+
Hans Wessner rückt in Gemeinderat nach.

Änderungen im neuen Indersdorfer Gemeinderat

Böller lehnt Mandat ab, Wessner rückt nach

  • vonChristiane Breitenberger
    schließen

Bereits wenige Tage nach der Wahl gibt es Änderungen im neuen Gemeinderat. Nicht jeder, der rein gewählt wurde, bleibt auch drin. Andere werden schmerzlich vermisst.

Indersdorf– Er hatte es angedroht. Bereits bei der Nominierungsversammlung der Um(welt)denker für die Kommunalwahl sagte Paul Böller: Sollte er in den Kreistag gewählt werden, schafft er es nicht, sich gleichzeitig weiter im Indersdorfer Gemeinderat zu engagieren. Und da Paul Böller für seine besonnene Art und sein überdurchschnittliches Engagement bekannt ist, überrascht es kaum, dass er mit 6419, und damit mehr Stimmen als der Landratskandidat der ÖDP, Hauke Stöwsand (5001), auf Listenplatz eins gewählt wurde. Künftig sitzt Böller also mit den Neulingen Leonhard Mösl und Holger Weller im Kreistag.

„Und deshalb schaffe ich es auch leider nicht, mein Gemeinderatsmandat anzunehmen“, erklärte Paul Böller. Er war von Listenplatz 18 auf zwei vorgehäufelt worden. Leicht fällt ihm diese Entscheidung nicht, doch als Kreisrat und Selbstständiger sei die Arbeit im Gemeinderat nicht zusätzlich zu schaffen – noch dazu mit zwei Neulingen an seiner Seite. Fraktionssprecher der Umweltdenker, Hans Wessner, weiß, was Böller meint: „Er macht die Sache entweder gut, oder gar nicht.“ Böller sei jemand, der immer top vorbereitet sei. „Klar, wenn er jemand wäre, der sich am Sitzungstag zum ersten Mal die Unterlagen anschaut und nur die Fraktionskollegen fragt, wie er abstimmen soll, dann hätte er im Gemeinderat bleiben können“, sagt Wessner, und: „Aber so ist er nicht. Im Gegenteil. Er hat einen hohen Anspruch an sich und seine Arbeit, die er dort leistet.“

Hans Wessner rückt in Gemeinderat nach.

Für Wessner bedeutet Böllers Rücktritt: Er rückt nun von Listenplatz vier auf Listenplatz drei vor und sitzt damit auch für die nächste Legislaturperiode wieder im Gemeinderat. Viele seiner Kollegen im Gremium dürfte das freuen (wir haben berichtet). Er selbst freut sich darüber noch nicht wirklich – noch überwiegt das Gefühl, der Wähler habe anders entschieden. Wessner war mit 41 Stimmen weniger als Gerhard Seemüller auf Listenplatz vier gelandet. Den Umweltdenkern stehen nach der Wahl drei Sitze zu. „Ich hätte gut damit leben können, wenn Paul sein Mandat behalten hätte. Ich habe es definitiv bedauert, dass er sich so entschieden hat, auch wenn ich ihn verstehen kann.“ Wessner freut sich allerdings sehr für seine Gruppierung. „Es ist toll, dass wir mittlerweile so tolle und beliebte Leute auf der Liste haben, dass sie gleich nach vorne gewählt werden.“ Wessner will sich selbstverständlich weiter mit dem Engagement im Gemeinderat einbringen, für das er bei seinen Kollegen geschätzt wird.

Paul Böller wird die Arbeit im Indersdorfer Gemeinderat vermissen und ist gerührt, dass er so viele Stimmen bekam. Während seinen Amtszeiten engagierte er sich im Jugend-, Sozial- und Umweltausschuss. Besonders der hauptverantwortliche Jugendarbeiter der Gemeinde, Sebastian Jaeger, wird die Arbeit des „sehr engagierten Jugendreferenten“ vermissen. Auf ihn war einfach immer Verlass“, so Jaeger.

Einen anderen „sehr engagierten Kollegen“ wird Hans Wessner allerdings künftig im Gemeinderat vermissen: Auch Manfred Pohl (FW) habe den Gemeinderat mit seiner ruhigen besonnenen Art bereichert. „Er hat sich auch sehr für die Gemeinde engagiert – oft im Hintergrund, ohne, dass wir es als Gemeinderäte mitbekommen haben.“ Vor allem im Bereich Naturschutz, weiß Wessner.

Pohls Fraktionskollege Helmut Ebert ist traurig, einen Kollegen mit „so einem enormen Sachverstand im Bereich Umwelt zu verlieren“. Pohl hatte sich 24 Jahre im Gemeinderat engagiert, für ihn, da er nun in Rente ist, war es Zeit, sich bewusst weiter hinten auf die Liste setzen zu lassen. „Manfred hat in all den Jahren genug Gutes für unsere Gemeinde geleistet – sei es im vergönnt, dass es sich auch mal zurückziehen und Zeit mit seiner Familie genießen darf“, sagt Ebert.

Auch interessant

Kommentare