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Ein langer Trauerzug, mit Tochter Wendy und Adoptivsohn Alex an der Spitze, machte sich auf den Weg zum alten Bezirksfriedhof, wo Myrian Bergeron ihre letzte Ruhe fand.

Myrian Bergeron findet letzte Ruhestätte in Indersdorf

Ihr letzter Wunsch ging in Erfüllung

Rund 100 Trauergäste haben Myrian Bergeron aus den USA auf ihrem letzten Weg zum Bezirksfriedhof an der Maroldstraße begleitet.

Indersdorf – So erfüllten die Indersdorfer der 75-jährigen Amerikanerin, die bereits im April verstorben ist, den letzten Wunsch, hier ihre Ruhe zu finden. Die Verstorbene hatte zu Indersdorf eine besondere Bindung, weil sie 1945 im Kinderheim der Vereinten Nationen im Kloster untergebracht war.

Zur Trauerfeier im Musiksaal des Klosters reisten auch mehrere Verwandte aus den USA mit der Urne an. Die Schönbrunner Bläsergruppe Sontari Bella Fontana, die Sängerin Evelyn Guth aus Dachau und der Leiter des Ensembles Cantori, Jürgen Rothaug, am Klavier sorgten für einen feierlichen musikalischen Rahmen. Bei der Trauerfeier wurde deutlich, welch großartige und kinderliebe Myrian Bergeron gewesen ist. Sie hat neben ihren beiden eigenen Kindern sieben weitere Kinder adoptiert und mit ganzer Kraft vielen Eltern bei der Kindeserziehung geholfen. „Sie war eine Kämpferin für Kinder“, stellte die Heimatforscherin Anna Andlauer fest.

Noch im April war Myrian Bergeron nach Indersdorf gereist – Ziel der Reise kurz vor ihrem Tod war, mehr über ihre eigene Kindheit und ihre Mutter, die Zwangsarbeiterin während des Nationalsozialismus war, zu erfahren. Recherchen ergaben, dass es auch ihr Vater, der sich kurz vor deren Tod mit der Mutter versöhnte, es gut mit Töchterchen Myrian meinte.

Mit tränenerstickter Stimme erinnerten nun Tochter Wendy Bergeron und Adoptivsohn Alex Currie an ihre liebevolle Mutter. Auch Pflegetochter Stacey Allard verneigte sich vor der großen Frau.

Myrian Bergeron pflegte bis zuletzt Freundschaften mit mehreren Indersdorfern. Auch Bürgermeister Franz Obesser und Altbürgermeister Josef Kreitmeir waren unter den Trauergästen. Kinder aus der Greta-Fischer-Schule in Dachau unter der Leitung von Antje Prigge präsentierten ein auf Myrian Bergeron umgeschriebenes Lied, und die gesamte Trauergemeinde stimmte zu Ehren Bergerons in das bekannte Kinderlied „Weißt du, wie viel Sterne stehen“ mit ein.

Mit brennenden Kerzen machte sich ein langer Trauerzug auf zum Bezirksfriedhof, wo dank des Engagements von Bürgermeister Obesser mittels Sondergenehmigung erstmals nach 50 Jahren die Urnenbestattung ermöglicht wurde. Auf dem Grabstein ist ein Bild von Myrian Bergeron von 1945 zu sehen, darunter die Inschrift „Mirjanna has returned“ (Mirjanna ist zurückgekehrt).

ost

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