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Tanzen und gleichzeitig lachen gefällig? Bei der Show von „Dein Ernst“ war eins unmöglich: keinen Spaß haben.

Musik,Kreativität, Spiel und Spaß in Indersdorf

1000 Besucher beim Glonntalfestival: Ein Tag im Wunderland

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Es gibt einen Tag im Jahr, an dem kann man sich in Indersdorf ein bisschen fühlen wie Alice im Wunderland. Ganz egal wie alt man ist – das Glonntalfestival verzaubert sie alle.

Indersdorf – Ein rosa Einhorn verteilt auf der Tanzfläche herzförmige Waffeln an hüpfende Konzertbesucher, auf der Bühne drehen sich Musiker in dermaßen funkelnden Jacken, dass das Glitzern beim hinsehen in den Augen schmerzt – oder war das eher wegen der kurzen Adidashose zur Glitzerjacke? Ne, ne, was sich so anhört, als hätte Alice beim Besuch im Wunderland ein paar essenzielle Pillen vertauscht, ist genau so passiert: und zwar am 3. Indersdorfer Glonntalfestival. Wie die letzte Band des Abends, „Dein Ernst“, bei einem ihrer Lieder sang: der Tag war „legendär“!

Legendär, weil die Mitmacher des Glonntalfestivals einmal mehr bewiesen haben, dass, Achtung, Floskel, alles möglich ist, wenn man zusammenhilft und sich für eine gemeinsame Sache einsetzt. So erschufen alle Beteiligten zusammen wieder eine kleine eigene bunte Welt, die nur ein Ziel hatte: möglichst vielen Menschen eine Freunde zu machen. Ok. Das war’s jetzt auch mit den Floskeln. Wahr sind sie trotzdem:

Auf dem Platz, an dem sich ein selbstgebautes Karussell aus Holzmasten dreht, bunte Luftballons im Wind wehen, riesige Seifenblasen von der Skatebahn über die Köpfe der Festivalbesucher schweben und Kinder im warmen Milchanhängerpool eine Wasserschlacht machen, steht Noah. Noah ist zwölf und fühlt sich schon seit er zehn ist als Teil der „Glonntal-Family“ – so reden die Mitmacher von sich und den Besuchern, so verbunden fühlen sich mit dem Fest. Der Zwölfjährige ist am Samstagmorgen um sechs Uhr aufgestanden, um sein Fahrrad herzurichten, damit er pünktlich beim Festivalaufbau helfen kann. Später hilft er noch beim Verkauf in der Wunder-Bar, am nächsten Morgen will er wieder der Erste sein, der kommt, um beim Abbau zu helfen. Warum? „Weil das Glonntalfestival was ganz Besonderes für unseren Ort ist, und weil es was Besonderes ist, wenn man mithelfen kann, dass alle ihre Freude hier haben.“ Hier sagt den Satz Noah, aber egal, an welchen Festival-Stand man geht, man hört ihn überall, wenn man sich dafür interessiert, wieso sich die Leute hier engagieren – ehrenamtlich. Denn alle geben einen Großteil ihrer Gewinne, sofern es welche gibt, am Ende ab. Damit die Kosten für sie Gemeinde nicht so hoch sind, damit die Bands, die hier den ganzen Tag das Festival mit ihrer Musik überzuckern, zumindest mit ein bisschen mehr wie nichts nach Hause gehen können.

Viele mussten heuer komplett im Regen aufbauen. Auch die Pfadfinder ihr Karussell, aber „schon nach den ersten drei Runden, wenn man sieht, wie sich die Kinder freuen, hat sich alles schon 100 mal gelohnt!“ sagt Jonas Bayer. Auch Sandra Denk von den Outbacksupportes ist froh, dass sich werder Mitmacher noch Zuschauer vom Regen beeindrucken ließen. „Wenn man sieht, wie gern alle hier sind, weiß man dass man alles richtig gemacht hat.“

Legendär war der Tag allein schon, weil Kevin Campisi Bands für das Festival gebucht hat, die mit ihren klugen und witzigen Texten nicht einfach für gute Musik sorgten, sondern dafür, dass die Zuhörer laut lachen und teilweise viel nachdenken mussten.

„Die san einfach da Wahnsinn!“ Solche Sätze fielen untern den Festivalbesuchern ständig. Das einzigartige Flair des Festivals ist auch den Bands aufgefallen. Wie den Sinister Kids, die extra aus Rosenheim gekommen sind – allerdings nicht erst zu ihrem Auftritt, sie verbrachten vor ihrer Show den Tag auf dem Festival. Schlagzeuger Roman war begeistert: „Das ist so ein cooles Festival, mit einer total entspannten Atmosphäre. Stark dass hier wirklich alle, egal wie alt oder jung, zusammen feiern. Da würden wir gerne nochmal spielen.“ Oder ums mit den Worten von Dein-Ernst-Sänger Jan König zu sagen: legendär!

Ideengeber für das ganze war vor drei Jahren Sebastian Jaeger. Traditionell stand er nach dem Fest wieder auf der Bühne, und dankte seiner Glonntal-Family für den einmaligen Tag. „Ohne Euch, egal ob Zuschauer oder Mitmacher wären wir nicht, was wir sind“. Traditionell ist mittlerweile auch die nächtliche SMS, die Bürgermeister Franz Obesser nach dem Fest an Jager schickt: „Ihr seid die Besten! Vielen, vielen Dank“, stand diesmal drin.

Die Philosophie „wir lassen uns nicht unterkriegen – egal, was der Wetterbericht sagt“, zahlte sich aus. Trotz immer mal wieder Regens feierten mehr als 1000 Besucher ihr Glonntalfestival.

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