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Keine gastronomische Herausforderung ist ihm zuviel: Doch Armin Brummer findet kein geeignetes Personal mehr. Daher hört er nach dem 26. Dezember auf.

Nach 16 Jahren ist in Gut Häusern Schluss

Armin Brummer hört in Alter Gutsscheune auf

Nach 16 Jahren sperrt Armin Brummer die „Alte Gutsscheune“ zu. Der Grund für Brummers Entscheidung aufzuhören: Er findet nicht genügend Personal.

Gut Häusern – „Wir waren begeistert und kommen auf jeden Fall wieder!“, ist nur eine von vielen positiven Rezensionen, die in den Medien über das Restaurant „Alte Gutsscheune“ im Golfpark Gut Häusern geschrieben wurden. Verantwortlich für das ausgezeichnete Essen ist Armin Brummer – und das seit 16 Jahren. Zum 27. Dezember stellt er seine Tätigkeit als Wirt ein. Brummer fällt der Abschied ganz und gar nicht leicht, wie er beteuert. „Ich hätte es sicher noch einige Jahre weitergeführt, vor allem weil ich auf diese 16 Jahre trotz teilweise stressigen Zeiten mit viel Freude und Spaß zurückblicke.“

Einer der Höhepunkte in dieser langen Zeit war für Brummer auf jeden Fall das Turnier der „Ladies German Open“, bei dem er die besten Golferinnen der Welt von 2008 bis 2013 jährlich eine Woche lang bewirtete. „Das war gastronomisch die größte Herausforderung. Wir bewirteten knapp 450 VIP-Gäste, über 120 Spielerinnen und deren Betreuer. Außerdem besuchten während den vier Turniertagen knapp 40 000 Besucher die Anlage.“ Trotz einer Woche Stress waren Armin Brummer und sein Team höchst zufrieden, da die Sponsoren und Gäste stets positives Feedback gaben.

Außerdem zählt Brummer das Golfturnier des FC Bayern zu den Highlights während der 16 Jahre. Bei dieser Veranstaltung sorgte der Wirt der „Alten Gutsscheune“ für das Wohl von knapp 200 Gästen. „Da wir uns aber immer extrem gut vorbereitet haben und wussten, was uns erwartet, gingen diese großen Events genauso gut über die Bühne wie der normale Betrieb“, erzählt Brummer.

Besonders hervorheben möchte er hierbei den „großartigen Einsatz“ seiner gesamten Küchenmannschaft und die „fantastische Leistung“ des ganzen Serviceteams: „Wenn ich nicht so ein hervorragendes Team hätte, das immer hinter mir steht, wäre der Betrieb der ,Alten Gutsscheune‘ in dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.“ Brummer pflegte ein stets freundschaftliches Verhältnis mit seinem Team, „was das Aufhören noch viel schwieriger macht“, wie er sagt.

Der Grund, warum er aufhört, ist nicht etwa der Mangel an Arbeit, denn es kommen nach wie vor sehr viele Gäste in das Restaurant. Er übernimmt auch nicht den Landgasthof „Brummer“ in Großinzemoos von seinem Vater, wie kolportiert wurde. „Der Grund ist das fehlende Personal. In den letzten vier Jahren wurde es immer schwieriger, genügend Köche und Küchenhilfen zu finden“, meint Brummer. „Das liegt vor allem an den Arbeitszeiten, die sowohl abends als auch an den Wochenenden sind, und an der beschränkten Infrastruktur in Gut Häusern. Ohne Auto ist das Restaurant sehr schwer zu erreichen.“ Bevor die „Alte Gutsscheune“ im nächsten Jahr also eine Krise erleben muss, weil nicht genug Personal in der Küche arbeitet, „hören wir lieber auf“, so Brummer.

Nachdem er Mitte August seinen Entschluss offiziell bekannt gemacht hatte, wurde die Woche danach „sehr emotional“, so Brummer. „Die Leute kamen zu mir in die Küche, haben mich gedrückt und mir mit Tränen in den Augen ihre Unterstützung für nächstes Jahr angeboten. Da war ich natürlich sehr gerührt.“

Mit Thomas Heitmeier, dem Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Münchner Golf Eschenried, ist Brummer gut befreundet. Daher möchte der Wirt den Geschäftsführer bei der Suche nach einem Nachfolger unterstützen und mit ihm in Kontakt bleiben. „Wenn es gewünscht ist, werde ich dem neuen Wirt helfen, sein Personal einzuarbeiten und ihm mein Wissen weitergeben“, erzählt Brummer. Außerdem setzt er sich dafür ein, dass sein Servicepersonal, sofern die Chemie mit dem neuen Wirt stimmen sollte, übernommen wird.

Der Nachfolger wird zum 1. März 2020 gesucht. Im Moment ist allerdings noch keiner in Sicht. Doch bis einschließlich 26. Dezember 2019 bleibt Armin Brummer dem Restaurant noch erhalten. Bis dahin können auch Gutscheine eingelöst werden.

Nach den 16 Jahren in der „Alten Gutsscheune“ werde er in Zukunft erst mal keine Gastronomie führen, so Brummer. Er wolle jedoch nicht ganz ausschließen, später noch einmal in die Gastronomie zurückzukehren.

kr

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