Vor dem eindrucksvollen neuen Banner tanzten die Indersdorfer Hexen zusammen mit den Kindern.
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Vor dem eindrucksvollen neuen Banner tanzten die Indersdorfer Hexen zusammen mit den Kindern.
Hexen tanzen vor dem Indersdorfer Rathaus
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Vor dem eindrucksvollen neuen Banner tanzten die Indersdorfer Hexen zusammen mit den Kindern.
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Indersdorf Ahuuiii!

Indersdorfer Hexen wissen und können alles

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Bei der Neubesetzung der Kämmerei fühlen sie sich übergangen, dafür soll der nächste Bürgermeister aus ihren Reihen kommen: Der Indersdorfer Hexengilde mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. 

Indersdorf – Indersdorf Ahuii! Am Unsinnigen Donnertstag haben die Hexen die Macht übernommen und Bürgermeister Franz Obesser und seinen Stellvertretern Hubert Böck und Hans Lachner mal wieder gehörig die Leviten gelesen. Schon vor dem Rathaus war ein großes Spektakel geboten. Gemeinsam mit Grundschülern tanzten die 18 Frauen ausgelassen um ein Lagerfeuer, während im Rathaus die Anspannung stieg. Denn eines steht fest: Den Hexen entkommt auch nach 39 Jahren niemand.

So packte Oberhexe Gisela Bürgermeister Obesser kurzerhand unter ihren Arm und führte ihn durch ein Besenspalier in den Sitzungssaal. Schnell waren die Krawatten der Männer ab, die Datenschutzerklärungen inklusive Schnapserlzusagen unterschrieben und der Rathausschlüssel in Hexenhand.

„Offen, kritisch, ungeniert“ wollten die Hexen den Politikern erklären, was in der Marktgemeinde alles besser laufen könnte. „Des Gwuisel und Gejammer is ab jetzt vorbei, heid tauch i eich moi richtig nei“, kündigte Junghexe Monika bei ihrer Büttenrede an. Sie sei sehr froh, mit ihrem Besen fliegen zu können, erklärte sie: „Weil die Autos durch die buckeligen Straßen alle einen Schaden abkriegen.“

Dass so ein Besen als Transportmittel Vorteile hat, bestätigte später auch Hexe Lydia. Das Dieselfahrverbot und den Stau in Indersdorf könne man damit genauso umgehen wie das „Parkplatzbingo“ am Marktplatz. Überhaupt, der Marktplatz: Dort müsse nächstes Jahr wieder ein großer, schöner Christbaum und am besten auch ein Hexenjungbrunnen her, forderten die Frauen – wenn schon bei der Neugestaltung nichts vorwärts geht. Denn Junghexe Claudia hat beobachtet, dass „de Musterstoana, de am Bauhof flacka, langsam scho eiwachsa“.

Auch, dass der Kramerladen Moser Ende des Jahres zumacht und der Barocksaal und der Biergarten geschlossen sind, stört die Hexen. Genauso wie der Zustand der Friedhofsmauer am Kloster. Die Hexen Sonja und Maria, die als Moritaten auftraten, rieten Bürgermeister Franz Obesser, sich bei diesem Thema doch ein Beispiel an Amerika zu nehmen. Den „Gemeinde-Notstand“ solle er ausrufen, denn „mia miassn a Mauer renovieren“.

Sonja und Maria boten der Gemeinde noch weitere Unterstützung an: „Mia Hexen suacha eich a Gemeinde, de uns als Partnerstadt passt“, sagten sie. Ins Ausland müsse man dazu nicht unbedingt, eine andere Landkreisgemeinde mit einer netten Hexengilde sei auch in Ordnung. Generell würden die Hexen gerne mehr mitreden in Indersdorf. So beschwerte sich Junghexe Martina, dass bei der Neubesetzung der Gemeindekämmerer-Position keine Hexe berücksichtigt wurde. „Franz, i sog das jetzt nomoi eindringlichst“, sagte sie. „Nechstmoi san mia dro.“ Und auf noch einen Job haben es die Hexen abgesehen: Den Bürgermeisterposten würden sie übernehmen, sollte Obesser ihn irgendwann nicht mehr wollen. Stellt sich nur die Frage, wer dann am Unsinnigen Donnerstag im Rathaus für Faschingsgaudi und gute Stimmung sorgen soll...

Dieses Jahr ist das den Hexen jedenfalls wieder narrisch gut gelungen. Die zahlreichen Zuschauer waren begeistert, am Ende wurde der Sitzungssaal sogar zur Partylocation umfunktioniert: Hexen, Gemeindemitarbeiter und Politiker tanzten auf den Tischen, während ein bekannter Faschingsschlager lief: „So ein Tag, so wunderschön wie heute. So ein Tag, der dürfte nie vergehen.“

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