Axel Naock rückt für Astrid Rötzer in den Gemeinderat nach.
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Axel Noack rückt für Astrid Rötzer in den Gemeinderat nach.

Wechsel noch vor Amtsantritt

Axel Noack rückt für Astrid Rötzer in den Indersdorfer Gemeinderat nach

  • vonChristiane Breitenberger
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Noch vor Amtsantritt rückt Axel Noack für Astrid Rötzer in den Indersdorfer Gemeinderat nach. Wegen ihres Sitzes im Kreistag hatte sie den Gemeinderat abgelehnt. 

  • Astrid Rötzer ist in den Kreistag eingezogen.
  • Deshalb hat sie jetzt den Sitz im Indersdorfer Gemeinderat abgelehnt.
  • Axel Noack rückt für sich nach. 

Indersdorf – Mitterweile musste Astrid Rötzer die Frage schon öfter beantworten: „Wir haben dir extra unsere Stimme gegeben – wieso nimmst du es jetzt nicht an?“ Die Frage bezieht sich auf ihr Gemeinderatsmandat. 1407 Stimmen hatte Rötzer bei der Gemeinderatswahl für die Grünen geholt. Damit wäre sie, zusammen mit Hubertus Schulz, in den Rat eingezogen. Doch sie wird das Mandat nicht annehmen, denn: Nicht nur bei der Gemeinderatswahl, sondern auch bei der Kreistagswahl erzielte sie mit 12 266 Stimmen ein gutes Ergebnis. Damit zieht sie auf Platz neun von zwölf möglichen Sitzen in den Kreistag ein.

Für Astrid Rötzer stand nach sehr langer und gründlicher Überlegung fest: „Ich schaffe es nicht, mit gutem Gewissen beide Ämter auszuführen.“ Sie betont: „Ich habe absolut nicht damit gerechnet, in den Kreistag zu kommen, habe im Vorfeld nur an den Gemeinderat gedacht.“ Sie ist beruflich als Heilpädagogin, Reittherapeutin, Dozentin und in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe sowie als Mutter von drei bald erwachsenen Kindern sehr eingespannt. „Für mich steht fest: Ich mache eine Sache entweder richtig, oder gar nicht. Kein Wähler hätte etwas davon, wenn ich mich beidem nur halbherzig widmen kann.“ Im Kreistag will sie sich vor allem für Kinder-und Jugendthemen sowie für Inklusionsthemen starkmachen.

Axel Noack rückt für Astrid Rötzer in den Gemeinderat nach

Der Ortsverband Indersdorf-Weichs der Grünen hatte sich erst im Oktober gegründet – da konnte ja „keiner wissen, dass wir gleich so erfolgreich sein werden“, sagt Axel Noack und freut sich über die guten Wahlergebnisse. Der 54-Jährige rückt nun für Astrid Rötzer in den Gemeinderat nach. Er freut sich, „dass wir so toll mit Astrid im Kreistag vertreten sind.“ Engagement in der Kommunalpolitik ist für ihn alles andere als neu. Der gebürtige Rheinland-Pfälzer engagierte sich bereits früher in seiner Heimat bei einer Wählergruppe mit grünen Themen. Seit 2005 lebt er mit seiner Frau und seinen drei Kinder in Neuried. Noch bei der letzten Kommunalwahl engagierte er sich für die Indersdorfer SPD, verließ die Ortsgruppe jedoch „im Guten nach Unstimmigkeiten“, wie er sagt. Mit Unstimmigkeiten meint er zum Beispiel, dass er sich beim Thema Umspannwerk bei Neuried von keiner der Parteien wirklich vertreten gefühlt hatte. „Ich hätte mir von allen mehr Transparenz erhofft. Man hätte die Bürger früher informieren und besser mit einbeziehen müssen.“ Deshalb gründete er zusammen mit Jörg Achter den Grünen Ortsverband. Transparenz ist eines der Themen, für die er sich künftig starkmachen will. „Der Bürger soll Informationen von der Gemeinde bekommen. Sie soll ein Dienstleister für den Bürger sein.“ Konkret zum Beispiel beim Thema 5G: „Wenn das kommt, soll der Bürger vorher informiert werden und nicht hinterher.“ Oder wenn eine Steuer, wie die Hundesteuer, erhöht wird, soll „Bürgern klar gemacht werden, ob sie einfach nur den Haushalt aufbessern soll oder zweckgebunden eingesetzt wird – wie durch mehr Hundetoiletten.“

Axel Noack will sich für ein Bürgerhaus starkmachen

Ein großes Anliegen, für das sich Noack im Gemeinderat einsetzen will, ist ein Bürgerhaus. „Es ist schade, dass es in Weichs so was gibt, obwohl Indersdorf viel größer ist.“ Die Grünen wollen laut Noack ein Kulturzentrum – auch in Zusammenarbeit mit der Vhs – für alle Generationen schaffen. „Wir wollen, dass die Indersdorfer wieder eine Möglichkeit haben, sich unkommerziell zu treffen.“ Entweder will er dafür ein geeignetes Gebäude finden, oder, „zur Not eines bauen.“ Noack weiß, dass es nicht leicht ist, einen Wirt zu finden, eine Möglichkeit wäre: „das mit einer Art freiwilligen Dienst zu stemmen“.

cb

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