Zudem stand direkt neben dem Feuerherd ein Flüssiggastank, den es zu kühlen galt, um eine Explosionsgefahr zu verhindern.

Das THW musste mit einem Radlader das Gebäude komplett abtragen, damit Glutnester gelöscht werden konnten.

„Anfangs wurden noch zwei Personen in dem Gebäude vermutet. Nachdem die Suche erfolglos blieb, wurden die Vermissten telefonisch erreicht und waren wohlauf, sie hielten sich nicht am Brandort auf. Glücklicherweise wurde bei dem Feuer niemand verletzt“, so Reimoser.

Auch das THW Dachau war an dem harten Einsatz beteiligt

Von Anfang an mit dabei waren 15 Helfer des THW Dachau. Da das Gebäude einsturzgefährdet war und die Feuerwehr nicht von innen löschen konnten, musste das THW mit einem Multifunktionsgreifer sowie einem Radlader nach und nach die einzelnen Gebäudeteile abtragen und separieren, damit versteckte Glutnester gelöscht werden konnten. „Es gab keine Komplikationen“, so der stellvertretende THW-Ortsbeauftragte Christian Weber. Seine Männer und er waren bis 22.15 Uhr beschäftigt, bevor es zurück zur Mannschaftsunterkunft nach Günding ging. Gegen 22.30 Uhr konnte auch Großteil der Einsatzkräfte die Unglücksstelle verlassen und in ihre Standorte einrücken. Die Feuerwehr Indersdorf blieb mit einer Brandwache die Nacht über vor Ort.

Zahlreiche Atemschutzträger mussten ran, weil es zu starker Rauchentwicklung in der brennenden Lagerhalle kam.

Die Unglücksursache ist für die Ermittler ein Rätsel, das sie vielleicht niemals ganz lösen werden. „Es ist keine konkrete Aussage möglich. Der Zerstörungsgrad ist zu hoch. Wir haben bislang nicht einmal die Ausbruchsstelle ermitteln können“, teilt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Jürgen Weigert, mit. Bislang lägen keine Anhaltspunkte für ein fahrlässiges oder gar vorsätzliches Vorgehen vor. Einen technischen Defekt schließt die Polizei nicht aus, da in dem Gebäude zahlreiche Stromleitungen verlegt sind.

Bilder: Feuer vernichtet Halle im Indersdofer Industriegebiet

Die Schadenshöhe ist immens. Nach einer vorläufigen Einschätzung dürfte sie bei 700 000 bis eine Million Euro liegen. Der Grund: In der Halle waren etliche Gegenstände von Wert gelagert. So etwa ein Boot, ein Verkaufsstand, Möbel, sowie Kleidung, die zum direkt angrenzenden Secondhandladen gehören. Im Gebäude hatte überdies die Firma Nightstyle DJ & Event ihre Sachen gelagert. „Sämtliches Licht- und Tonequipment wurde zerstört“, teilt Sebastian Stachs von Nightstyle mit. Der Schaden hier dürfte in die Tausende Euro gehen.

Thomas Zimmerly

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jakob aus Ainhofen
Jakob heißt der süße Bub von Karin und Chris Hilgert, der im Amperklinikum Dachau das Licht der Welt erblickt hat. Bei der Geburt war er 52 Zentimeter groß und brachte …
Jakob aus Ainhofen
Bürgerversammlungsmarathon
Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl hat einen Marathon an Bürgerversammlungen hinter sich.
Bürgerversammlungsmarathon
ÖDP nominiert 37 Frauen und 33 Männer
Die ÖDP hat 37 Frauen und 33 Männer für die Kreistagswahl 2020 aufgestellt. Auf Listenplatz eins steht Hauke Stöwsand, der auch Landrat werden möchte. Ein bekannter …
ÖDP nominiert 37 Frauen und 33 Männer
Statt Parkhaus: SPD, Grüne und Bündnis wollen Bau einer weiteren Grundschule prüfen lassen
Nachdem das geplante Parkhaus auf der Ostseite des Bahnhofs – dort, wo heute noch eine Kleingartenanlage steht – aus verkehrlichen Gründen nicht realisiert werden kann …
Statt Parkhaus: SPD, Grüne und Bündnis wollen Bau einer weiteren Grundschule prüfen lassen

Kommentare