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Das Brauchtum hochhalten: Fahnenabordnungen, die Gau-Köninge und die Vertreter der Politik zogen mit der Blaskapelle Schönbrunn zur Schützenmeister-Tagung ein. 

Hauptversammlung des Schützengau Dachau in Ried

Mitgliederschwund im Schützengau 

Der Mitgliederschwund im Schützengau Dachau ist für viele Schützenmeister besorgniserregend, wie sich auf der Gau-Hauptversammlung in Ried deutlich gezeigt hat. Laut Bezirks- und Gauschützenmeister Alfred Reiner ging die Mitgliederzahl im Schützengau Dachau insgesamt innerhalb des vergangenen Jahres von 7388 auf 7118 zurück.

Insgesamt 270 Mitglieder weniger, das ist viel, obschon es in einigen Sparten Steigerungen gab. Aber: Am meisten Mitglieder, nämlich 345, verlor der Gau im Bereich der Schützenklasse, aber auch bei den Junioren und der Jugend gingen die Mitgliedszahlen zurück. Zuversicht gibt lediglich die deutliche Steigerung bei den Schülern (von 273 auf 306) und den Damen (von 1811 auf 2164).

Derzeit gehören 68 Vereine dem Schützengau Dachau an. Berücksichtigt man auch die Zweitmitglieder, sind es 8009 Schützinnen und Schützen, die sich im Schießsport üben. Reiners klarer Appell an die Schützenmeister: „Arbeitet intensiv weiter, denn nur durch den Nachwuchs ist der Fortbestand unserer Vereine gesichert.“

Dass in keiner anderen Sportart wie beim Schießen die Verbundenheit zu Kultur und Brauchtum so groß ist, zeigte sich schon bei der Eröffnung des alljährlich großen Schützen-Treffs. Da ließen es zunächst die Etzenhauser Böllerschützen kräftig krachen, bevor sie mit den Fahnenabordnungen aus Dachau (FSG), Hirtlbach, Röhrmoos und Deutenhausen sowie den Gaukönigen und der Blaskapelle Schönbrunn in den Saal zogen. Der von der Blaskapelle dargebotene Heimatlandmarsch war ein weiteres Zeichen, wie sehr die Schützen die oberbayerische Heimat schätzen.

Auch der Politik ist nicht entgangen, wo bei den Schützen der Schuh drückt. „Bei Euch wird das Brauchtum hochgehalten, aber der Mitgliederrückgang ist schon ein Wermutstropfen“, so der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, der aber wegen des „guten Fundaments“ in den Schützenvereinen hofft, dass der generationsverbindende Schießsport nicht weiter abnimmt. „Denn Schützenvereine gehören zu Bayern, die machen Bayern aus“, so der Abgeordnete.

Landrat-Stellvertreter Helmut Zech gab den Tipp, die jungen Leute schon ganz früh „abzufischen“. Zu groß sei in der heutigen Zeit nämlich das anderweitige sportliche Angebot für Schüler und Jugendliche. „Nur wenn sich unsere Gesellschaft vom Nörglertum zum Unterstützertum wandelt, geht es auch in den Vereinen wieder besser“, ist Zech überzeugt.

Dass es im Schießbetrieb des Schützengaues Dachau keine größeren Probleme gibt, zeigte sich bei den Berichten. Gausportleiter Rudolf Dech sprach von einem reibungslosen Ablauf der Gaumeisterschaft mit 650 Teilnehmern. Auch bei den Pistolenschützen sei alles glatt gegangen, so Pistolenreferent Peter Ferschmann. Beate Rupert (Gau-Jugendleiterin) glaubt, dass die Disziplin Lichtgewehr beim Jugendpreisschießen eine Magnetwirkung entfaltet habe. Sie sei erstaunt, wie viele Vereine bereits für Schüler ab acht Jahre Lichtgewehre parat hätten. Dieser Weg müsse weiter beschritten werden.

Von Erfolg geprägt sei auch der Rundenwettkampf gewesen. Wie von Peter Feschmann zu hören war, schießen in den Gau-Ligen 105 Mannschaften und in den höheren Ligen zwölf Teams. Die 53 Luftgewehr-Mannschaften überwiegen deutlich. Immer mehr an Bedeutung gewinne das Aufgelegt-Schießen für die älteren Semester.

Damenleiterin Martina Korb berichtete von 249 Teilnehmerinnen am Damenpokal und dem Bezirks-Damentag in Starnberg. Heuer dürfen die Damen aus dem Gau Dachau gegen die Gaue Pöttmes-Neuburg und Massenhausen antreten. Dass der Gau Dachau 2018 mit der Luftpistole im Kampf um die Figur der heiligen Ursula souverän siegte und Susi Kölbl aus Etzenhausen überdies mit 369 Ringen beste Schützin war, freute Korb besonders. Die Luftgewehr-Schützinnen haben immerhin den 3. Platz erreicht. Josef Ostermair

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