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Groß war das Interesse an der Infoveranstaltung zum Thema „Energiewende in der Gemeinde“.

Vortrag über Energiewende

Das tut Indersdorf für den Klimaschutz

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Die Situation ist ernst – auch in Markt Indersdorf. Das machte der Klimaexperte Willi Kirchensteiner den rund 70 Besuchern deutlich, die zu der Infoveranstaltung der Freien Wähler zum Thema „Energiewende in der Gemeinde“ gekommen waren.

Indersdorf– In der Gemeinde wird zwar schon viel getan, dennoch ist der Klimawandel spürbar: Willi Kirchensteiner hatte ein Gerät mitgebracht, das den Kohlenstoffdioxid-Gehalt (CO2) in der Luft in der Maßeinheit ppm misst. 432 ppm waren es im Außenbereich vor dem Gasthaus Doll in Ried. Damit ist die Luft in Indersdorf zwar vergleichsmäßig gut – der Wert ist aber trotzdem viel höher als früher. Bis 1700 sei der CO2-Wert auf der Erde bei rund 280 ppm gelegen, erklärte Kirchensteiner. Danach sei er rapide gestiegen. „Für den steilen Anstieg ist einzig und alleine der Mensch verantwortlich“, sagte er.

Kirchensteiner ist Experte für erneuerbare Energien und sprach unter anderem schon auf der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Außerdem entwickelte er einen Solarkoffer, der mit Solarzelle, Batterie und Wechselrichter ausgestattet ist, und von dem vor allem die Bevölkerung in armen Ländern profitiert (wir haben berichtet).

In Indersdorf zeichnete er ein Schreckensszenario, sollte es nicht bald Verbesserungen beim Klimaschutz geben: Extremwetterlagen mit „fast apokalyptischen Entwicklungen“ seien unausweichlich. Millionen Menschen müssten ihre Heimat verlassen, und die Temperaturen würden stark ansteigen. Es bliebe nicht mehr viel Zeit, wenn die Erderwärmung nicht um mehr als zwei Grad Celsius steigen soll. „Wenn wir in Deutschland so weiter machen wie bis jetzt, haben wir noch 20 Jahre“, erklärt Kirchensteiner. „Dann muss das CO2-Debakel beendet sein.“

Alles negativ sieht er trotzdem nicht: „Der Klimaschutz kann auch eine riesen Chance sein“, erklärt er. „Wir können Verantwortlichkeiten zurückverlagern auf die Kommunen.“

Auch in der Gemeinde Indersdorf beschäftigt man sich mit dem Thema, wie Bürgermeister Franz Obesser betonte. In den Jahren 2015 und 2016 ließ die Gemeinde einen Energienutzungsplan erstellen, in dem der Verbrauch von Wärme und Strom berechnet wurde. 2016 betrug demnach der Verbrauch 34 424 869 Kilowattstunden. Davon entfielen ein knappes Viertel auf Strom und der Rest auf Wärme. Das Erfreuliche: Der größte Teil, nämlich 32 009 742 Kilowattstunden, stammt aus erneuerbaren Energien. Wie Obesser berichtete, gab es 2016 in der Gemeinde 566 Anlagen, darunter 559 Solaranlagen, die 13 736 126 Kilowattstunden Energie lieferten. Die fünf Biomassen-Anlagen produzierten 17 925 644 Kilowattstunden. „Die Wärmeversorgung durch Biogas ist ein Leuchtturmprojekt in unserer Gemeinde“, erklärte Obesser. Alleine bei der Grund- und Mittelschule könnte 97 Prozent des jährlichen Wärmeverbrauchs durch Fernwärme abgedeckt werden.

Dennoch soll in Indersdorf künftig weitere Energie eingespart werden. Der größte Energieverbraucher ist derzeit die Kläranlage mit einem Verbrauch von 500 000 Kilowattstunden. „Durch die Sanierung gibt es eine Einsparung von 30 Prozent“, so Obesser. Er nannte auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik sowie die energetische Sanierung der Kindertagesstätte Niederroth. Zudem bietet die Gemeinde am Parkplatz beim Kreisverkehr am Kloster eine Ladestation für Elektro-Fahrzeuge an.

Für Elektroautos plädierte auch Willi Kirchensteiner. Zwar sei die CO2-Last anfangs sogar größer als bei Autos mit Verbrennungsmotoren. „Aber ab 50 000 gefahrenen Kilometern wird das E-Auto immer umweltfreundlicher.“

Kirchensteiner sprach sich außerdem für einen Ausbau der Windenergie aus und forderte die Indersdorfer dazu auf, wo immer möglich Solarkollektoren oder Photovoltaikanlagen mit Brauchwasser-Wärmepumpen zu installieren. Auch hier sieht er große Einflussmöglichkeiten der Gemeinde: „Hilfreich wäre es, wenn die Gemeinde Beratungsmöglichkeiten für die Bürger anbieten könnte“, regte er an.

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