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Die neue Führungsmannschaft der Indersdorfer Feuerwehr: Bürgermeister Franz Obesser gratulierte Carsten Rummeling, Christoph Treibl, Simon Weitzel, Thomas Weber, Maximilian Hinkofer, Peter Doll, Matthias Hönicke, Florian Conrad und Thomas Burgmair (von links). 

Feuerwehr Indersdorf hat neuen Vereinsvorsitzenden

Viel mehr Nachteinsätze als früher

Die Indersdorfer Feuerwehr hat einen neuen Vorsitzenden. Andreas Spaderna kann das Amt aus beruflichen Gründen nicht weiter ausüben. Zudem zeigte sich bei der Hauptversammlung: Die Belastungen für die Feuerwehrler werden immer mehr.

Indersdorf– Im Rahmen der Hauptversammlung wurden bei der Indersdorfer Feuerwehr die Führungsrollen im Vorstand neu verteilt: Neuer Vorsitzender ist der 29-jährige Maximilian Hinkofer, der Andreas Spaderna ablöste. Hinkofer hat bereits Erfahrung im Führen einer Feuerwehr, war er in den vergangenen drei Jahren doch schon Spadernas Stellvertreter.

Spaderna erklärte, dass sein berufliches Umfeld es nicht zulasse, weiterhin das Vorstandsamt auszuüben. Dass er in geheimer Wahl von den 63 stimmberechtigten Mitgliedern 60 Stimmen (nur zwei Neinstimmen und eine Enthaltung) bekommen hat, stimmte Hinkofer sehr zufrieden und hatte sicher motivierende Wirkung.

Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Versammlung ebenfalls in geheimer Wahl Thomas Weber mit 57 Stimmen.

Bei der Kommandantenwahl stimmten nur die Dienstleistenden in der Wehr ab, und da erhielt der seit Oktober 2004 im Amt stehende Thomas Burgmair ein Traumergebnis. 48 der 50 Stimmberechtigten entschieden sich für ihn. Zu seinem Stellvertreter wählte man mit 44 Stimmen erneut Carsten Rummeling. Die übrigen Posten wurden einstimmig per Akklamation besetzt. Matthias Hönicke bleibt Kassenwart, und Christoph Treibl bekleidet das neu geschaffene Amt des Kassenwart-Stellvertreters, während Peter Doll weiterhin Schriftführer bleibt. Neuer Schriftführer-Stellvertreter ist Simon Weitzel, als Mannschaftssprecher konnte sich Florian Conrad gegen Tobias Meier durchsetzen. Herbert Huber und Roland Salvermoser werden wieder als Kassenprüfer bereitstehen.

So problemlos wie all die Wahlvorgänge ging auch die vom Vorstand vorgeschlagene Satzungsänderung durch. Es ging darum, die Amtszeit im Vorstand von sechs auf drei Jahre zu reduzieren. „Weil das dann ein überschaubarerer Zeitraum ist und für kürzere Amtsperioden sicher auch leichter Vorstandsmitglieder zu gewinnen sind“, argumentierte Spaderna. Bei den Kommandanten bleibt es allerdings beim Sechs-Jahres-Rhythmus, weil das im Bayerischen Feuerwehrgesetz so vorgeschrieben ist.

Bürgermeister Franz Obesser, der die gesamte Wahl leitete, zeigte sich erfreut, „weil wir nun wieder eine neue, schlagkräftige Führungsmannschaft haben“.

Zu den eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr, nämlich Retten, Schützen und Bergen, bezog Kommandant Burgmair sehr ausführlich Stellung. 2016 mussten die Kammeraden 118 Mal ausrücken: 33 Brände, 71 technische Hilfeleistungen, drei Sicherheitswachen und elf Fehlalarme. Um Personen zu retten, wurde die in Indersdorf stationierte Drehleiter des Landkreises zehnmal gebraucht. Landkreisweit wurde die Drehleiter für 53 Einsätze angefordert.

Burgmair machte kein Hehl daraus, dass seine Kammeraden bei größeren Brandeinsätzen schon mal die halbe Nacht opfern müssen. So kommen die Feuerwehrler 2016 auf insgesamt 1224 Einsatzstunden. Die Anzahl der Nachteinsätze stieg im Vergleich zu 2015 um 50 Prozent. Da wird umso deutlicher, was ein Feuerwehrler ehrenamtlich an Freizeit opfert.

Thomas Burgmair kam auch auf die Ausbildung seiner „Floriansjünger“ zu sprechen, und erklärte: „Da unser Einsatzspektrum stetig wächst, die Technik und Taktik immer weiter voranschreiten und auch die bei uns vorhandene Ausrüstung sich laufend erweitert, ist es notwendig, regelmäßig Ausbildung zu betreiben, um die Einsätze sicher und erfolgreich bewältigen zu können“. Die technische Hilfeleistung macht mittlerweile einen Großteil des Einsatzspektrums bei den Feuerwehren aus und gestalte sich daher sehr vielfältig.

Die acht Gruppen der aktiven Mannschaft trafen sich im vergangenen Jahr zu 75 Übungsabenden und opferten dafür 2240 Stunden ihrer Freizeit. Hinzu kommen noch die Übungsstunden der Jugendfeuerwehr, so dass es insgesamt 2777 Übungsstunden waren. Rund 50 Lehrgänge der Kreisbrandinspektion und der staatlichen Feuerwehrschulen sind hier noch nicht berücksichtigt. Im Herbst stellten drei Löschgruppen ihr fachliches Können bei Leistungsprüfungen eindrucksvoll unter Beweis. Der Übungs- und Kursumfang von 2017 ähnelt dem von 2016.

In dem 133 Mitglieder zählenden Feuerwehrverein kommt die Geselligkeit nicht zu kurz, das zeigte der Bericht des scheidenden Vorsitzenden. Die Veranstaltungen im vergangenen Jahr reichten vom Steckerlfischgrillen über den Volksfesteinzug bis hin zum Gartenfest mit dem Tag der offenen Tür. Auch die Teilnahme am Freizeit-Stockschützenturnier, das Wattrennen, ein Fußballturnier und der Weihnachtsmarkt am Feuerwehrhaus taten dem Miteinander und der Kameradschaft gut.

Die Indersdorfer Wehr hat dank der vielen Aktivitäten keine finanziellen Probleme, das zeigte schließlich Matthias Hönicke mit seinem Kassenbericht.

Zuwachs bei der Feuerwehrjugend

Indersdorfs Kommandant Thomas Burgmair verfügt über 73 Dienstleistende und 16 Anwärter. Stolz ist er auf neun Neueintritte im Jugendbereich. Das sind Tim Isemann, Samuel Krönninger, Benedikt Salvermoser, Stefan Schaipp, Felix Schettler, Gregor Schweiger, Shoawna-Sophie Spahn, Sabrina Unverdorben und Julian Trauer. Laut Jugendwart Markus Eschenbecher verfügt Indersdorf über insgesamt 16 Jugendliche, die zum Teil noch die Jugendleistungsprüfung ablegen werden. Mit Essensgutscheinen dankte Eschenbecher den ausgeschiedenen Jugendwarten Martin Lorenz (13 Jahre für die Jugend tätig) und Stefan Singer (7 Jahre). Weil die Jugend von heute die Basis der Feuerwehr von morgen ist, appellierte Eschenbecher dazu, junge Leute mit persönlicher Ansprache für den Feuerwehrdienst zu gewinnen. Das begrüßte auch Kreisbrandrat Franz Bründler, der sich mit Kreisbrandinspektor Georg Reischl vom Feuerlöschwesen in Indersdorf sehr beeindruckt zeigte.

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